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UBS-Neunmonatsergebnis 1999: Reingewinn nach Steuern über 5 Milliarden Franken

Investor Releases

UBS erzielte in der Neunmonatsperiode 1999 ein Konzernergebnis vor Steuern von CHF 6'826 Millionen. Der Reingewinn nach Steuern und Minderheitsanteilen stieg auf CHF 5'179 Millionen, was einem Gewinn pro Aktie von CHF 24,73 und einer annualisierten Eigenmittelrendite von 19,5% entspricht. Das Ergebnis lässt sich nur bedingt mit der Vorjahresperiode vergleichen. Die verwalteten Vermögen erhöhten sich gegenüber Ende 1998 um 2% auf CHF 1'607 Milliarden. Für das Gesamtjahr 1999 ist UBS aufgrund des guten Ergebnisses der ersten neun Monate zuversichtlich.

In den ersten neun Monaten erzielte UBS ein Konzernergebnis vor Steuern von CHF 6'826 Millionen gegenüber CHF 3'465 Millionen in der Vorjahresperiode. Der Geschäftsertrag stieg um 31% auf CHF 21'763 Millionen, während sich der Geschäftsaufwand um 14% auf CHF 14'937 Millionen erhöhte. Das Aufwand/Ertragsverhältnis verbesserte sich von 77,0% auf 65,9%.

In der Konzernrechnung berücksichtigt ist ein Vorsteuergewinn von insgesamt CHF 1'826 Millionen (Gewinn nach Steuern CHF 1'478 Millionen), welcher praktisch vollumfänglich aus dem Verkauf der 25%-Beteiligung an der Rentenanstalt, der Aktienbeteiligung an der Bank Julius Bär sowie des Handelsfinanzierungsgeschäfts ausserhalb der Schweiz resultierte. Im Ergebnis nicht enthalten ist der angekündigte Erwerb von Global Asset Management (GAM) sowie von Allegis Realty Investors LLC.

Verwaltete Vermögen

In der Berichtsperiode stiegen die im Private Banking verwalteten Vermögen um 6%, im Konzern gesamthaft um 2%. Positiv auf das künftige Geschäftswachstum wird sich der Erwerb von GAM sowie die weitere Integration des übernommenen internationalen Private-Banking-Geschäfts der Bank of America auswirken.

Ergebnisse der Unternehmensbereiche

Der Unternehmensbereich Private Banking erreichte in den ersten drei Quartalen 1999 einen Gewinn vor Steuern von CHF 2'023 Millionen. In der Vorjahresperiode erzielte die Division auf vergleichbarer Basis - das heisst bereinigt um die Einflüsse der Veräusserungen von Tochtergesellschaften - einen Gewinn vor Steuern von CHF 2'656 Millionen. Der Rückgang des Ergebnisses ist hauptsächlich auf niedrigere Transaktionsvolumina der Kunden sowie auf bedeutende Investitionen in den Ausbau des lokalen Private Banking ausserhalb der Schweiz zurückzuführen.

Seit Ende 1998 erhöhten sich die verwalteten Vermögen um 6% auf CHF 642 Milliarden. Gegenüber der ersten Jahreshälfte verringerten sie sich indessen hauptsächlich aufgrund von Wertabnahmen um 2,6%. Die Integration des übernommenen Private-Banking-Geschäfts der Bank of America in Europa und Asien ging planmässig voran. Bis zum 30. September 1999 wurden der UBS Kundenvermögen von CHF 3,7 Milliarden übertragen.

Ein weiterer Schritt zum Ausbau des lokalen und internationalen Private-Banking-Geschäfts erfolgte mit dem im September angekündigten Erwerb von GAM, einer führenden Vermögensverwaltungsgruppe. Die von GAM verwalteten Vermögen ( CHF 21 Milliarden per 30. Juni 1999) umfassen Portefeuilles und Anlagefonds von Privatkunden. Das Spektrum der Anlagefonds und das Multi-Manager-System von GAM, bei welchem aus rund 6000 Fondsanbietern die 90 besten ausgewählt werden, wird das Angebot von UBS Private Banking bezüglich Investment Styles deutlich erweitern.

