• Der Mangel an privaten Finanzmitteln stellt ein bedeutendes Risiko für das Erreichen der UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) dar, wie UBS in einem in Davos publizierten Whitepaper warnt.
  • UBS fordert den Finanzsektor auf, individuellere Anlagemöglichkeiten zu schaffen, mehr Anleihen von multilateralen Förderbanken (MDB) einzusetzen und einfachere, einheitlichere Nachhaltigkeitsdaten und -begriffe zu verwenden.
  • UBS meldet signifikante Fortschritte bei der Erfüllung ihrer am Weltwirtschaftsforum (WEF) 2017 abgegebenen Zusicherung, USD 5 Mrd. für Impact Investments zu mobilisieren. Erfüllt wurden ausserdem die am WEF 2018 gemachten Zusicherungen, einschliesslich der Lancierung der ersten 100% nachhaltigen anlageklassenübergreifenden Lösung der Branche und der Entwicklung von Benchmarks für MDB Anleihen.

Zürich, 21. Januar 2019 – Anleger sind gerne bereit, ihr Geld zur Unterstützung von ESG-Anliegen (Umwelt, Soziales und Unternehmensführung) arbeiten zu lassen, aber nur, wenn Finanzunternehmen sehr individuell zugeschnittene Optionen anbieten, die es ihnen ermöglichen, dem Investment ihren persönlichen Stempel aufzudrücken, wie UBS, der weltgrösste Vermögensverwalter1, heute erklärte. In einem bedeutenden Schritt zur Personalisierung nachhaltiger Anlagen kündigte UBS die Lancierung eines Pilotprogramms an, bei dem die Anlagen auf die Werte abgestimmt werden, die den Kunden am meisten am Herzen liegen.

Insbesondere gibt dieses Pilotprojekt Anlegern die Möglichkeit, zu bewerten, wie viel ihnen spezifische ESG-Faktoren, wie Klimawandel oder Wasser, bedeuten, ihre Präferenzen in einer individuellen Nachhaltigkeitsbewertung auszudrücken und das Ergebnis mit über 20 000 Aktien und Anleihen mit ESG-Rating zu vergleichen, um die geeignetste Anlage zu finden. Dies ist eine wichtige Neuerung im Vergleich zu Einheitslösungen für nachhaltiges Investieren, denn jedes Wertpapier wird nach sieben ESG-Kriterien bewertet. Dadurch lässt sich besser beurteilen, wie Anlageinstrumente gemessen an denjenigen Nachhaltigkeitskriterien abschneiden, die den potenziellen Käufern besonders am Herzen liegen. Das Pilotprojekt startet im 1. Quartal 2019.

Die Vereinten Nationen haben dazu aufgerufen, mehr Finanzmittel aus dem Privatsektor zur Unterstützung ihrer Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) zu mobilisieren, die darauf ausgelegt sind, die grössten Probleme der Menschheit und der Umwelt bis 2030 anzupacken. Es zeichnet sich jedoch ab, dass es der Welt nicht zu gelingen scheint, die zusätzlichen Mittel von schätzungsweise USD 2 bis 7 Bio. pro Jahr aufzubringen, die zur Lösung dieser Probleme nötig sind, erklärte UBS in einem heute publizierten Whitepaper unter dem Titel «Awareness, simplification, and contribution». Darin ruft die Bank zugleich zu mehr gemeinsamen Bemühungen zur Mobilisierung von privaten Vermögen für das allgemeine Wohl auf.

Axel Weber, der Verwaltungsratspräsident von UBS, der das Papier beim jährlichen Weltwirtschaftsforum in Davos präsentierte, erklärte: «Bei UBS sind wir der Ansicht, dass wir Lösungen anbieten müssen, die das Bewusstsein für Nachhaltigkeit schärfen und persönliche Präferenzen für nachhaltige Anlagen berücksichtigen. Nur so kann die weltweite Gemeinschaft dazu beitragen, dass die Ziele der Vereinten Nationen auch erreicht werden.»

