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UBS: Konzernresultat per 30. September 1998

Quarterly Results

Das Konzernergebnis vor Steuern nahm gegenüber dem konsolidierten Neunmonatsresultat 1997 um 30% auf CHF 3'465 Millionen ab. Der Reingewinn nach Steuern und Minderheiten verringerte sich infolge verschiedener negativer Komponenten mit ausserordentlichem Charakter im dritten Quartal um CHF 911 Millionen auf CHF 2'600 Millionen (-32%), was einem Gewinn pro Aktie von CHF 12.20 entspricht. Unter der Voraussetzung, dass sich der in den letzten Wochen stablisierende Trend auf den internationalen Finanzmärkten fortsetzt, erwartet die UBS ein positives viertes Quartal. Das Ergebnis für das Gesamtjahr 1998 dürfte dennoch unter dem Reingewinn des ersten Halbjahres liegen.

Der Reingewinn nach Steuern und Minderheiten wurde massgeblich vom Verkauf der BSI-Banca della Svizzera Italiana, der Bildung einer Rückstellung im Zusammenhang mit dem erzielten, aussergerichtlichen Vergleich in den USA, den Verlusten aus dem Engagement der UBS an der Long Term Capital Management (LTCM) sowie Verlusten auf den vor der Fusion eingegangenen Aktienderivat-Positionen beeinflusst.

Detailergebnisse der Finanzrechnung

Der Geschäftsertrag nahm im Vergleich zum Neunmonatsergebnis 1997 um 12% auf CHF 16'619 Millionen ab. Der Erfolg im Zinsengeschäft reduzierte sich um 4% auf CHF 4'954 Millionen. Während einerseits aus der Volumenzunahme bei Festzinshypotheken höhere Erträge resultierten, erfolgten andererseits Erlösminderungen aufgrund der Verkäufe der Banken Prokredit und Aufina, abnehmender Volumina bei variablen Hypotheken sowie niedrigerer Zinserträge auf den Eigenen Mitteln. Die Wertberichtigungen für Kreditrisiken reduzierten sich um 54% auf CHF 464 Millionen. Der Grund liegt darin, dass über bestehende, früher gebildete Rückstellungen im Umfang von CHF 1'932 Millionen die notwendigen Wertberichtigungen und Abschreibungen von CHF 2'396 Millionen zu einem grossen Teil gedeckt waren. Von diesem Betrag entfallen CHF 1'537 Millionen auf Wertberichtigungen und Abschreibungen in der Schweiz. Der Rest dient zur Abdeckung von erhöhten Gegenpartei- und Länderrisiken in Russland, Indonesien, Südkorea und Lateinamerika.

Der Erfolg im Dienstleistungs- und Kommissionsgeschäft, welcher in der Vergleichsperiode um 8% auf CHF 9'702 Millionen zunahm, bildete mit einem Anteil von 58% an den Gesamterträgen den wichtisgten Ertragspfeiler der UBS. Infolge der Reduktion des UBS-Engagements in den Emerging Markets nahm der Kommissionsertrag aus dem Kreditgeschäft um 21% ab. Die Courtagen reduzierten sich in der Vergleichsperiode um 6%. Die Einnahmen aus dem Emissionsgeschäft und Corporate Finance erhöhten sich um 12%, was vor allem auf die erst im September 1997 konsolidierte Akquisition von Dillon Read zurückzuführen ist. Erfreulich entwickelten sich die Kommissionen aus dem Vermögensverwaltungsgeschäft (+20%), die Depotgebühren (+18%) sowie die Erträge der UBS-Fonds Gesellschaften (+61%).