Warburg Dillon Read erzielte auch im dritten Quartal trotz ungünstigerer Marktverhältnisse ein sehr gutes Resultat. Der Geschäftsbereich Aktien entwickelte sich in allen Märkten sehr erfreulich. Auch das Zinsengeschäft übertraf die Erwartungen deutlich, wobei besonders bei Swaps und Optionen sowie bei Investment-Grade-Obligationen Erfolge erzielt wurden. Das Treasury-Geschäft wurde aufgrund niedriger Volumina und geringen Volatilitäten an den Devisenmärkten beeinträchtigt. Das Beratungsgeschäft für grosse Firmenkunden und das Primärmarktgeschäft erlebten im dritten Quartal einen starken Aufschwung, was zu besseren Positionierungen in den League Tables führte. So wurde Warburg Dillon Read unter anderem als alleiniger Berater von Sprint in dessen angekündigter 129 Milliarden -USD-Fusion mit MCI WorldCom ausgewählt.

In der Neunmonatsperiode erreichte Warburg Dillon Read mit einem Gewinn vor Steuern von CHF 2'077 Millionen ein Ergebnis, welches die Erwartungen deutlich übertraf. Der Kostenanstieg ist einerseits darauf zurückzuführen, dass im dritten Quartal 1998 ein Teil der Personalkosten in die Restrukturierungsrückstellung verbucht wurde, um die Kundenfranchise im Investment Banking trotz fusionsbedingter Ertragsrückgänge zu erhalten. Andererseits führten die guten Resultate zu höheren erfolgsabhängigen Zahlungen. Die Basisgehälter sanken indessen aufgrund des Personalabbaus.

Der Unternehmensbereich Privat- und Firmenkunden erwirtschaftete einen Gewinn vor Steuern von CHF 841 Millionen. Während die Erträge infolge der positiven Entwicklung der Zinsmargen um 6% anstiegen, nahmen die Kosten nur um 4% zu. Das Ergebnis wurde zudem durch das kontinuierlich wachsende Anlagekundengeschäft positiv beeinflusst. Die verwalteten Vermögen sanken gegenüber Ende 1998 um 2% auf CHF 427 Milliarden. Bei Guthaben auf Transaktionskonten von Drittbanken, welche grossen Volatilitäten unterliegen und kein Kernelement bei den verwalteten Vermögen darstellen, war ein markanter Rückgang zu verzeichnen. Alle anderen vom Unternehmensbereich verwalteten Vermögen nahmen indessen um CHF 12 Milliarden beziehungsweise um 3% zu.

Nach dem erfolgreichen Abschluss der Integrationsarbeiten konzentriert sich der Unternehmensbereich Privat- und Firmenkunden wieder vollumfänglich auf die Weiterentwicklung des Geschäfts. Ausgehend von einem modernen Multichannel-Ansatz baute UBS ihr 24h-Banking markant aus. Mit UBS Tradepac führte die Bank eine auf aktive Börsenkunden ohne Beratungsbedarf zugeschnittene leistungsstarke und preisgünstige Paketlösung ein, mit online-Zugang zu sechs in-und ausländischen Börsen und Real-time-Börsenkursen in der Schweiz. Gleichzeitig wurde das bestehende Angebot im Bereich Internetbanking um attraktive Zusatzleistungen wie die exklusive Verbindung zur weltweit führenden Finanzmanagement-Software UBS Quicken ausgebaut.

Der Gewinn vor Steuern von UBS Brinson betrug CHF 236 Millionen. Der Rückgang des Resultats ist einerseits auf niedrigere Erträge infolge fusionsbedingter Kundenabgänge sowie performance-bedingter Vermögensabflüsse zurückzuführen. Andererseits erhöhten sich die Goodwill-Abschreibungen aus dem Auskauf des früheren Joint Ventures mit der japanischen Long Term Credit Bank. Die verwalteten Vermögen verzeichneten im Vergleich zu Ende 1998 einen leichten Anstieg auf CHF 538 Milliarden . Die im dritten Quartal eingetretene Reduktion ist auf Wertabnahmen und Kundenabgänge zurückzuführen.

