Bei den Unternehmen herrscht Zuversicht

UBS Outlook Schweiz

08 Nov 2018

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Wie erwarten Sie, dass sich der Geschäftsgang Ihres Unternehmens im Jahr 2019 im Vergleich zum Jahr 2018 verändern wird?

2498 Antworten, Diffusionsindex mit einer Skala: 0 (schlechtere Entwicklung), 50 (unveränderte Entwicklung) und 100 (bessere Entwicklung)

Quelle: Intervista, UBS

Die meisten Unternehmen rechnen damit, dass es im nächsten Jahr wirtschaftlich gleich gut oder besser läuft wie in diesem Jahr, sie gedenken mehr zu investieren und auch Arbeitsplätze zu schaffen. Aggregiert man die Antworten zu einem Index, so liegt dieser für das Jahr 2018 bei 62,2 Punkten und für das Jahr 2019 bei 65,6 Punkten.


Wie wichtig sind die folgenden Risiken für Ihr Unternehmen?

2498 Antworten, prozentualer Anteil der Unternehmen, die Risiko als mittelhoch bis hoch für ihr Unternehmen bezeichnen

Quelle: Intervista, UBS

Die gegenwärtig herrschenden Risiken bereiten den Unternehmen relativ wenig Sorgen. Eine «eine starke einheimische Wirtschaftsabkühlung» wird von gut zwei Drittel der Firmen als bedeutendes Risiko eingestuft. Allerdings messen Unternehmen ab 250 Beschäftigten den Risiken ein höheres Gewicht zu als kleine und mittelgrosse Unternehmen.


Wie stark betroffen sind Sie vom Risiko «Tendenzen zu mehr Protektionismus»?

2498 Antworten, prozentualer Anteil der Unternehmen, die Risiko als mittelhoch bis hoch für ihr Unternehmen bezeichnen

Quelle: Intervista, UBS

So sehen beispielsweise fast die Hälfte der Grossunternehmen protektionistische Tendenzen als Gefahr, bei kleinen Unternehmen sind es nur knapp ein Drittel. Da für viele Unternehmen die internationalen Risiken grundsätzlich von geringer Bedeutung sind, haben mehr als zwei Drittel keine Massnahmen getroffen, um sich abzusichern.


Wie stark ist Ihr Unternehmen betroffen, falls sich der Frankenwechselkurs dauerhaft um 10% gegen Sie auf-/abwertet?

2498 Antworten, prozentualer Anteil der Unternehmen, die teilweise oder stark von einer unvorteilhaften Bewegung des Wechselkurses betroffen sind

Quelle: Intervista, UBS

Zwei Drittel der Unternehmen würden von einer dauerhaften Auf- oder Abwertung des Schweizer Frankens nicht in Mitleidenschaft gezogen. Jedoch zeigen sich je nach Unternehmensgrösse und Branche grosse Unterschiede. Während das verarbeitende Gewerbe, der Handel sowie der Tourismus und eher Grossunternehmen betroffen wären, ist dies bei den binnenorientierten Branchen (Gesundheits-/Sozialwesen und öffentliche Verwaltung) kaum ein Thema.

Bei den Unternehmen herrscht Zuversicht

UBS Outlook Schweiz



Konjunktur und Finanzmärkte

Globale Konjunktur

  • Die Weltwirtschaft kommt weiter gut voran. Die Konjunkturtrends deuten darauf hin, dass die Wirtschaft in diesem Jahr so stark wächst wie im letzten. In den Industrieländern lässt die gute Arbeitsmarktlage die Löhne allmählich steigen und stützt die Konsumausgaben. In den USA und Grossbritannien wachsen die Einzelhandelsumsätze schneller als im letzten Jahr. In Europa ist das Volumenwachstum etwas geringer, aber immer noch gut. Etwa ein Drittel der US-Steuersenkungen dürfte für Importe ausgegeben werden, wodurch sich das Handelsbilanzdefizit ausweitet. Der Grossteil der bisher verhängten US-Handelszölle (Steuererhöhungen) dürfte nicht zum Rückgang, sondern zur Umverteilung des Welthandels führen.
  • Berichten zufolge werden US-Investitionen wegen des Handelskonflikts verschoben, was das US-Wachstum später im Jahr beeinträchtigen könnte. Die Ersparnisse der US-Konsumenten sind jedoch höher als bisher angenommen, was den Konsum stützen dürfte.
  • Bei der Teuerung zeigt der Trend nach oben, da Unternehmen inzwischen etwas mehr Preissetzungsmacht haben. Die Produzentenpreisinflation ist allgemein höher als in der jüngsten Vergangenheit. Die US-Handelszölle (auf Metalle und Waschmaschinen) wurden an die Kunden weitergereicht. Das Lohnwachstum in den USA und in Europa steht im Einklang mit einem leichten Anstieg der Teuerung. In der Regel entfallen rund 70% der Inflation eines Industrielandes auf die Lohnkosten.

