Das CIO ist nach wie vor überzeugt, dass ein diversifiziertes Portfolio mit Aktien, Anleihen und alternativen Anlagen auf längere Sicht die beste Möglichkeit von Anlegerinnen und Anlegern ist, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Kapitalzuwächsen und Kapitalerhalt zu erreichen. (UBS)

Nach Ansicht des CIO ist eine Kernposition in einem ausgewogenen Portfolio für Anleger die wirksamste Methode, ihr Vermögen zu erhalten und im Laufe der Zeit zu vermehren.


Welche Vorteile hat ein ausgewogenes Portfolio gegenwärtig?


Erstens rechnen wir mit weiterem Abwärtspotenzial für die Anleihenrenditen und Aufwärtspotenzial für die Aktienmärkte. In unseren Basis- und positiven Szenarios erkennen wir ein Aufwärtspotenzial für ausgewogene Portfolios im nächsten Jahr. Teile des US-Aktienmarktes sind zwar teuer, doch die meisten globalen Märkte sind unserer Meinung nach nicht überbewertet und wir rechnen in allen Regionen mit einem positiven Gewinnwachstum.


In unserem Basisszenario erwarten wir, dass ein Portfolio aus 60% globalen Aktien und 40% 10-jährigen US-Treasuries eine potenzielle Rendite von 8,1% abwerfen könnte. Im positiven Szenario könnte der Gesamtertrag auf 10,7% steigen. In einem negativen Szenario würden wir erwarten, dass gute Erträge aus Anleihen negative Entwicklungen am Aktienmarkt teilweise abfangen. Dadurch könnte der Portfolioverlust potenziell auf 3,4% begrenzt werden.


Zweitens kann das Halten einer disziplinierten und ausgewogenen Allokation in einem breiten Spektrum von Unternehmen, Sektoren und Anlageklassen einen stetigen Aufwärtstrend selbst dann unterstützen, wenn Marktnarrative schwanken und sich verändern. Im Gegensatz dazu gehen Anleger mit einem konzentrierten Engagement in einzelnen Anlageklassen das Risiko einer höheren Volatilität ein. Anleger, die versuchen, zwischen Anlageklassen hin- und herzuwechseln, könnten wiederum «ins Schleudern» geraten.


Drittens verdeutlichte der Rückgang der Zinserwartungen in den letzten Monaten sehr eindrücklich, dass eine zu hohe Barposition ein potenzielles Wiederanlagerisiko darstellt. Da die Zinssätze im nächsten Jahr fallen dürften, möglicherweise sogar stark, müssen Anleger eine Möglichkeit finden, in Vermögenswerte mit längerer Duration zu investieren. Den richtigen Zeitpunkt für den Einstieg abzupassen, ist jedoch schwierig. Ausgewogene Portfolios und Ansätze für einen schrittweisen Markteinstieg können das Markttiming-Risiko im Vergleich zu dem Versuch reduzieren, alles auf einmal entweder in Aktien oder Anleihen anzulegen.


Viertens ist es nach der starken Rally der traditionellen Aktien- und Anleihenindizes wichtiger geworden, dass Anleger alternative Renditequellen erschliessen. Mit einem ausgewogenen Portfolio, das einen Mix aus passiven und aktiven Fonds sowie eine Allokation in alternativen Anlagen umfasst (einschliesslich Hedge Funds, Privatmarktfonds und Risk-Parity-Strategien) können Anleger ein breiteres Renditespektrum nutzen.


Fünftens besteht angesichts der starken Ausschläge an den Aktien- sowie Anleihenmärkten und der Möglichkeit einer zusätzlichen Volatilität in den kommenden Monaten, wenn die Märkte zwischen potenziellen Szenarien hin- und herschwanken, eine grössere Wahrscheinlichkeit, durch disziplinierte Neugewichtungen die Portfolioperformance zu verbessern. Vanguard Research schätzt zum Beispiel, dass eine Neugewichtung die annualisierte Gesamtrendite eines Portfolios aus 60% Aktien und 40% Anleihen um rund 14 Basispunkte verbessern und zugleich das erwartete Risiko des Portfolios reduzieren kann.


Nicht zuletzt sind wir überzeugt, dass ein diversifiziertes Portfolio mit Aktien, Anleihen und alternativen Anlagen auf längere Sicht die beste Möglichkeit für Anleger ist, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Kapitalzuwächsen und Kapitalerhalt zu erreichen. Im Rahmen unserer Kapitalmarktannahmen, denen wir die erwartete Gleichgewichtsrendite zugrunde legen, schätzen wir, dass ein Portfolio aus 45% Aktien, 35% Anleihen und 20% alternativen Anlagen längerfristig eine Rendite von rund 5% über der Rendite von Barpositionen erzielen könnte (mit einer annualisierten Standardabweichung von rund 9%). Über einen Zeitraum von 20 bis 30 Jahren ergäbe sich damit eine erwartete Gesamtrendite in Höhe des 2,7- bis 4,3-Fachen einer Barposition.


Wesentliche Beiträge von: Mark Haefele, Mark Andersen, Jason Draho, Kiran Ganesh, David Lefkowitz, Frederick Mellors, Dominic Schnider und Dirk Effenberger


Lesen Sie den Originalbericht: Year Ahead 2024: Szenario-Update, 5. Januar 2024.