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UBS-Studie "Neue Energie für die Schweiz": Stromerzeugungs- und Gesamtenergiemix im Wandel

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  • Der Treibhausgasausstoss der Schweiz ist bereits sehr niedrig. Gemäss internationalen Vereinbarungen der UNO-Klimakonferenz soll er bis 2020 um 20% und bis 2030 um 50% gegenüber 1990 weiter verringert werden.
  • Mitte dieses Jahrhunderts dürfte der Schweizer Strom zu 90% aus erneuerbaren Energien erzeugt werden. Heute liegt ihr Anteil bei knapp 60%.
  • Grundlage des Mix wird die Wasserkraft bleiben. Die neuen erneuerbaren Energien dürften jedoch am stärksten wachsen, allen voran die Solarenergie mit 16% bis 2050.
  • Der Stromerzeugungsmix in der Schweiz bietet kaum Einsparpotenzial beim CO₂-Ausstoss. Mit der zunehmenden Elektrifizierung des Verkehrswesens sowie modernen Bau- und Heiztechniken kann der Erdölkonsum jedoch reduziert und das Ziel erreicht werden.

Zürich, 2. März 2016 – Der Schweizer Energiewandel wird bestimmt durch die nationale und internationale Energie- und v. a. Klimapolitik, die Marktkräfte sowie den technologischen Fortschritt. Der Treibhausgas-ausstoss der Schweiz ist absolut und pro Kopf schon sehr niedrig und soll weiter verringert werden. Dazu hat sich die Schweiz in ihrer CO₂-Gesetzgebung und im internationalen Abkommen der 21. UNO-Klimakonferenz verpflichtet. Das UBS Chief Investment Office Wealth Management (UBS CIO WM) hat Daten von Behörden und Verbänden ausgewertet, um den Schweizer Stromerzeugungsmix der Zukunft sowie das Potenzial zur Einsparung von Treibhausgasen bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts im Gesamtenergiemix zu erforschen.

Wasserkraft als Basis, stärkstes Wachstum bei Solarenergie

Bis 2050 werden die Wasserkraft, die neuen erneuerbaren Energien (vor allem die Solarenergie) sowie Gaskraftwerke zu Lasten der Kernenergie insgesamt an Bedeutung gewinnen (s. Grafik). "Im Jahr 2050 dürfte Strom in der Schweiz zu rund 90% aus erneuerbaren Energien erzeugt werden", sagt Carsten Schlufter, Energiespezialist bei UBS CIO WM. Heute liegt ihr Anteil bei knapp 60%, während Kernenergie knapp 40% zum Stromerzeugungsmix beiträgt.

Eine Schlüsselrolle kommt dabei der Wasserkraft zu, deren Ausbau vor rund 100 Jahren begonnen hat und die heute mehr als die Hälfte der Schweizer Stromproduktion ausmacht. Künftig könnte ihr Anteil auf rund zwei Drittel ansteigen. Allerdings kämpft die heimische Wasserkraft derzeit mit niedrigen Stromerzeugungspreisen und mangelnder Profitabilität, die einen Ausbau erschweren.

Die Solarenergie dürfte in der Schweiz unter allen Energieträgern am stärksten wachsen. Der erwartete weitere Preisverfall bei Solarmodulen macht die Technologie immer wettbewerbsfähiger, sodass sich ihr Anteil von 1,5-2% 2015 auf wohl 16% bis zum Jahr 2050 entwickeln wird. Weitere erneuerbare Energien wie Windkraft, Biomasse und Geothermie können den Stromerzeugungsmix ergänzen und neue Gaskraftwerke zudem die Versorgungssicherheit erhöhen.

Die Schweizer Kernkraftwerke dürften nach Ende ihrer betrieblichen Lebensdauer vom Netz gehen. Neubauten scheinen zum gegenwärtigen Zeitpunkt beim Volk nicht mehrheitsfähig. Zudem wären die Kosten von neuen Kernkraftwerken nicht zuletzt wegen höherer Sicherheitsanforderungen sehr hoch und somit Investitionen derzeit nicht rentabel.

Neue Antriebs-, Bau- und Heiztechniken ermöglichen CO₂-Einsparungen

Der Schweizer Stromerzeugungsmix wird sich in den nächsten Jahrzehnten also bedeutend wandeln. Gleichzeitig bietet er in seiner heutigen Form kaum Einsparpotenzial beim Treibhausgasausstoss.

Potenzial zur Einsparung von Treibhausgasen bietet vor allem ein geringerer Erdölverbrauch im Verkehrs- und Gebäudebereich sowie in der Industrie. Anders als im Stromerzeugungsmix tragen fossile Energieträger, vor allem Erdöl und Erdgas, heute knapp 50% zum Schweizer Gesamtenergiemix bei, global sind es sogar rund 80%."Ende des kommenden Jahrzehnts dürfte ihr Anteil schon deutlich geringer sein", so Carsten Schlufter. Der Rückgang in der Schweiz verliefe demnach, obwohl von einem tieferen Niveau, deutlich schneller als global.

Der Hauptgrund des Wandels ist nach Ansicht des UBS CIO WM in Änderungen bei der Antriebstechnologie (vollelektrisch, Hybride, Plug-in-Hybride, Brennstoffzellen) zu sehen. Die Frage ist demnach nicht ob, sondern wie schnell die Elektrifizierung des Verkehrs stattfindet. Alexander Stiehler, Analyst bei UBS CIO WM, erklärt: "Eine Elektrifizierung des Transportwesens sowie der allmähliche Wegfall von Ölheizungen dürften den Erdölkonsum markant reduzieren und den Gesamtenergiemix verändern". Als Nebeneffekt verringert sich dadurch die Abhängigkeit von Energieimporten.

Je nach der Penetration alternativer Fahrzeugantriebe sowie dem erwarteten Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum wird die Stromnachfrage trotz kontinuierlicher Effizienzsteigerungen moderat zulegen. Dabei dürften die Energie- und Strompreise für Endverbraucher steigen.

"Die mitunter als Konflikte wahrgenommenen Ziele Versorgungssicherheit, bezahlbare Energiepreise sowie Umweltaspekte und Nachhaltigkeit werden in der Schweiz derzeit gut gelöst", sagt UBS Chefökonom Schweiz Daniel Kalt. Dennoch steht die Schweiz vor grossen Umwälzungen in der Energiewirtschaft und es stehen in den kommenden Jahren wichtige strategische Entscheidungen an, die bestimmen, ob die Schweiz energiepolitisch ihre Vorbildfunktion bewahren wird.

Quelle: Bundesamt für Energy (BFE), UBS

Links

Studie "Neue Energie für die Schweiz": 
www.ubs.com/energie-schweiz

UBS-Publikationen und Prognosen zur Schweiz: 
www.ubs.com/investmentviews

 

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Daniel Kalt, UBS Chefökonom Schweiz
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Sibille Duss, UBS Chief Investment Office WM
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Carsten Schlufter, UBS Chief Investment Office WM
Tel. +41-44-234 34 87, carsten.schlufter@ubs.com

Alexander Stiehler, UBS Chief Investment Office WM
Tel. +41-44-234 30 83, alexander.stiehler@ubs.com

 

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