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UBS-Studie Kantonaler Wettbewerbsindikator 2016: Wachstumspotenzial in den Zentren gebündelt

Zürich Media Releases Switzerland

   

Zug ist der wettbewerbsfähigste Kanton der Schweiz, gefolgt von Zürich und Basel-Stadt. Innovationsfähigkeit steigert das längerfristige Wachstumspotenzial. Die Wirtschaftszentren konnten ihre Innovationskraft nur teilweise in Produktivitätswachstum ummünzen. Eine Stärkung der Rahmenbedingungen ist das beste Innovationsförderprogramm.

Zürich, 31. März 2016 – Mit dem Kantonalen Wettbewerbsindikator (KWI) publiziert das UBS Chief Investment Office WM eine verdichtete Analyse von mehr als 50 Einzelindikatoren, die Aufschluss über die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Kantone geben. Zug und Zürich haben gemäss dem KWI 2016 das höchste langfristige Wachstumspotenzial. Eine überdurchschnittliche Wettbewerbsfähigkeit weisen Basel-Stadt, Aargau und Waadt sowie in der Zentralschweiz Luzern, Nidwalden und Schwyz auf. Dahinter folgt ein breites Mittelfeld mit solider Wettbewerbsfähigkeit, angeführt von Basel-Landschaft und Genf; Solothurn und Bern schliessen diese Kategorie ab. Die Gebirgskantone Glarus, Uri, Graubünden und Wallis sowie der Kanton Jura fallen in die Gruppe mit geringer relativer Wettbewerbsfähigkeit.

Innovation als Schlüssel zu Wachstum

Gemäss KWI gelten Basel, Waadt und Neuenburg als die innovativsten Kantone der Schweiz. Ein hohes Innovationspotenzial spiegelt sich langfristig meist in einer höheren Produktivität wider. Im Rückblick war das Wirtschaftswachstum der Kantone zwischen 2003 und 2013 jedoch gerade an den Universitätsstandorten Genf, Zürich, Tessin und Waadt stark von der Beschäftigungszunahme getrieben. Industrie- und Kleinkantone vermochten ihre Produktivität dank internationalem Wettbewerbsdruck und Strukturwandel hingegen deutlich stärker zu steigern. Die hohe Innovationskraft hat also teilweise unzureichend und nur in einzelnen Branchen zu einer deutlichen Steigerung der Produktivität geführt.

Gute Rahmenbedingungen statt Aktivismus

Als Konsequenz gilt es, die regionale Innovationspolitik – deren Betrachtung im Zentrum der diesjährigen Studie steht – auf die langfristige Förderung der Produktivität auszurichten. Auf kantonaler Ebene wird versucht, den Innovationsprozess mit zahlreichen politischen Massnahmen voranzutreiben (u.a. Gründerzentren, Clusterinitiativen und Finanzhilfen). Der Nutzen von Förderinstrumenten ist aufgrund der Langfristigkeit und Komplexität von Innovationsprozessen aber kaum messbar und schwierig gegen die Kosten aufzuwägen. Marktwirtschaftlich orientierte Schritte wie die Beratung von Jungunternehmen, Raumplanung sowie Vermarktung und Interessenvertretung der lokalen Wirtschaft nach aussen dürften jedoch mit geringem Ressourcenaufwand eine unterstützende Wirkung entfalten. Langfristig am vielversprechendsten ist die Schaffung innovationsfreundlicher Rahmenbedingungen. Dazu gehören steuerliche Anreize genauso wie ein stärkerer Einbezug der Privatwirtschaft in die Bildung.

 

Kantonaler Wettbewerbsindikator (KWI) 2016

Quelle: UBS

Methodik

Der KWI basiert auf der vergleich­enden Analyse von acht Säulen mit insgesamt über 50 Variablen. Die Variablen werden gewichtet, aggregiert und normiert, sodass jeder Kanton für jede Säule eine Punktzahl zwischen 0 und 100 erhält. Zur Ermittlung des KWI wird für jeden Kanton der Durchschnitt aus den Punktzahlen der acht Säulen errechnet und so normiert, dass der höchste kantonale Durchschnittswert 100 beträgt.

Je höher der KWI-Wert eines Kantons, desto wettbewerbsfähiger ist er relativ zu den anderen.

Interpretation des KWI

Der Kantonale Wettbewerbsindikator von UBS vergleicht die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit der Kantone untereinander. Die Wettbewerbsfähigkeit eines Kantons beschreibt sein Potenzial zur nachhaltigen Steigerung seiner Wirtschaftsleistung. Der KWI zeigt die relative wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit in Form einer Rangordnung auf: Je höher der KWI-Wert eines Kantons, desto wettbewerbsfähiger ist er relativ zu den anderen. Kantone mit tiefen KWI-Werten haben somit nicht zwangsläufig ein tiefes absolutes Wachstumspotenzial, sondern bloss relativ zu den anderen Kantonen unterdurchschnittliche Wachstumschancen. Da die Schweiz bei verschiedenen renommierten Studien weltweit zu den wettbewerbsfähigsten Ländern gehört, sind auch Kantone mit einem tiefen KWI-Wert international gesehen durchaus kompetitiv.