Mit der im September erfolgten Vereinbarung zum Erwerb von Allegis Realty Investors LLC, die zu den grössten Immobilienvermögensverwaltungsgesellschaften in den USA zählt, baut UBS Brinson ihre Stellung in der Verwaltung von Immobilienanlagen aus und erweitert ihre bestehende Palette an Dienstleistungen.

Die im Private-Equity-Geschäft tätige UBS Capital erreichte einen Gewinn vor Steuern von CHF 138 Millionen. Während die im Vergleich zur Vorjahresperiode niedrigeren Erträge auf den planmässigen Rückgang von Veräusserungen zurückzuführen sind, entwickelten sich die Kosten entsprechend den Erwartungen. Das Beteiligungsportfolio wies einen Buchwert von CHF 2.4 Milliarden gegenüber CHF 1,8 Milliarden per Ende Jahr 1998 aus. Der Marktwert stieg von CHF 2,7 Milliarden (per Ende 1998) auf CHF 3,5 Milliarden per Mitte 1999. Daraus ergibt sich eine Erhöhung der unrealisierten Gewinne von CHF 0,2 Milliarden auf CHF 1,1 Milliarden. Im dritten Quartal verkaufte UBS Capital unter anderem ihre Beteiligung an Gardaland SpA, einem führenden europäischen Unterhaltungspark in Italien. Während der Investition von UBS Capital in Gardaland nahmen deren Umsätze um 50%, der Gewinn vor Steuern um 65% zu.

Aus der verstärkten Zusammenarbeit zwischen UBS Capital und den Divisionen Private Banking und Warburg Dillon Read zeichneten sich erste Erfolge ab.

Ergebnisse der Finanzrechnung

Der Geschäftsertrag erhöhte sich im Vergleich zur Vorjahresperiode um 31% auf CHF 21'763 Millionen. Einerseits ist der Anstieg auf höhere Veräusserungsgewinne als in der Vergleichsperiode zurückzuführen. Andererseits wurden die Erträge der Vorjahresperiode durch die Marktturbulenzen, speziell in den Emerging Markets, sowie durch Verluste aus dem Engagement an der Long Term Capital Management (LTCM) sowie Bewertungskorrekturen auf Aktienderivat-Positionen negativ beeinflusst. Die Zunahme des Geschäftsertrags reflektiert indessen auch die starke Marktposition des Konzerns.

Der Erfolg im Zinsengeschäft verringerte sich leicht auf CHF 4'837 Millionen (-2%). Dies ist auf den Wegfall der Erträge aus verkauften Tochterbanken, die Reduzierung des internationalen Kreditgeschäfts sowie niedrigere Zinserträge auf den Eigenen Mitteln zurückzuführen. Positiv wirkten sich indessen die höheren Zinsmargen im Schweizer Kreditgeschäft infolge der Anwendung risikogerechter Preise aus. Die Wertberichtigungen für Kreditrisiken betrugen CHF 910 Millionen gegenüber CHF 464 Millionen in der Vorjahresperiode, in welcher ein bedeutender Teil der notwendigen Wertberichtigungen über bestehende, früher gebildete Rückstellungen verbucht wurde. Die Qualität des Kreditportfolios konnte weiter erhöht werden. Die notleidenden Kreditpositionen betrugen per Ende September 1999 CHF 13,2 Milliarden, gegenüber CHF 15,7 Milliarden per Ende 1998.

Der Erfolg im Dienstleistungs- und Kommissionsgeschäft reduzierte sich um 5% auf CHF 9'250 Millionen, was zum Teil auf den Verkauf von Tochtergesellschaften und damit verbundene Ertragsausfälle zurückzuführen ist. Erfreulich entwickelten sich die Depotgebühren. Die Courtagen reduzierten sich infolge schwächerer Kundennachfrage sowie Erlösminderungen im Zusammenhang mit erwähnten Veräusserungen. Während die Einkünfte aus dem Corporate Finance stark zunahmen, fielen die Einkünfte aus dem Emissionsgeschäft im Vergleich zur aussergewöhnlich starken Vorjahresperiode schwächer aus.

