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UBS Lohnumfrage: Löhne steigen 2017 um 0,6 Prozent

Zürich Media Releases Switzerland

Für 2017 erwartet UBS in der Schweiz einen durchschnittlichen nominalen Lohnanstieg von 0,6 Prozent. Die anhaltenden wirtschaftlichen und geopolitischen Herausforderungen machen den Unternehmen weiter zu schaffen und dämpfen die Lohnentwicklung. Gepaart mit der für 2017 prognostizierten Jahresteuerung von 0,4 Prozent dürften die durchschnittlichen Reallöhne praktisch stagnieren, nachdem sie über die letzten acht Jahre im Durchschnitt um 1,2 Prozent jährlich gestiegen waren.

Zürich, 26. Oktober 2016 – Die 314 von UBS befragten Unternehmen erwarten für das Jahr 2017 einen durchschnittlichen nominalen Lohnanstieg von 0,6 Prozent. UBS erwartet, dass 2017 die Inflation mit 0,4 Prozent leicht positiv ausfallen dürfte. Daraus ergibt sich ein durchschnittlicher Anstieg der Reallöhne um 0,2 Prozent. Die Reallohnzuwächse dürften im kommenden Jahr somit tiefer ausfallen als 2016.

Der in der Lohnumfrage prognostizierte Nominallohnanstieg für das Jahr 2016 ist mit 0,5 Prozent zwar leicht tiefer als 2017. Wird jedoch die Teuerung miteinbezogen, zeigt sich ein anderes Bild. Aufgrund des Ölpreiszerfalls zu Beginn des Jahres sowie den Nachwehen des Wechselkursschocks im letzten Jahr dürfte die Teuerung 2016 mit -0,3 Prozent leicht negativ ausfallen. Damit ergibt sich 2016 eine Reallohnerhöhung von 0,8 Prozent verglichen mit erwarteten 0,2 Prozent im kommenden Jahr.

Chemie & Pharma mit höchsten Lohnabschlüssen
Die Branchen Chemie & Pharma sowie Dienstleistungen für Unternehmen schwingen auch 2017 mit durchschnittlichen Lohnerhöhungen von je einem Prozent obenauf. Dazu kommen die Arbeitnehmer im öffentlichen Sektor, die im Durchschnitt ebenfalls ein Prozent mehr Lohn erwarten dürfen. Zwar bleibt die Spannweite im kommenden Jahr unverändert gross, jedoch erhöht sich 2017 die Breite im Mittelfeld. So befinden sich 14 der 22 Branchen mit einer durchschnittlichen Lohnerhöhung von 0,5 Prozent nur knapp unter dem Durchschnitt. Die Schlusslichter bezüglich der Lohnerhöhungen bilden die Branchen Uhren und Medien. Für beide wird 2017 eine Nullrunde erwartet. Lohnerhöhungen erfolgen in vielen Fällen nur individuell und mit dem Ziel Fachkräfte zu halten.

In der Uhrenindustrie und bei den Medien dürfte es real sogar zu Lohneinbussen kommen. Dies ist auf die positive Teuerung zurückzuführen, welche die Kaufkraft zukünftiger Löhne schwächt. So bedeutet die prognostizierte Teuerung von 0,4 Prozent für das nächste Jahre eine durchschnittliche Kaufkrafteinbusse der Löhne von 0,4 Prozent für die Branchen Uhren und Medien. Alle anderen Branchen können trotz leicht positiver Teuerung mit real steigenden Löhnen rechnen.

Verhaltene Lohnentwicklung trotz Zuversicht
Die Erwartungen bezüglich der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in der Schweiz haben sich bei den Personalverantwortlichen deutlich verbessert. Über die Hälfte der teilnehmenden Unternehmen rechnen mit einem moderaten Aufschwung für das kommende Jahr, 2015 war es nur knapp ein Viertel der Unternehmen. Ähnlich sieht das Bild bezüglich der Entwicklung der Arbeitslosenquote aus. Während 2015 noch knapp zwei Drittel der Firmen mit einer Zunahme der Arbeitslosenquote rechneten, ist es 2016 lediglich ein Viertel.

Trotz den zuversichtlichen wirtschaftlichen Aussichten dürfte sich die durchschnittliche reale Lohnentwicklung 2017 abschwächen. Zum einen belastet die seit 2011 erstmals wieder positiv erwartete Jahresteuerung die Reallohnentwicklung. Zum anderen erfolgt damit eine Kompensation der in jüngster Vergangenheit sehr hohen Reallohnzuwächse. Die über die letzten Jahre durchs Band stets tiefer als erwartet ausgefallene Teuerung hat die Reallöhne seit 2008 um überdurchschnittlich hohe 1,2 Prozent jährlich steigen lassen. Drittens sind die Margen der Unternehmen angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Situation und den Wechselkursbedingungen in den meisten Branchen in den Jahren 2015 und 2016 gesunken, weshalb viele Firmen signifikantere Lohnerhöhungen erst wieder nach einer Stabilisierung ihrer Margensituation gewähren wollen.

Nominallohnentwicklung gemäss UBS Lohnumfrage 2017

 

Lohnerhöhung 2016

Erwartete Lohnerhöhung 2017

Chemie & Pharma

1.0%

1.0%

Dienstleistungen für Unternehmen (inkl. Immobilien)

1.0%

1.0%

Öffentlicher Sektor

0.7%

1.0%

Informatik- & Telekomdienste

1.0%

0.8%

Banken & Versicherungen

0.8%

0.8%

Energie, Ver- & Entsorgung

0.5%

0.8%

Schweiz

0.5%

0.6%

Materialien & Baustoffe

0.5%

0.5%

Textil

0.5%

0.5%

Metalle

0.5%

0.5%

Maschinen

0.5%

0.5%

Baugewerbe & Architektur

0.5%

0.5%

Logistik

0.5%

0.5%

Nahrungsmittelproduktion

0.5%

0.5%

Konsumgüter

0.5%

0.5%

Gesundheits- & Sozialwesen

0.5%

0.5%

Grosshandel

0.4%

0.5%

Detailhandel

0.4%

0.5%

Autogewerbe

0.3%

0.5%

Tourismus inkl. Kultur, Sport & Bildung

0.1%

0.5%

Elektro

0.0%

0.5%

Medien

0.0%

0.0%

Uhren

0.0%

0.0%

UBS führt seit 1989 eine jährliche Lohnumfrage durch. An der aktuellen Befragung, welche vom 8. September bis zum 5. Oktober 2016 durchgeführt wurde, haben 314 Unternehmen sowie Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände aus 22 Branchen teilgenommen. Diese Branchen repräsentieren über 80 Prozent der arbeitenden Bevölkerung in der Schweiz. In den Jahren 1989 bis 2015 wichen die durch die Umfrage geschätzten Lohnsteigerungen im Durchschnitt nur um 0,29 Prozentpunkte vom Durchschnitt der offiziellen, vom Bundesamt für Statistik (BFS) veröffentlichten Lohnentwicklung (Nominallohnindex und GAV) ab.

Die detaillierten Resultate der UBS Lohnumfrage 2017 können unter folgendem Link im Internet abgerufen werden: UBS Lohnumfrage 2017.

 

UBS Switzerland AG

 

Kontakt

Daniel Kalt, UBS Chefökonom Schweiz
Tel. +41 44 234 25 60, daniel.kalt@ubs.com

Sibille Duss, UBS Chief Investment Office WM
Tel. +41 44 235 69 54, sibille.duss@ubs.com

UBS-Publikationen und Prognosen zur Schweiz: www.ubs.com/investmentviews

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