Der Handelserfolg fiel um 87% auf CHF 598 Millionen. Die Erträge im Handel in Zinsprodukten (Obligationen und übrige Zinsinstrumente), welche aufgrund der Konsolidierung der Handelspositionen bereits im ersten Semester 1998 abgenommen hatten, wurden im dritten Quartal durch eine Abschreibung im Zusammenhang mit dem UBS-Engagement an der LTCM im Umfang von CHF 790 Millionen sowie durch Verluste im Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren in den Emerging Markets belastet. Die Erträge in Beteiligungspapieren litten unter den aussergewöhnlichen Volatilitäten der Aktienmärkte. Dies führte in den ersten neun Monaten 1998 zu Bewertungskorrekturen auf Aktienderivaten von CHF 1'010 Millionen. Im Umfeld einer weiteren Stabilisierung der internationalen Finanzmärkte erwartet die UBS, dass sich ein bedeutender Anteil dieser nicht realisierten Verluste zurückbilden wird.

Der Übrige Erfolg erhöhte sich gegenüber dem Neunmonatsergebnis 1997 um 69% auf CHF 1'829 Millionen. Ohne den Gewinn vor Steuern von CHF 1'035 Millionen aus dem Verkauf der BSI-Banca della Svizzera Italiana, hätte der Übrige Erfolg um 27% abgenommen, was auf die Abschreibung des Beteiligungsengagements der UBS an der LTCM zurückzuführen ist.

Der Geschäftsaufwand nahm um 5% auf CHF 13'154 Millionen ab. Der Personalaufwand reduzierte sich aufgrund der Abnahme des Personalbestandes sowie dem Rückgang der erfolgsabhängigen Zahlungen um 17% auf CHF 7'205 Millionen. Der Personalbestand im Konzern sank seit Ende 1997 um 6'629 auf 48'547, wobei ein Teil des Personalrückgangs auf die Verkäufe von Tochtergesellschaften entfällt. Der Sachaufwand erhöhte sich um 19% auf CHF 4'606 Millionen. Der Anstieg entfällt grösstenteils auf die Rückstellung von CHF 570 Millionen, welche im Zusammenhang mit der erzielten Vergleichsvereinbarung in den USA gebildet wurde. Die Abschreibungen erhöhten sich gegenüber der Vergleichsperiode leicht auf CHF 1'343 Millionen (+2,5%). Das Aufwand/Ertragsverhältnis stieg von 69,9% auf 77%.

Stand Restrukturierungsrückstellung

Von der fusionsbedingten und im Geschäftsjahr 1997 verbuchten Restrukturierungsrückstellung von CHF 7 Milliarden wurden bis Ende September 1998 CHF 2'386 Millionen vor allem für Personalmassnahmen (grösstenteils ausserhalb der Schweiz) und IT-Integrationskosten. verwendet.

Qualität des Kreditportfolios

Die als Problemkredite eingestuften Forderungen reduzierten sich gegenüber Ende 1997 um CHF 1'264 Millionen auf CHF 15'400 Millionen. Davon waren per Ende September 1998 CHF 13'569 Millionen zurückgestellt, was einem Rückstellungsgrad von rund 88% entspricht. Vom gesamten UBS Kreditportfolio von rund CHF 352 Milliarden wurden 4,4% als notleidende Kredite klassifiziert.

Ergebnis in den fünf Kerngeschäften

Der Unternehmensbereich Private Banking erzielte in den ersten 9 Monaten 1998 inklusive dem Verkaufserlös der BSI-Banca della Svizzera Italiana einen Gewinn vor Steuern von CHF 4'165 Millionen (110% des 1997er Jahesresultats vor Steuern). Die von UBS Private Banking verwalteten Vermögen stiegen in der Berichtsperiode um 2,5% auf CHF 587 Milliarden an. Die gegenüber dem ersten Halbjahr 1998 erfolgte Abnahme der verwalteten Vermögen um CHF 185 Milliarden hängt zu einem kleineren Teil mit Wertverminderungen, zu einem grösseren Teil mit dem Segmentierungsprozess in der Schweiz zusammen; dieser führte zu einem Transfer von Kundenportefeuilles von UBS Private Banking zum Unternehmensbereich Privat- und Firmenkunden im Umfang von CHF 111 Milliarden. Ohne Berücksichtigung des BSI-Einflusses im ersten Semester 1998 sowie des Kundentransfers, verzeichnete UBS Private Banking im dritten Quartal trotz schwieriger Marktbedingungen eine gegenüber den beiden Vorquartalen stabile Ertragsentwicklung. Die Kosten nahmen im dritten Quartal aufgrund der Verkäufe der Tochtergesellschaften BSI-Banca della Svizzera Italiana, Adler & Co. AG und Cantrade Banca Privata Lugano SA sowie des Kundentransfers markant ab.

