Einblicke in die Anlagestrategie Der Ausblick für Europas Aktienmärkte hellt sich auf

Die europäischen Aktienmärkte dürften sich in diesem Jahr dank der konjunkturellen Belebung, einer Erholung der Gewinne und anhaltender struktureller Trends gut entwickeln.

von Matthew Carter 25. Feb 2026

In den letzten Monaten waren die Schlagzeilen geprägt vom disruptiven Potenzial der künstlichen Intelligenz, von anhaltenden geopolitischen Spannungen und zuletzt von der Entscheidung des Obersten Gerichtshofs, US-Präsident Donald Trumps «gegenseitige» Zölle zu kippen. Diese globalen Themen sind zwar wichtig, können Anlegerinnen und Anleger aber leicht von einer erfreulicheren Entwicklung vor der eigenen Haustür ablenken: die zunehmende Besserung der Wirtschafts- und Marktaussichten für europäische Aktien.

Während sich die jüngste Volatilität etwas gelegt hat, sind die Argumente für europäische Aktien – insbesondere in der Eurozone – überzeugender geworden. Grund dafür ist die Kombination aus gesamtwirtschaftlicher Widerstandsfähigkeit, sektoralen Chancen und attraktiven Bewertungen.

Die europäische Wirtschaft zeigt klare Anzeichen einer Stabilisierung und Erholung. Nach einer schwierigen, von Energieschocks und schwacher Auslandsnachfrage geprägten Phase deuten die Frühindikatoren nun auf einen zunehmend breiteren Aufschwung hin. Die Realeinkommen dürften angesichts der nachlassenden Inflation steigen, und die hohen Ersparnisse der privaten Haushalte könnten für einen Ausgabenschub sorgen. Insbesondere die Fiskalpolitik in Deutschland dürfte sich in diesem und im nächsten Jahr ebenfalls zu einem stärkeren Wachstum im Land und in der Eurozone generell niederschlagen. Die Einschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB), dass sich die Geldpolitik «in einer guten Position» befindet, bedeutet Klarheit in Bezug auf die Zinsen, was einigen zinssensiblen Sektoren zugutekommen dürfte. Diese Faktoren legen den Grundstein für einen robusteren Wachstumskurs im Jahr 2026.

Die bessere Wirtschaftslage ist aber nur ein Teil der Wahrheit. Es gibt drei Hauptgründe, warum Aktien aus der Eurozone aus unserer Sicht im aktuellen Umfeld besonders hervorstechen:

Erstens dürften die Aktien der Eurozone von besseren Konjunkturaussichten gestützt werden, getragen von einem zunehmenden Vertrauen der Konsumenten und Unternehmen, mehr Klarheit in Sachen Handel und einer vorteilhaften Geld- und Finanzpolitik. Nach drei Jahren der Stagnation rechnen wir mit einem Anstieg der Gewinne um 7% im Jahr 2026 und 18% im Jahr 2027.

Zweitens sind die strukturellen Rahmenbedingungen unseres Erachtens so gut wie seit 15 Jahren nicht mehr. Dies ist auf einen gesünderen Bankensektor, bessere Investitionsaussichten, eine niedrige Verschuldung des Privatsektors, die Ausrichtung der Eurozone auf strukturelle Themen jenseits des Technologiesektors und das Potenzial für EU-Reformen zurückzuführen.

Drittens sind Aktien der Eurozone angemessen bewertet, ausgehend von unserer Prognose für die Gewinne sowie im Vergleich zu anderen Aktienmärkten.

Innerhalb der Eurozone gehören zu den Nutzniessern des strukturellen Wandels: IT-Unternehmen und die Industrie, die von Trends wie Elektrifizierung, Ausbau von Rechenzentren, Reshoring und Verteidigungsausgaben gestützt werden, sowie Versorgungsunternehmen, die vom steigenden Strombedarf und der Elektrifizierung profitieren. Viele dieser Sektoren weisen zudem attraktive Bewertungen auf. Zu den Marktsegmenten, die von der fiskalpolitischen Unterstützung und den klaren Zinsaussichten profitieren können, gehören: Banken, die sich über eine Gewinnbelebung, ein voraussichtliches Kreditwachstum und höhere Gebühreneinnahmen freuen können; deutsche Aktien, bei denen sich die trübe Stimmung durch ein Engagement in wachstumssensiblen Titeln und aufgrund der nationalen Haushaltspläne aufhellen kann; und Immobilien, die von niedrigeren Zinsen und einer Erholung der Immobilienpreise profitieren.

Anlegern im Nahen Osten und in Afrika, die auf der Suche nach internationaler ausgerichteten Ideen sind, bietet das Thema «führende europäische Unternehmen» Zugang zu Unternehmen in Europa, die von globalen Trends – wie künstliche Intelligenz, Energie und Ressourcen sowie Langlebigkeit – und den ehrgeizigen Strukturreformen Europas profitieren können.

Flexiblere Anleger interessieren sich unter Umständen auch dafür, inwiefern die jüngsten Ängste vor KI-bedingten Verwerfungen zu willkürlichen Verkäufen in Teilen des europäischen Aktienmarkts geführt haben, insbesondere bei Unternehmen, die als anfällig für die Automatisierung oder die Ablösung durch Software gelten. Viele dieser Unternehmen zeichnen sich nach wie vor durch starke Fundamentaldaten aus, die durch solide operative Kennzahlen untermauert werden. Infolgedessen hat die Volatilität der Aktienkurse zugenommen und einige solide Unternehmen mit einzigartig positiven Anlageperspektiven wurden abverkauft. Dies hat unserer Meinung nach für attraktive Einstiegspunkte bei bestimmten Unternehmen in den Bereichen Software, Unternehmensdienstleistungen, Medien/Internet sowie in einigen Industriesegmenten und dem Finanzdienstleistungssektor gesorgt.

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