Julia Steiner Bildende Künstlerin

Julia Steiner - Bildende Künstlerin

Bekannt wurde die in Basel lebende Künstlerin Julia Steiner (geb. 1982) insbesondere durch ihre grossformatigen Zeichnungen, bei denen die Künstlerin trockene schwarze Gouachefarbe mit dem Pinsel auf das Papier oder direkt auf die Wand bringt. Diese bis zu mehreren Metern langen Bilder eröffnen Räume, werden von einem leuchtenden Licht erfüllt oder in eine dichte Dunkelheit getaucht, schwanken zwischen sich ständig verändernden Formen, oszillieren zwischen Konstruktion und Destruktion. Mit diesen Grossformaten schafft die Künstlerin laut dem Kunstkritiker Konrad Tobler «Traum-Räume, die sich letztlich der Fixierung entziehen». Das Auflösen der Bildränder und die Integration des Betrachters sind Themen, die Steiner seit 2011 vermehrt in raumumspannenden Zeichnungen weiterverfolgt hat. In diesem Zusammenhang sind nicht nur Kunst-am-Bau-Arbeiten oder temporäre Raumzeichnungen entstanden, sondern auch die 2012 im Kunstmuseum Thun zum ersten Mal gezeigte Arbeit «out of horizon». Dieses transportable und begehbare Rundbild ist ein sich über die Jahre entwickelnder Bildraum, der von der «Auflösung der Übersicht» erzählt und «eher ein Anti-Panorama» (Julia Steiner) ist. Die Anerkennung ihres künstlerischen Schaffens widerspiegelt sich in Stipendien und Auszeichnungen (u. a. Manor Kunstpreis und Atelierstipendium Landis & Gyr in London) sowie Ausstellungen wie «a tense turn» in der Galerie Urs Meile in Beijing (2010), «Kaleidoskop» im Centre Pasquart in Biel (2011) oder «listen to the move» im Haus der Kunst St. Josef in Solothurn (2013).

Mit einem Förderbeitrag in der Höhe von CHF 5000 würdigt der Stiftungsrat das in medialer, ästhetischer und thematischer Hinsicht vielfältige und beeindruckende Schaffen von Julia Steiner.