Der Handelserfolg belief sich auf CHF 6'013 Millionen gegenüber dem Neunmonatsergebnis 1998 von CHF 598 Millionen, welches massgeblich durch die Verluste aus dem Engagement der UBS am Long Term Capital Management (LTCM) und Bewertungskorrekturen auf Aktienderivat-Positionen beeinflusst wurde. Die in der Berichtsperiode guten Bedingungen an den Finanzmärkten führten im Kundengeschäft zu höheren Volumina und starken Erträgen aus Beteiligungspapieren (Aktien). Auch die Einkünfte aus dem Handel mit festverzinslichen Anlagen (Obligationen und übrige Zinsinstrumente) entwickelten sich bei allen Produktelinien sehr erfreulich. Die Einkünfte aus dem Devisen- und Notenhandel reduzierten sich unter anderem aufgrund geringerer Volumen und Volatilitäten auf den Devisenmärkten.

Der Übrige Erfolg inklusive Erfolg aus assoziierten Gesellschaften erhöhte sich um 41% auf CHF 2'573 Millionen. Dies ist auf Veräusserungen mit einem Vorsteuergewinn von CHF 1'800 Millionen zurückzuführen. Während in der Vorjahresperiode einerseits Veräusserungsgewinne von CHF 1'058 Millionen anfielen, erfolgte andererseits die Abschreibung des Beteiligungsengagements an der LTCM von CHF 370 Millionen.

Der Geschäftsaufwand erhöhte sich um 14% auf CHF 14'937 Millionen. Der Personalaufwand nahm um 38% auf CHF 9'923 Millionen zu. Dies ist zu einem wesentlichen Teil darauf zurückzuführen, dass im Vorjahr ein Anteil von CHF 1'007 Millionen der Personalkosten zulasten der Restrukturierungsrückstellung verbucht wurde, um die Kundenfranchise im Investment Banking trotz fusionsbedingter Ertragsrückgänge zu erhalten. Auf bereinigter Basis stieg der Personalaufwand um 21%, was auf die guten Resultate bei Warburg Dillon Read und damit verbunden auf erhöhte erfolgsabhängige Zahlungen zurückzuführen ist. Der Personalbestand im Konzern erhöhte sich seit Ende 1998 um 612 auf 48'623, vor allem aufgrund des Ausbaus des lokalen Private Bankings ausserhalb der Schweiz. Der Sachaufwand reduzierte sich um 19%, respektive um 8% ohne Berücksichtigung der in der Vorjahresperiode gebildeten Rückstellung von CHF 570 Millionen im Zusammenhang mit dem aussergerichtlichen Vergleich in den USA. Dieser Rückgang reflektiert das konsequente Kostenmanagement im Konzern. Die Abschreibungen nahmen um 4% auf CHF 1'290 Millionen ab.

Stand der Restrukturierungsrückstellung

Von der fusionsbedingten und im Geschäftsjahr 1997 verbuchten Restrukturierungsrückstellung von CHF 7 Milliarden wurden seit Anfang 1998 insgesamt CHF 5'430 Millionen verwendet. Davon entfielen CHF 1'403 Millionen auf die Neunmonatsperiode 1999 und dienten zur Abdeckung von IT-Integrationskosten, Immobilienaufwendungen und Personalmassnahmen.

Jahr 2000

Die Aufrüstung sämtlicher geschäftskritischer Informatiksysteme und Anlagen für den Jahrtausendwechsel wurde vollumfänglich getestet und per Ende September 1999 planmässig abgeschlossen. Die umstellungsbedingten Kosten beliefen sich in der Neunmonatsperiode auf CHF 222 Millionen. Für das Gesamtjahr erwartet UBS Kosten im Umfang von CHF 302 Millionen.

Ausblick

Als global integriertes Finanzdienstleistungsunternehmen verfügt UBS über die geeignete strategische Ausrichtung, um sich erfolgreich am Markt zu positionieren. Für das Gesamtjahr 1999 ist UBS aufgrund des guten Ergebnisses der ersten neun Monate zuversichtlich.

Zürich/Basel, 23. November 1999

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