
Die Anlegerinnen und Anleger sind zunehmend davon überzeugt, dass sich eine dauerhafte Beilegung des Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran abzeichnet. Meldungen über Waffenstillstände – zwischen den USA und dem Iran einerseits sowie Israel und dem Libanon andererseits – liessen einige Finanzmärkte wieder auf Vorkriegsniveaus klettern.
Der S&P 500 Index in den USA erklomm neue Höchststände. So hat der US-Leitindex kürzlich erstmals die Marke von 7000 Punkten geknackt. Ferner sind die Kennzahlen für erwartete Kursschwankungen, auch als Volatilität bekannt, gegenüber ihren Höchstständen zurückgegangen, wobei sich die implizite Volatilität der Aktien (ein Mass dafür, wie stark Aktienkurse nach Einschätzung der Finanzmärkte steigen oder fallen könnten) an den meisten massgeblichen Aktienmärkten wieder bei historischen Durchschnittswerten befindet.
Anleger sollten nach Instrumenten Ausschau halten, die ihnen dabei helfen, an ihren Aktienengagements festzuhalten oder Erträge zu erzielen. Zugleich könnten sie dabei Merkmale nutzen, mit denen sich potenzielle Verluste begrenzen lassen, sollten die Märkte erneut ins Wanken geraten.
Diese Art von Instrumenten, die als strukturierte Strategien bezeichnet werden, können Aktienanlegern helfen, die aktuell schwierige Phase zu meistern. Dabei können unterschiedliche Instrumente die Anleger in verschiedenen Umständen unterstützen, je nachdem, welches Marktszenario eintritt, wie sich die Aktienpositionierung der Anleger im Verhältnis zu ihren Finanzplänen gestaltet und wie hoch ihre Risikobereitschaft ist.
Strukturierte Strategien nutzen bestimmte Arten von Finanzinstrumenten, die als Derivate bezeichnet werden. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass Anleger vor einer Anlage die besonderen Merkmale und Eigenschaften von Derivaten verstehen, vor allem hinsichtlich der Frage, wie sich strukturierte Strategien in ein gut diversifiziertes Portfolio und einen umfassenderen Finanzplan integrieren lassen. Für einige Anleger gibt es eventuell wiederum Alternativen zu strukturierten Strategien, die ihren Zielen und ihrer Risikobereitschaft eher entsprechen.
Unterdessen bieten strukturierte Strategien Anlegern die Flexibilität und potenzielle Fähigkeit, ihr Aktienengagement entsprechend ihrem Marktausblick und ihrer Risikobereitschaft anzupassen.
Anleger, die sich zum Beispiel nicht sicher sind, dass die derzeitige Erholung dauerhaft ist, aber dennoch an einem Aktienengagement festhalten möchten, könnten Instrumente in Betracht ziehen, mit denen sich potenzielle Verluste ab diesem Zeitpunkt durch einen Put-Optionsschein unter Umständen begrenzen lassen. Bei dieser Art von Absicherungsgeschäft wird eine Put-Option (das Recht, aber nicht die Verpflichtung, ein Wertpapier zu einem vorab festgelegten Preis zu verkaufen) auf eine Aktie erworben, die sich bereits im Besitz des Anlegers befindet. Diese Strategie kann bei einer Kurskorrektur des Basiswerts Schutz vor Verlusten bieten.
Der Einsatz von Put-Optionsscheinen auf Aktien erfordert ein Bewusstsein für die damit einhergehenden Risiken und deren sorgfältiges Management. Wenn ein Anleger dieses Instrument auf ein Wertpapier oder einen Markt nutzt, den er bereits hält, lassen sich die Bedingungen an die Marktnachfrage anpassen, der maximale Verlust wird im Voraus quantifiziert und Anleger sind in der Regel keinen Nachschussforderungen ausgesetzt.
Anleger, die ihre Barmittel arbeiten lassen wollen, indem sie in Aktien investieren, weil sie im Verhältnis zu ihrem Anlageplan hier noch untergewichtet sind, könnten allerdings einen Marktrückgang befürchten. In diesem Fall können sogenannte Kapitalschutzzertifikate eine Alternative zur Direktinvestition in Aktien darstellen. Eine solche Investition kann helfen, potenzielle Verluste im Falle erneuter Schwankungen zu begrenzen.
