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UBS Outlook Schweiz: Digitalisierung stellt Unternehmen vor Herausforderungen

Zürich Media Releases Switzerland

Rund 41% der Schweizer Unternehmen sind stark von der Digitalisierung betroffen und werden erhebliche Anpassungen an ihrem Geschäftsmodell vornehmen müssen. Das geht aus einer Umfrage bei rund 2500 Unternehmen hervor. In Kombination mit der demographischen Entwicklung dürfte die Digitalisierung in der Schweiz zu erheblichen Verschiebungen der Beschäftigung zwischen den Branchen führen.

Zürich, 16. November 2017 – Über die Auswirkungen der zunehmenden Vernetzung und Automatisierung auf Unternehmen und ihre Beschäftigten wird viel geschrieben. Auf gesamtwirtschaftlicher Ebene sind allerdings bislang noch kaum signifikante Effekte auszumachen. Dies dürfte sich in den kommenden Jahren ändern. Neben der Digitalisierung wird auch die Alterung der Gesellschaft in den nächsten Jahren zu grossen strukturellen Veränderungen führen. Digitalisierung und Alterung im Zusammenspiel dürften zu einer starken Verschiebung der Beschäftigung zwischen den Sektoren führen. Dieser Prozess ist bereits heute im Gang.

Viele Unternehmen erwarten grosse Veränderung bei der Geschäftstätigkeit

Im Rahmen einer zum zweiten Mal durchgeführten Umfrage haben die Ökonomen von UBS 2500 Unternehmer oder Personen in leitender Unternehmensfunktion zu den Auswirkungen der Digitalisierung auf ihre Geschäftstätigkeit befragt. Rund 41% der Teilnehmer antwortete, dass die Digitalisierung ihre Geschäftstätigkeit stark oder sehr stark beeinflusst und erhebliche Anpassungen am Geschäftsmodell notwendig macht. Investitionen in Digitalisierung werden deshalb von der Mehrheit der Unternehmen als ein strategischer Entscheid angesehen und bei 44% der Unternehmen werden Investitionen in Digitalisierungsprojekte in den kommenden fünf Jahren steigen.

"Es ist also längst keine Frage mehr, ob wir von der Digitalisierung betroffen sind. Die Frage ist, wie gut wir uns auf Veränderungen einstellen und wie schnell wir uns anpassen können", sagte Martin Blessing, President UBS Switzerland, anlässlich einer Medienveranstaltung in Zürich. Die Umfrage ergab, dass 87% der Unternehmen Investitionen in die Digitalisierung ausschliesslich mit Eigenkapital finanzieren. Lediglich 2% gaben an solche Investitionen ausschliesslich mit Fremdkapital zu tätigen. Die Befürchtung, dass Unternehmen mehr Mühe bekunden von Banken Kredite für Digitalisierungsprojekte zu erhalten als für herkömmliche Investitionen, wurde von der Umfrage nicht bestätigt.

Schweizer Wirtschaft dürfte nächstes Jahr 1.8% wachsen

Das Schweizer Wirtschaftswachstum hat in der ersten Jahreshälfte enttäuscht. Doch dank des schwächeren Frankens und der robusten globalen Konjunktur erwarten die UBS-Ökonomen für die nächsten Quartale eine deutliche Beschleunigung. Damit dürfte die Arbeitslosenquote im Verlauf des nächsten Jahres wieder unter die Marke von 3% fallen. Für dieses Jahr erwartet UBS ein reales Wirtschaftswachstum von 0,8% und für das kommende eines von 1,8%. Eine Erholung der Ölpreise und die Frankenabschwächung lassen die Inflation dieses und nächstes Jahr ansteigen. Für das Jahr 2017 erwarten die UBS-Ökonomen einen Anstieg der Konsumentenpreise von 0,5% und für 2018 von 0,6%.
Die Erwartung, dass die Europäische Zentralbank (EZB) im nächsten Jahr ihr Anleihenkaufprogramm auslaufen lässt, liess den Euro gegenüber dem Franken deutlich erstarken. Trotzdem ist kurzfristig kein Richtungswechsel in der Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank absehbar. Erst wenn sich die Frankenabschwächung als nachhaltig erweist und sich die Schweizer Wirtschaft endgültig vom Frankenschock erholt haben wird, dürfte ein erster Zinsschritt möglich werden. Diesen erwarten die UBS-Ökonomen für Ende 2018.

Begrenztes Abwertungspotenzial für den CHF

Je mehr sich das Ende der EZB-Anleihenkäufe konkretisiert, desto schwächer dürfte der Schweizer Franken werden. Daniel Kalt, UBS Chefökonom Schweiz sieht daher über die nächsten zwölf Monate durchaus noch etwas Abwertungsspielraum für den Franken. Allerdings ist das Potenzial inzwischen begrenzt, weil der Schweizer Franken gegenüber dem Euro heute viel näher bei seinem fairen Wert handelt als noch zu Beginn des Jahres. Eine graduelle Normalisierung der internationalen Geldpolitik in den kommenden Quartalen dürfte zu einem leichten Anstieg der langfristigen Zinsen führen – auch in der Schweiz.

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