Sergio P. Ermotti, Group CEO von UBS, fügte hinzu: «UBS unternimmt Schritte, um unseren Vorsprung bei nachhaltigen Investitionen weiter auszubauen. Den Kunden sind die sozialen und ökologischen Auswirkungen ihrer Anlagen definitiv wichtig, und sie sollten in ihrem Bestreben nach finanziellen Erträgen keine Kompromisse machen müssen, um diese Ziele zu erreichen. Jetzt machen wir es ihnen leichter, diejenigen Anlagen zu wählen, die ihre Prioritäten am besten unterstützen.»

Das UBS-Papier ist die dritte tiefgreifende Analyse, die in Davos vorgestellt wurde, und zeigt politischen Entscheidungsträgern, Anlegern und dem Finanzsektor detaillierte Lösungen für die Erreichung der SDGs auf. Die Lösungen umfassen die Vereinfachung und Standardisierung von Definitionen und Messungen und den individuellen Zuschnitt von Investitionen auf die persönlichen Interessen der Anleger. Sie beinhalten aber auch die Schärfung des öffentlichen Bewusstseins, dass Privatanleger einen Unterschied bewirken können, indem sie ihre Ersparnisse rentabel zur Unterstützung einer guten Sache arbeiten lassen.

«Trotz der erzielten Fortschritte ist deutlich geworden, dass die traditionellen Ansätze für ökologische und soziale Investments nicht ausreichen», erklärte Mark Haefele, Chief Investment Officer bei UBS Global Wealth Management. «Die Menschen interessieren sich weniger für allgemeine Themen, als für spezielle Anliegen, die ihnen wichtig sind. Sie möchten bei Dingen, für die sie leidenschaftlich eintreten, ein persönliches Zeichen setzen, sei es bei der Beseitigung der Armut, der Gleichstellung der Geschlechter oder bei einem der anderen UN-Ziele, die ihnen am Herzen liegen. Deshalb schlagen wir neue Lösungen für spezifische Probleme vor.»

Das UBS-Whitepaper erhielt breite Unterstützung von führenden Persönlichkeiten im Finanzwesen, in der Philanthropie und der Geschäftswelt. Jim Yong Kim, der Präsident der Weltbankgruppe, Robert Kapito, der Präsident und Mitgründer von BlackRock, Paul Polman, der ehemalige CEO von Unilever, und Sunny Varkey, der Gründer von GEMS Education und Stifter des mit USD 1 Mio. dotierten, jährlich vergebenen Weltlehrerpreises, bekräftigten die in dem Papier enthaltenen Aufforderungen zur Bewusstmachung der UN-Ziele, zur Schaffung gemeinsamer Standards und zur Anregung zu individuellen Beiträgen.

Robert Kapito von BlackRock betonte in seinem Beitrag: «Wir müssen unseren Kunden ein möglichst klares Bild der Auswirkungen nachhaltiger Investments bieten. Deshalb glauben wir, dass wir umfassendere Offenlegungen benötigen, um den Anlegern zu ermöglichen, besser informierte Entscheidungen zu treffen. Aus diesem Grund konzentrieren wir uns auf die Verbesserung der Daten für die Anleger, damit diese besser verstehen können, wie und warum Nachhaltigkeitsfaktoren die Renditen beeinflussen.»

