Das Bevölkerungswachstum ist ein langfristiger Treiber von vielen unserer längerfristigen Anlagethemen. (Shutterstock)

Wie viele Menschen auf unserem Planeten leben, lässt sich weder einfach noch präzise berechnen. Die Vereinten Nationen (UN) schätzen jedoch, dass die Weltbevölkerung in dieser Woche die Marke von acht Milliarden Menschen erreicht hat – nur etwa zwölf Jahre, nachdem sie die 7-Milliarden-Schwelle übersprang. Laut UN sei dieser «Meilenstein in der menschlichen Entwicklung» auch Verbesserungen in der öffentlichen Gesundheit, Ernährung, Hygiene und Medizin zu verdanken.


UN-Vertreter warnten aber auch vor den Herausforderungen, die eine wachsende Bevölkerung mit sich bringt, von der Belastung der Ressourcen bis hin zu Umweltschäden. Nach Prognosen der UN wird die Weltbevölkerung bis 2050 auf 9,7 Milliarden Menschen anwachsen, sodass diese Herausforderungen auch in den kommenden Jahrzehnten noch immer bestehen dürften.


Der Mensch ist aber recht gut darin, Wege zu finden, wie er mit weniger mehr erreichen kann, und Lösungen zur Steigerung der Produktivität und Effizienz zu entwickeln. Dieses Streben dürfte unserer Ansicht nach auf lange Sicht vielfältige Anlagemöglichkeiten hervorbringen, von denen viele mit den Zielen für nachhaltige Entwicklung der UN im Einklang stehen:


Um in einer Zeit der steigenden Ernährungsunsicherheit eine wachsende Bevölkerung zu ernähren, bedarf es Investitionen in alle Segmente der Versorgungskette für Nahrungsmittel. Dies spricht unseres Erachtens für Aktien von Unternehmen, die Lösungen zur Steigerung der Agrarerträge bei gleichzeitiger Verringerung von Umweltschäden, zur Einsparung von Wasser und zur Anpassung an den Klimawandel anbieten. Unternehmen dürften zunehmend für die Steigerung der Produktionseffizienz und die Verringerung der Gesamtemissionen belohnt werden. Bleibt der Verbrauch von flächenintensiven Nahrungsmitteln wie tierischem Eiweiss so hoch wie aktuell, müsste die Nahrungsmittelproduktion laut Prognosen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UN um rund 50% bis 60% gesteigert werden. Versuche, die Effizienz entlang der Versorgungskette für Nahrungsmittel zu steigern, werden zu Chancen in Bereichen wie intelligenten Agrartechnologien, alternativen Proteinen und der Logistik führen.


Die Investitionen in Energieeffizienz- und Greentech-Lösungen dürften steigen, angetrieben von der Notwendigkeit, den Energiebedarf einer wachsenden und vermehrt in Städten lebenden Bevölkerung trotz der grösseren Versorgungsunsicherheit zu decken. Mit effektiven Lösungen zur Steigerung der Energieeffizienz können die Endnutzer ihren Strombedarf verringern; dadurch sinken die CO2 -Emissionen und Ressourcen werden eingespart. Wir erkennen Spielraum für Investitionen zur Verbesserung der Energieeffizienz in Gebäuden, industriellen Prozessen, der IT und im Transport. Wir erwarten auch, dass Unternehmen mit Lösungen im Bereich der erneuerbaren Energien in den nächsten Jahren eine steigende Nachfrage verzeichnen werden. Dies unterstützt unser langfristiges Anlagethema «Saubere Luft und CO2-Reduktion».


Die dynamische Entwicklung hin zur Kreislaufwirtschaft wird sich unseres Erachtens beschleunigen. Das aktuelle Niveau des Konsums verschlingt nach Angaben des Weltwirtschaftsrats für Nachhaltige Entwicklung die ökologischen Ressourcen von 2,3 Planeten der Grösse der Erde – und Bevölkerungswachstum verschärft das Problem weiter, weil mehr Waren gekauft, konsumiert und entsorgt werden. Eine Kombination aus strengeren Vorschriften, veränderten Konsumentenpräferenzen, Ressourcenknappheit und technologischen Innovationen beschleunigt jedoch die Entwicklung hin zur Kreislaufwirtschaft, die weniger natürliche Ressourcen verbraucht und die Produktnutzungsdauer durch Reparatur und Wiederverwendung verlängert. Schreitet dieser Wandel weiter voran, erkennen wir einige Anlagemöglichkeiten in Bereichen wie der Abfallwirtschaft (zum Beispiel Recycling) bis hin zur Wertschöpfungskette bei Kunststoffen.


Deshalb erwarten wir, dass das Bevölkerungswachstum einige unserer längerfristigen Anlagethemen stützen wird. In diesem Artikel haben wir uns auf Bereiche konzentriert, die eine Verbesserung der Ressourceneffizienz anstreben. Allerdings spielen auch Bereiche wie Bildung, Gesundheit und Infrastrukturentwicklung – insbesondere in den Schwellenländern – eine wichtige Rolle bei der Erfüllung der Bedürfnisse einer wachsenden Bevölkerung. Mehr über unsere längerfristigen Anlagethemen erfahren Sie hier.


Wesentliche Beiträge von: Alexander Stiehler, Michelle Laliberte, Alison Parums