Strukturierte Instrumente dieser Art kombinieren eine zinslose (Nullcoupon-)Anleihe – bei der das ursprünglich investierte Kapital bei Fälligkeit zurückgezahlt wird – mit Call-Optionen (einer Art von Finanzmarktderivat), die ein Engagement in Bezug auf eine potenzielle Wertsteigerung des Basiswerts bieten.
Kapitalschutzzertifikate können hinsichtlich der Anlagedauer, der Höhe der Verluste, die ein Anleger vermeiden möchte, und des Umfangs der potenziellen Gewinne, an denen ein Anleger im Falle einer positiven Entwicklung des Basiswerts partizipieren möchte, individuell ausgestaltet werden. Dies ermöglicht es den Anlegern, den Umfang des Kapitalschutzes und die Beteiligung an Marktgewinnen an ihre jeweiligen Bedürfnisse anzupassen.
Zu den Risiken dieser Art von Wertpapieren, die Anleger bereit und in der Lage sein müssen zu tragen, gehören das Emittentenausfallrisiko (das Risiko, dass der Emittent des Instruments seine Verpflichtungen gegenüber Anlegern nicht erfüllen kann), Liquiditätsbeschränkungen (eine eingeschränkte Möglichkeit, das Instrument in Phasen von Marktstress zu verkaufen) sowie die Notwendigkeit, das Zertifikat bis zur Endfälligkeit zu halten, damit allfällige Kapitalschutzmechanismen auch wirklich greifen (da ein Kapitalschutz erst bei Fälligkeit gewährleistet ist).
Unter Umständen haben Anleger auch ein Interesse daran, ihre Ertragsquellen im Portfolio zu diversifizieren. Anstatt auf weitere Kursgewinne zu setzen, könnten sie einen «Reverse Convertible» in Betracht ziehen, um in Bereichen des Aktienmarktes, in denen die implizite Volatilität unvermindert überdurchschnittlich hoch ist, Renditen zu erzielen.
Ein Reverse Convertible vereinigt eine Anleihe, die gewöhnliche Coupons zahlt, mit einer Put-Option, die es dem Emittenten ermöglicht, den Basiswert zu einem vorher festgelegten Ausübungskurs an den Anleger zu verkaufen. Wenn der Kurs des Vermögenswerts am Laufzeitende über dem Ausübungskurs liegt, erhält der Anleger seine ursprüngliche Anlage in bar und zusätzlich den Coupon zurück. Liegt er darunter, erhält er den Vermögenswert oder dessen Preis in bar, in der Regel zu einem Verlust.
Dieses Instrument kommt eventuell für Anleger in Betracht, die auf der Suche nach höheren Renditen sind, neue Quellen für eine stetige Cashflow-Generierung erschliessen möchten oder nach Gelegenheiten Ausschau halten, Aktien zu einem günstigeren Kurs zu erwerben.
Wenn der Ausübungskurs auf ein Niveau festgelegt wird, auf dem der Anleger kaufen möchte, kann er auf diese Weise unsichere Phasen «aussitzen» und den Vermögenswert möglicherweise zu einem Abschlag kaufen.
Die Risiken in Zusammenhang mit diesem Instrument beinhalten den Kapitalverlust, falls der Vermögenswert beträchtlich nachgibt, einen Zahlungsausfall des Emittenten, begrenzte Liquidität und intransparente Preise. Die Couponzahlungen können jedoch diese Risiken teilweise ausgleichen. Darüber hinaus hat das CIO Auswahltechniken entwickelt, die es Anlegern ermöglichen würden, Reverse Convertibles in ein gut diversifiziertes Portfolio zu integrieren.
Anleger sollten vorerst nicht mit einem einfachen Anlageumfeld rechnen. Das CIO geht wiederum davon aus, dass Aktien bis zum Jahresende erneute Kursgewinne verzeichnen werden. Unseres Erachtens müssen sich die Anleger jedoch der Tatsache stellen, dass der Weg dorthin möglicherweise holpriger sein wird als momentan an den Märkten eingepreist.