Die im Kerngeschäft Investment Banking tätige Division Warburg Dillon Read verzeichnete im Neunmonatsergebnis 1998 einen Verlust vor Steuern von CHF 1'230 Millionen. Dieses Ergebnis wurde massgeblich durch den Verlust von CHF 790 Millionen aus dem LTCM-Engagement sowie durch die Wertkorrekturen auf Aktienderivat-Positionen im Umfang von CHF 1'010 Millionen beeinflusst. Negativ wirkten sich zudem der Zusammenbruch der Wirtschaft in Russland sowie Einbrüche in den Emerging Markets aus. Die hohen Volatilitäten an den Aktienmärkten sowie die extreme Ausweitung der Preisspannen im Obligationengeschäft beeinträchtigten das Aktien- und Zinsengeschäft. Das Devisen- sowie das Corporate Finance-Geschäft entwickelten sich indessen positiv. Die Kosten nahmen im dritten Quartal gegenüber den beiden Vorquartalen auch aufgrund der Integrationseffekte markant ab.

Der Unternehmensbereich Privat- und Firmenkunden erzielte einen Gewinn vor Steuern von CHF 427 Millionen (342% des 1997er Resultats vor Steuern). Die Erträge, welche sich bereits im ersten Halbjahr 1998 erfreulich entwickelten, stiegen im dritten Quartal markant an, während der Kostenanstieg weniger deutlich ausfiel. Beeinflusst wurde dieses Resultat durch den erwähnten Transfer von Kundenportefeilles aus dem Private Banking in den per 1. Juli 1998 neu geschaffenen Bereich Anlagekunden. Die im Unternehmensbereich Privat-und Firmenkunden verwalteten Vermögen stiegen von CHF 285 Milliarden per Ende 1997 auf CHF 416 Milliarden.

UBS Brinson erwirtschaftete in den ersten neun Monaten einen Gewinn vor Steuern von CHF 295 Millionen (73% des 1997er Resultats). Vor allem verursacht durch den Einbruch der internationalen Aktienmärkte nahmen die Erträge im dritten Quartal im Vergleich zu den beiden Vorquartalen ab. Gegenüber Ende 1997 erhöhten sich die von UBS Brinson verwalteten Vermögen trotz der schwierigen Marktverhältnisse leicht auf CHF 513 Milliarden. Davon entfielen CHF 353 Milliarden (-4%) auf die institutionelle Vermögensverwaltung und CHF 160 Milliarden (+18%) auf die in Anlagefonds investierten Vermögen.

UBS Capital, welche mittelfristige Beteiligungen an nicht kotierten Unternehmen tätigt, erzielte einen Gewinn vor Steuern von 405 Millionen (106% des 1997er Resultats). Die Erträge sind auf getätigte Veräusserungen von Beteiligungen in den ersten neun Monaten 1998 zurückzuführen.

Ausblick

Die Stabilisierung in den Finanzmärkten aufgrund der Zinssenkungen in verschiedenen Ländern und der Unterstützung Brasiliens durch den internationalen Währungsfonds dürfte zu einer Verbesserung der operativen Erträge im vierten Quartal beitragen. Gleichzeitig erscheint eine Erhöhung der Rückstellung im Zusammenhang mit dem erzielten Vergleich in den USA wahrscheinlich, so dass für das vierte Quartal lediglich mit einem bescheidenen positiven Ergebnis gerechnet werden kann und das Jahresergebnis insgesamt unter dem Halbjahresergebnis ausfallen dürfte.

Zürich/Basel, 17. November 1998

UBS

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