Fundaziun de Planta Wissenschaftliche Aufarbeitung der historischen Bibliotheksbestände der Biblioteca rumantscha

Fundaziun de Planta

Die Chesa Planta in Samedan ist ein regionales Kulturzentrum, das mit Ausstellungen, Konzerten, Vorträgen und weiteren Veranstaltungen in den Sparten Literatur, Musik, bildende Kunst und Film ein vielseitiges Kulturprogramm bietet. 1595 von der Adelsfamilie von Salis als stattliches Patrizierhaus erbaut und 1817 in den Besitz der Familie von Planta übergegangen, präsentiert es sich heute als barockes Gebäude im traditionellen Engadiner Stil. Das im Haus eingerichtete Museum für Wohnkultur bietet ein Abbild des adeligen europäischen Lebensstils und die international bekannte Biblioteca rumantscha gilt als Hort der rätoromanischen Sprache und Kultur. Sie umfasst eine grosse Sammlung romanischer Literatur, der rätischen Kultur und der romanischen Linguistik und ist mit rund 3000 Werken eine der wichtigsten und umfassendsten rätoromanischen Bibliotheken. Den Grundstock der Bibliothek bildet einerseits der Nachlass des Dichters Peider Lansel von 1940 und andererseits die alte Bibliothek Salis-Planta. In den beiden Bibliotheken werden kostbare Handschriften und Dokumente aufbewahrt wie das «Nouv Testamaint» von Giachem Bifrun von Samedan, das erste im Druck erschienene Dokument rätoromanischer Literatur aus dem Jahre 1560.

Anlässlich des 75-Jahre-Jubiläums der Stiftung und des 70-Jahre- Jubiläums des Kulturzentrums sollen die Bestände der alten Bibliothek Salis-Planta, so wie sie Ende des 19. Jahrhunderts von Nationalrat Andreas Rudolf von Planta in Samedan eingerichtet wurde, nun erstmals wissenschaftlich aufgearbeitet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Mit einem Projektbeitrag in der Höhe von CHF 20 000 unterstützt der Stiftungsrat die Erschliessung der Bibliotheksbestände und würdigt damit das Engagement der Fundaziun de Planta Samedan für das rätoromanische Kultur- und Literaturerbe.