Schweizer Wirtschaft

  • Die Schweizer Wirtschaft dürfte im nächsten Jahr um 1,6 Prozent wachsen. Dies entspricht dem langfristigen Trendwachstum, ist aber deutlich weniger als das von uns prognostizierte Wachstum für dieses Jahr von 2,9 Prozent.
  • Eine schwächere globale Konjunktur dürfte die Exporte und die Investitionen im nächsten Jahr bremsen, hingegen profitiert der hiesige Konsum von einer Belebung des Arbeitsmarkts. Die Inflation dürfte stabil bleiben, unterstützt durch eine höhere Auslastung der Schweizer Wirtschaft und hohe Ölpreise.
  • Der Ausblick für das kommende Jahr wird von zahlreichen wirtschaftlichen und geopolitischen Unsicherheiten getrübt. Für die Schweiz am bedrohlichsten sind die europäische Risiken (die italienische Finanzpolitik, eine starke Abkühlung der europäischen Konjunktur) und die Möglichkeit eines globalen Handelskriegs.

Währungen

EURCHF

  • Wir belassen unsere EURCHF-Prognosen bei 1.12 in drei Monaten, 1.15 in sechs Monaten und 1.20 in zwölf Monaten. Damit das Währungspaar steigt, sind unseres Erachtens bessere Konjunkturdaten aus dem Euroraum erforderlich. 
  • Die EZB bereitet sich auf die Normalisierung ihrer Geldpolitik vor, doch bleibt der Weg schwierig. Zentrale Risiken sind der italienische Staatshaushalt, der Brexit und die negativen Folgen der US-Strafzölle für den Welthandel. 
  • Die SNB behält ihre anpassungsfähige Geldpolitik bei, da die Währungsmärkte weiter fragil sind und der CHF unvermittelt aufwerten könnte.

USDCHF

  • Wir belassen unsere USDCHF-Prognose bei 1.02 in drei, 1.00 in sechs und 1.00 in zwölf Monaten. Die Nachfrage nach Zufluchtswährungen dürfte anhalten und den USD gegenüber dem CHF begünstigen. 
  • Steigende Spannungen in Verbindung mit der Handelspolitik, der italienischen Politik und der Stabilität des globalen Wachstums lösen eine Risikoaversion aus. Wegen seiner attraktiven Renditen und seiner hohen Liquidität wird der US-Dollar bevorzugt. 
  • Für das zweite Halbjahr 2019 sehen wir ein erhöhtes Risiko, dass USDCHF nachgibt, da die Stärke des Euro den CHF mitzieht.

Zinsen und Geldpolitik

  • In einem von Risiken geprägten Umfeld wird die SNB ihre vorsichtige Geldpolitik beibehalten. Wir rechnen erst Ende 2019 mit einem ersten Zinsschritt der SNB, nachdem die EZB ihrerseits ein erstes Mal die Zinsen angehoben haben wird.
  • Die SNB war in den letzten Quartalen kaum mehr am Devisenmarkt aktiv. Sollte aber der Streit zwischen Italien und der EU eskalieren und der Franken stark aufwerten, dürfte die Nationalbank wieder eingreifen.
  • In einer nächsten Rezession stossen die heute eingesetzten geldpolitischen Instrumente der SNB an ihre Grenzen und die Nationalbank muss nach neuen Wegen suchen ihre Geldpolitik expansiver zu gestalten. Möglich ist eine Anhebung des Inflationsziels oder aber gar die Abschaffung von (physischem) Bargeld.

Immobilien

  • Die Eigenheime haben sich im 3. Quartal 2018 nominal um 0,4 Prozent verteuert. In der Jahresfrist blieben die Angebotspreise aber unverändert. 
  • Die Angebotsmieten waren sowohl im Quartals- als auch im Vorjahresvergleich rückläufig. 
  • Während wir auf dem Eigenheimmarkt in den nächsten Quartalen nominal nur leicht steigende Preise erwarten, gehen wir von einem weiteren Rückgang der Angebotsmieten aus.

Branchen

  • Bei den Industrieunternehmen fiel die Beurteilung der Geschäftslage gestützt durch alle Subindikatoren gut aus.
  • Die Dienstleistungsunternehmen erholten sich leicht von ihrer Schwäche in der ersten Jahreshälfte und schätzten die Geschäftslage wieder besser ein.

Konjunkturprognosen Schweiz

Reale Jahresveränderung, saison- und kalenderbereinigt, in %

 

 

 

 

 

Prognose UBS

 

 

Niveau*

2015

2016

2017

2018P

2019P

Bruttoinlandprodukt

 

668.6

1.3

1.6

1.7

2.9

1.6

Privater Konsum

 

359.6

1.7

1.5

1.2

1.3

1.6

Konsum Staat

 

80.1

1.1

1.2

0.9

1

0.6

Investitionen

 

164.4

2.3

3.5

3.4

3

1.8

 

Bau

61.4

1.5

0.4

1.3

1.8

1

 

Ausrüstungen

103

2.8

5.3

4.6

3.7

2.2

Exporte**

 

362

2.4

7

3.8

3

3.1

Importe**

 

287.5

2.8

4.7

4.2

3.4

2.6

Jahresteuerung

 

 

-1.1439

-0.4

0.5

1

1

Arbeitslosigkeit***

 

 

3.2

3.3

3.2

2.6

2.5

Graphiken zur Schweizer Wirtschaft

Diese nützlichen Grafiken enthalten aktuelle Wirtschaftsprognosen, Trends zu den wichtigsten makroökonomischen und geldpolitischen Variablen, branchenspezifische Strukturen und Entwicklungen sowie weitere interessanten Aspekte zur Schweizer Wirtschaft.

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