Publi-Interview mit Endo Baumgartner Head Asset Servicing Global

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Es ist für uns ein wichtiges Anliegen, den hohen Standard unserer Beratungs- und Serviceleistungen für unsere Kunden fortwährend und nachhaltig auszubauen.

Endo baumgartner

Welche Vorteile für eine Bank bringt das Auslagern des Wertpapiergeschäfts zu einem Domestic bzw. Global Custodian?


Es ist für uns ein wichtiges Anliegen, den hohen Standard unserer Beratungs- und Serviceleistungen für unsere Kunden fortwährend und nachhaltig auszubauen. Dazu nehmen wir unter anderem die Dienstleistungen von externen Anbietern in Anspruch. Mit unserem globalen Netz erstklassiger Depotstellen und mit unserer grossen Erfahrung garantieren wir unseren Kunden eine effiziente und professionelle Verwahrung ihrer Wertpapiere. Die Inanspruchnahme von externen Leistungen fördert nicht nur eine unternehmerische «Best-in-Class»-Sicht, sondern auch eine kommerzielle Sichtweise. Das selektive Auslagern von Leistungen ermöglicht uns die Nähe zu unseren Kunden, den Fokus auf deren Bedürfnisse sowie ein weites Spektrum für möglichst uneingeschränkte Anlagetätigkeiten.

Warum macht es Sinn, bei einem Custodian alles aus einer Hand zu beziehen?

Wir sehen ein vermehrtes Bedürfnis unserer Kunden nach einem professionellen Partner, der sie entlang ihres gesamten Investment- Prozesses begleitet und entlastet. Dies beginnt bei einer individuellen, ganzheitlichen Anlageberatung, welche alle Vermögensaspekte berücksichtigt. Die Umsetzung der Anlagestrategie basiert auf einer offenen Architektur, sei es in Bezug auf Asset Manager, Investment-Produkte und Execution- Broker. Natürlich bieten wir auch Asset-Pooling-Strukturen an, welche eine Vermögensverwaltung weiter optimieren können. Ein Portfolio Informations-System, welches alle vorhandenen Informationen zeitgerecht aggregiert und visualisiert, ist ein zentrales Instrument um die vorher fest-gelegte Strategie zu überwachen und je nach Marktsituation neu auszurichten. Die Möglichkeit, «alles aus einer Hand» beziehen zu können, ist ein wichtiger Differenzierungsfaktor – vorausgesetzt, das Angebot besteht aus frei wählbaren, modularen Bausteinen, die bei Bedarf vom Kunden abgerufen werden können.

Welche Dienstleistungen muss ein Angebot heute zwingend umfassen, um international tätigen Kunden den besten Service zu bieten?

Unsere Kunden sind global investiert und in verschiedenen Jurisdiktionen vertreten. Dadurch ist eine Multishore-Präsenz von besonderer Bedeutung. Wir investieren kontinuierlich in den Ausbau unserer globalen Standorte. Ausserhalb der Schweiz sind wir mit unseren Plattformen und Lösungen auch in Luxemburg, Deutschland, Hongkong und in Singapur mit lokalen Berater- Teams vertreten. Damit stellen wir sicher, dass unsere institutionellen wie auch unsere global agierenden privaten Kunden unsere Dienstleistungen in der jeweiligen Zeitzone beziehen können und dass sie vor Ort betreut werden. Auch im Bereich Cash Management Services baut UBS das internationale Angebot kontinuierlich aus, um Kunden einen lokalen Marktzugang und damit zahlreiche Vorteile zu ermöglichen. Zudem beinhaltet das Angebot auch umfangreiche Treasury-Lösungen, wie beispielsweise verschiedenste Pooling- Konzepte, diverse internationale Moneymarket Funds und auf den Kunden abgestimmte Reporting- Lösungen. Neben dem Zugang zu Partnern in diversen Jurisdiktionen runden Tax & Collateral Management das Angebot ab.

Wo sind die grössten regulatorischen Herausforderungen im Asset-Servicing-Geschäft, und wie meistern Sie diese mit und für Ihre Kunden?

Unsere Kunden wie Versicherungen, Pensionskassen, Asset Manager, Anlagefonds und Family Offices wie aber auch der Global Custodian sind mit einer Flut von Regulierungsänderungen konfrontiert. Dazu zählen unter anderem UCITS V, FATCA, FIDLEG, FinfraG und auch MIFID II, welche die gesamte Finanzindustrie und damit das Asset-Servicing- Geschäft erheblich beeinflussen. Herausforderungen erachten wir als Chance: Wir verfolgen Marktveränderungen konstant und setzen dabei auf einen engen Dialog mit unseren Kunden, um siezeitnah über sich abzeichnende Entwicklungen zu informieren und bedarfsgerechte Lösungen anzubieten. So können wir sowohl den Bedürfnissen unserer Kunden als auch den Vorschriften des jeweiligen Regulators Rechnung tragen.

Die Automatisierung und Digitalisierung der Finanzindustrie schreitet rasant voran. Wohin entwickelt sich die Rolle des Global Custodian und wie profitieren die Kunden davon?

UBS leistet Pionierarbeit und hat als erste globale Bank ein Innovationslabor im Level 39 eingerichtet, der grössten Ideenschmiede und gleichzeitig dem Tempomacher Europas im Fintech-Bereich (Finanztechnologie). Das allgemeine Interesse für Digitalisierung und auch die Dynamik wachsen. Neue Technologien und Software werden sich auf die Produktion wie auch auf den Vertrieb auswirken. Durch Kooperationen im Backoffice-Bereich wird die Leistungserstellung effektiver und effizienter gestaltet. An der Kundenschnittstelle bedeutet Digitalisierung Innovation, Transparenz und Simplifizierung. Dadurch wird sich das Verhalten wie auch die Erwartungen unserer Kunden ändern: Anliegen werden online erledigt, die Transformation von «Big Data» zu «Good Data» wird den Anlage-,Risiko-, Kosten- und Compliance-Prozess weiter optimieren. Der Global Custodian mutiert zum Informations- und Risikomanager, vom Service-Provider zum strategischen Partner.