Zudem kaschiert die auf kantonaler Ebene ermittelte Wettbewerbsfähigkeit die teils ausgeprägten regionalen Unterschiede innerhalb der Kantone. Gerade in den grossflächigen und bevölkerungsstarken Kantonen vermittelt eine stärkere Regionalisierung ein detaillierteres Bild des regionalen Wachstumspotenzials. Die Karte auf Seite 3 zeigt eine Regionalisierung des KWI 2016 auf Stufe der vom Bundesamt für Statistik definierten 106 Wirtschaftsregionen.

Grosse Kantone – grosse Unterschiede

Indikative Regionalisierung des KWI 2016

Quelle: UBS

Zentren in Gebirgskantonen deutlich wettbewerbsfähiger

Die Wettbewerbsfähigkeit der grossen Bergkantone Graubünden, Wallis oder Tessin ist naturgemäss durch relativ schlecht erreichbare Seitentäler eingeschränkt. Einzelne Wirtschaftsregionen innerhalb dieser Kantone sind aber kompetitiver. So verfügt das Unterwallis mit der Nähe zum Genferseebogen und einer jungen Bevölkerung über ein höheres Potenzial als das Oberwallis; das Churer Rheintal hebt sich als Industriestandort deutlich von den restlichen, meist touristisch geprägten Regionen Graubündens ab. Im Tessin nimmt Lugano als Finanz- und Dienstleistungszentrum die Vorreiterstellung ein.

Allerdings sind die Wirtschaftszentren dieser Kantone bestenfalls im Mittelfeld der 106 Schweizer Wirtschaftsregionen anzutreffen. Die Abwanderung der Bevölkerung von den strukturschwachen in die wettbewerbsfähigeren Zentren des jeweiligen Kantons hilft aber, das beschränkte wirtschaftliche  Potenzial zu bündeln und die Wettbewerbsfähigkeit der Gebirgskantone zu steigern.

Bern und Waadt mit den grössten intrakantonalen Unterschieden

Im Hauptstadtkanton besteht um die Stadt Bern das mit Abstand höchste wirtschaftliche Potenzial. Diese Wirtschaftsregion hebt sich vor allem durch ein hohes Ausbildungsniveau der lokalen Bevölkerung und eine bessere Erreichbarkeit von den übrigen Kantonsteilen ab. Die Waadt weist mit der Bergregion Pays d’Enhaut die Region mit der tiefsten, mit Lausanne und Nyon gleichzeitig auch die Regionen mit der höchsten Wettbewerbsfähigkeit der französischsprachigen Schweiz auf. Letztere sind verkehrstechnisch besser gelegen als die übrigen Waadtländer Regionen und sind die Innovationszentren des Kantons.

Die acht Säulen der Wettbewerbsfähigkeit

Das Kernstück des KWI ist die achtdimensionale Analyse der Stärken und Schwächen eines Kantons. Diese mehrdimensionale Betrachtung der kantonalen Volkswirtschaften bietet ein Werkzeug für regionalstrategische Entscheide und zeigt Handlungsfelder auf. Dies kann Firmen und Investoren bei der Standortwahl dienen und Kantone dabei unterstützen, sich bestmöglich für die anstehenden Herausforderungen zu positionieren. Als Beispiel werden die Profile der beiden bevölkerungsstärksten Kantone Zürich und Bern gezeigt:

Quelle: UBS

Die Profile aller Kantone sind im Bericht «Kantonaler Wettbewerbsindikator» unter folgendem Link im Internet abrufbar: www.ubs.com/kantonalerwettbewerbsindikator-de.

UBS Switzerland AG

Kontakt

Elias Hafner, Ökonom und Projektleiter KWI, CIO Swiss & Global Real Estate
Tel. +41-44-234 48 03, elias.hafner@ubs.com

Dr. Matthias Holzhey, Ökonom, CIO Swiss & Global Real Estate
Tel. +41-44-234 71 25, matthias.holzhey@ubs.com

Claudio Saputelli, Ökonom, Leiter CIO Swiss & Global Real Estate
Tel. +41-44-234 39 08, claudio.saputelli@ubs.com

Der Research-Bericht «Kantonaler Wettbewerbsindikator» kann unter folgendem Link im Internet abgerufen werden: www.ubs.com/kantonalerwettbewerbsindikator-de.


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