Nach ihrem 2017 abgegebenen Versprechen, in den nächsten fünf Jahren USD 5 Mrd. für Impact Investments zu mobilisieren, war UBS ein Vorreiter bei der Entwicklung neuer, beispielhafter Lösungen für nachhaltige und wirkungsvolle Investitionen. Dazu zählte unter anderem die Zusammenarbeit mit Solactive bei der Entwicklung festverzinslicher Benchmarks, die Finanzrenditen, Risiken und Nachhaltigkeitsparameter definieren. Ein weiterer Schritt war die Lancierung von Align172, einer innovativen digitalen Plattform, die vermögende Privatinvestoren effizient mit Lösungen im Bereich Impact Investing zusammenbringt. Kapitalbeschaffungen für verschiedene Privatmarkt-Impact-Fonds haben bereits mehrere Millionen US-Dollar für gemeinnützige Zwecke bereitgestellt, unter anderem auch für akademische Forschungsprojekte. Schliesslich entwickelte und lancierte UBS die erste 100% nachhaltige anlageklassenübergreifende Lösung. Diese seit dem Jahr 2018 für Privatkunden zugängliche Lösung hat trotz des schwierigen Umfelds für Finanzanlagen im letzten Jahr bereits Investitionen von CHF 3,9 Mrd. angezogen.

«Wenn Anleger versuchen, eine Investition zu finden, die dazu beiträgt, einige der Probleme zu lösen, die ihnen am meisten am Herzen liegen, sind sie oft mit einer verwirrenden und widersprüchlichen Fülle von Daten, Definitionen und Begriffen konfrontiert», erläuterte Simon Smiles, Chief Investment Officer UHNW bei UBS Global Wealth Management und ein Young Global Leader beim Weltwirtschaftsforum. «Wir müssen dies einfacher machen, indem wir die Nachhaltigkeitskriterien weltweit vereinfachen und standardisieren.»

Die wichtigsten, in dem Papier aufgezeigten Lösungen (vollständiger Text unter ubs.com/wef2019):

  1. Abstimmung von Investitionen mit persönlichen Nachhaltigkeitsinteressen, Unterstützung der Anleger bei der Erreichung ihrer finanziellen Ziele und bei ihren Bestrebungen, bestimmte soziale und ökologische Probleme anzugehen, die ihnen besonders am Herzen liegen.
  2. Vereinfachung und Standardisierung der Publikation von Nachhaltigkeitsdaten durch Unternehmen. Das Papier unterstützt die Initiative des Weltwirtschaftsforums zum Aufbau eines effektiven Ökosystems für ESG als ersten Schritt zu einheitlichen Mindeststandards für Offenlegungen, um die Transparenz von Nachhaltigkeitsberichten zu verbessern.
  3. Verständliche und einheitliche Definition und Messung von Impact Investments. Die Arbeit der Internationalen Finanz-Corporation (IFC) zur Entwicklung von einheitlichen Impact-Management-Standards ist nach Ansicht von UBS am besten geeignet, diese Aufgabe zu erfüllen. UBS fordert die Weltbankgruppe auf, diese Kriterien offiziell als ihre eigenen zu bestätigen und sie entsprechend zu bezeichnen.
  4. Klar verständliche einheitliche Namensgebung für nachhaltige Anlagestrategien, damit sie allgemein verstanden und umgesetzt werden können.
  5. Nutzung von öffentlich gehandelten Strategien in traditionellen Portfolios, mit Fokus auf eine mit dem Markt vergleichbare Performance und tatsächliche positive Auswirkungen auf die Gesellschaft und die Umwelt.
  6. Einführung einer wahrhaft 100% nachhaltigen Vermögensallokation, die darauf ausgelegt ist, attraktive Renditen zu erzielen, und nachprüfbare positive Auswirkungen zu erreichen. Ein 100% nachhaltiges anlageklassenübergreifendes Portfolio schafft die Grundlage, die es Stiftungen, die derzeit nicht nachhaltig investieren, ermöglicht, ihre Aktivitäten auf ihre Werte abzustimmen.
  7. Gestaltung von philanthropischen Aktivitäten als ein kollektives und kollaboratives anstatt eines konkurrierenden Unterfangens. Dieses Ziel wird von der UBS Optimus Foundation nachdrücklich unterstützt und gefördert.
  8. Bewusstmachungskampagnen zur Verbesserung des Wissens um die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung.

 

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