Einblicke in die Anlagestrategie Wie sollten Anleger in der Region EMEA mit KI und Technologie umgehen?

Während sich die Märkte auf das disruptive Potenzial von künstlicher Intelligenz (KI) einstellen, sollten Anlegerinnen und Anleger in der Region EMEA nach unserem Dafürhalten über die gesamte KI-Wertschöpfungskette hinweg diversifizieren, ihre Portfolios neu gewichten und agil bleiben.

von Matthew Carter 18. Feb 2026

Künstliche Intelligenz sorgt weltweit für tiefgreifende Veränderungen in zahlreichen Branchen, wobei die jüngsten Umbrüche sowohl die Risiken als auch die Chancen für Anlegerinnen und Anleger verdeutlichen. In den letzten Wochen verzeichneten die US-Aktienmärkte markante Einbrüche in verschiedenen Sektoren – von Versicherungsmaklern über Immobiliendienstleister bis hin zu Logistikunternehmen. Ursache war die Reaktion der Anleger auf die zunehmenden Auswirkungen der KI und ihr positives Potenzial für einige Unternehmen, während sie für andere wiederum eine Bedrohung darstellt. Wenngleich die Auswirkungen auf einzelne Unternehmen noch nicht in vollem Umfang abzusehen sind, unterstreichen diese Entwicklungen das Potenzial der KI, Geschäftsmodelle zu transformieren, etablierte Unternehmen herauszufordern und neue Nutzniesser in der gesamten Weltwirtschaft hervorzubringen.

Was bedeutet das alles für Anleger in der Region EMEA? Die heimischen Aktienindizes in Europa, im Nahen Osten und in Afrika (EMEA) weisen im Vergleich zu den USA und China geringere Allokationen im Technologiesektor und ein begrenztes Engagement gegenüber der gesamten KI-Wertschöpfungskette auf. Da die KI aller Voraussicht nach einen wesentlichen Einfluss auf die langfristigen Aktienrenditen haben wird, dürfte es immer wichtiger werden, dieses Thema und damit verbundene Anlagen zu verstehen, um künftige Finanzziele zu erreichen.

Wir halten es für sinnvoll, inmitten des Marktrauschens über drei wesentliche Elemente nachzudenken und diese als Teil eines umfassenden Finanzplans zu berücksichtigen:

1. KI und US-Technologie sind nicht deckungsgleich. In Wirklichkeit entfällt nur in etwa ein Viertel der investierbaren Aktien mit KI-basierter Wertschöpfung auf den US-amerikanischen IT-Sektor. Der Rest verteilt sich auf andere US-Sektoren – wie Kommunikationsdienstleistungen, Nicht-Basiskonsumgüter, Finanzdienstleistungen und Industrie – sowie auf Märkte ausserhalb der USA. So sind Taiwan und Südkorea führend in der Chip- und Speicherherstellung. Japan macht Fortschritte in den Bereichen Robotik und Automatisierung. Und Europa verfügt über eigene, weltweit führende Halbleiter- und Zahlungsverkehrsunternehmen. Unterdessen beschleunigt Festlandchina seine Investitionen und Innovationen im KI-Bereich. Seine grössten Internetunternehmen integrieren KI in profitable Geschäftsmodelle und die Regierung unterstützt die heimische Chip-Produktion. Folglich geht ein rein auf US-Technologieunternehmen fokussierter Ansatz mit dem Risiko einher, sich künftiges Wachstumspotenzial entgehen zu lassen. Darüber hinaus kann ein solcher Ansatz zu unbeabsichtigten Risiken in Zusammenhang mit einer zu grossen Position in einzelnen Vermögenswerten führen, auch bekannt als «Konzentrationsrisiko».

Zwar haben wir unlängst unsere Einschätzung von US-Technologieaktien auf «Neutral» herabgestuft, doch sollten Anleger in der Region EMEA und darüber hinaus dies unserer Ansicht nach am besten als eine Art Neugewichtung erachten, mit der wir unsere Präferenz für ein Engagement in KI bestätigen. Zu diesem Zweck streben wir ein diversifiziertes Portfolio von Positionen in Unternehmen entlang der gesamten KI-Wertschöpfungskette an, einschliesslich Infrastruktur, Plattformen und Anwendungen, und zwar sowohl in Industrie- als auch in Schwellenländern.

2. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um sich neu aufzustellen und neue Ideen in Erwägung zu ziehen. Das globale Rennen um die Kommerzialisierung humanoider Roboter ist hierfür ein typisches Beispiel: Im Jahr 2025 stieg die Zahl ausgelieferter humanoider Roboter im Vergleich zum Vorjahr um fast 500% und die weltweiten Investitionen in private Unternehmen, die humanoide Roboter entwickeln und herstellen, erreichten USD 5,2 Mrd. – ein Anstieg von mehr als 200% im Vorjahresvergleich. Unseres Erachtens ist dieses gestiegene Interesse auf Durchbrüche in KI und Automatisierung, auf den Arbeitskräftemangel und auf Reshoring-Trends zurückzuführen. Anleger in der Region EMEA sollten Chancen über traditionelle Technologien hinaus erwägen, etwa in Robotik, die KI als integralen Bestandteil ihrer Funktionsweise nutzt (die sogenannte «verkörperte künstliche Intelligenz»), sowie im Bereich modernster Fahrassistenzsysteme und Automatisierung, wo Fortschritte in der KI neue Wachstumspfade eröffnen.

3. Diversifikation ist in einem sich schnell wandelnden Umfeld von ausschlaggebender Bedeutung. In Anbetracht des Tempos und Ausmasses der durch die KI vorangetriebenen Veränderungen sollten Anleger in der Region EMEA eher flexibel bleiben, als stillzustehen. Die Anwendung eines dynamischen, risikogesteuerten Anlageprozesses kann dabei helfen, mit Disruption umzugehen und zugleich die langfristigen finanziellen Ziele im Blick zu behalten. Für Anleger, die lediglich ein begrenztes KI-Engagement aufweisen, haben wir Unternehmen identifiziert, die uns am besten positioniert scheinen, um von KI zu profitieren. Breiter angelegte, indexbasierte Strategien können zwar für Diversifikation sorgen, bergen allerdings auch das Risiko, dass die wachsende Kluft zwischen KI-Vorreitern und -Nachzüglern übersehen wird. Neben der regelmässigen Neugewichtung ihres Portfolios könnten einige Anleger in der Region EMEA Instrumente in Betracht ziehen, mit denen sie bei Marktrückgängen KI-Positionen aufbauen oder an weiteren KI-getriebenen Gewinnen teilhaben und gleichzeitig das Risiko weiterer Verluste steuern können.

KI transformiert das Wettbewerbsumfeld ganzer Branchen und Regionen. Unseres Erachtens ist es für Anleger in dieser Region an der Zeit, einen diversifizierten, zukunftsorientierten Ansatz zu verfolgen, der das gesamte Spektrum des KI-getriebenen Wachstums abdeckt.

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