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Negativzins: Wundermittel gegen Frankenstärke?

| Tags: Daniel Kalt

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat alle Hände voll zu tun, um die Frankenuntergrenze von 1.20 zum Euro zu verteidigen.

Seit kurzem denken ihr Präsident und andere Vertreter laut darüber nach, ob sie mit einem weiteren Griff tief in den Giftschrank der geldpolitischen Interventionen Anleger abschrecken kann, die in den sicheren Franken flüchten wollen. Eine dieser geldpolitischen Interventionen sind Negativzinsen. Bereits in den 70er Jahren hat die Schweiz solche Negativzinsen eingesetzt. Damals wurden ausländischen Geldanlagen im Schweizer Franken pro Quartal eine saftige Kommission von 10% aufgebrummt. Somit wurden einem Anleger pro Jahr rund 40% seiner Anlage im Franken wegbesteuert – das hat gewirkt. Bei einer anderen Variante würde die SNB die Gelder, welche die Banken bei ihr halten, mit einem Negativzins belegen. In der Folge würden die Banken dem Lohn- und Sparkontoinhaber wohl ebenfalls negative Zinsen verrechnen. Dies würde Inländer und Ausländer gleichermassen treffen. Eigentlich schon verrückt: Dann müssten wir für's Sparen sogar bezahlen. Wie wirksam Negativzinsen allerdings sind, darüber scheiden sich die Geister. Klar scheint, dass ein oder zwei Prozent pro Jahr wohl nicht reichen, um die Flucht in den Franken zu stoppen. Zudem würden die Anleger wohl einfach dem Negativzins auszuweichen versuchen, indem sie 1000er Frankennoten sammeln und horten. Bleibt abzuwarten, ob die SNB schon bald zu dieser stärkeren Medizin greifen muss.