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UBS-Halbjahresergebnis 1999: Reingewinn nach Steuern 4 Milliarden Franken - Integration vollzogen

Investor Releases

UBS erzielte im ersten Halbjahr 1999 ein Konzernergebnis vor Steuern von CHF 5'239 Millionen (+14%). Der Reingewinn nach Steuern und Minderheitsanteilen stieg um 13% auf CHF 3'962 Millionen, was einem Gewinn pro Aktie von CHF 18.84 und einer annualisierten Eigenmittelrendite von 21,1% entspricht. Die verwalteten Vermögen erhöhten sich gegenüber Ende 1998 um CHF 93 Milliarden auf CHF 1'665 Milliarden (+5,9%). Die Integration wurde in Rekordzeit abgeschlossen. UBS ist für das Gesamtjahr 1999 zuversichtlich.

Im ersten Halbjahr 1999 erzielte UBS ein Konzernergebnis vor Steuern von CHF 5'239 Millionen oder 14% mehr als in der Vorjahresperiode. Der Geschäftsertrag stieg um 5% auf CHF 15'240 Millionen, während sich der Geschäfts-aufwand um 1% auf CHF 10'001 Millionen erhöhte. Das Aufwand/Ertragsverhältnis verbesserte sich von 66,8% auf 63,0%.

In der Konzernrechnung berücksichtigt ist ein Gewinn vor Steuern von insgesamt CHF 1'800 Millionen aus dem Verkauf der 25%-Beteiligung an der Rentenanstalt, der Aktienbeteiligung an der Bank Julius Bär sowie des Handelsfinanzierungsgeschäfts ausserhalb der Schweiz. Im Resultat der Vorjahresperiode war ein Vorsteuergewinn von CHF 1'058 Millionen aus dem Verkauf der BSI-Banca della Svizzera Italiana sowie der Adler & Co. AG enthalten. Bereinigt um die erwähnten Vorsteuergewinne der im ersten Halbjahr 1998 und im ersten Halbjahr 1999 getätigten Verkäufe, deren Einfluss auf Ertrag und Aufwand sowie unter Berücksichtigung der Steuerfolgen ergibt sich gegenüber der Vorjahresperiode eine Erhöhung des Reingewinns um 13%.

UBS mit Halbjahresergebnis zufrieden

Vor dem Hintergrund eines ambitiösen und anspruchsvollen Integrationsprozesses - vollendet Mitte Jahr durch die komplexe Zusammenführung der IT-Plattformen in der Schweiz - ist UBS mit dem erzielten Konzernergebnis zufrieden. Dank eines ausserordentlichen Einsatzes gelang es, die Integration fristgerecht abzuschliessen.

Wir haben den Weg der raschen Integration gewählt trotz der grossen Herausforderungen, welche dieses Vorgehen an uns stellte", betont Marcel Ospel, Präsident der Konzernleitung: "Heute befinden wir uns aber in der Lage, unsere Kräfte voll auf den Auf- und Ausbau des Geschäftes zu konzentrieren und damit dessen Wachstum zu beschleunigen.

Herausforderungen als globaler integrierter Finanzdienstleistungskonzern

UBS hat nicht nur die rascheste Integration zweier Bankkonzerne dieser Grössenordnung vollzogen. UBS hat sich gleichzeitig als globaler integrierter Finanzdienstleistungskonzern und als die führende Bank in der Schweiz ausgerichtet. Die fortschreitende Globalisierung der Märkte, die wachsende Bedeutung neuer technologischer Lösungen und eines effizienten Risikomanagements eröffnen enorme Chancen. UBS ist als integrierter und in seinen Abläufen vernetzter Konzern in der Lage, rasch und flexibel auf die sich wandelnden Kundenbedürfnisse einzugehen und auf verschiedenen Märkten qualitativ hochstehende Produkte aus einer Hand anzubieten. Ueberdies verfügt UBS über die finanzielle Stärke und Ertragskraft, um die sich bietenden Chancen voll zu nutzen.

In Anbetracht der demografischen Entwicklung, der Reform im Vorsorge- und Pensionsbereich und der in Europa erfolgten Einführung des Euro rechnet UBS auf verschiedenen Finanzdienstleistungsmärkten mit einem starken Wachstum. UBS wird an diesem attraktiven Geschäftsfeld partizipieren und ihr Potenzial sowohl auf Produkteebene wie auch im technologischen Bereich gezielt in diese Märkte einbringen.

Auch im E-Commerce steht UBS in den Startlöchern. Das Internet entwickelt sich aufgrund der rasch zunehmenden Akzeptanz seitens der Kunden zu einem globalen Distributions- und Vermarktungskanal. UBS will auch in diesem Geschäft ihren Kunden umfassende Dienstleistungen anbieten. Bereits heute verfügt UBS mit ihrer Marktführerschaft im Telebanking über eine hervorragende Ausgangslage.

Ergebnisse der Segmentrechnung

Der Unternehmensbereich Private Banking erreichte im ersten Halbjahr 1999 mit einem Gewinn vor Steuern von CHF 1'388 Millionen ein Resultat, welches den Erwartungen voll entsprach. In der Vorjahresperiode erzielte die Division auf vergleichbarer Basis - das heisst bereinigt um die Einflüsse der Veräusserungen von Tochtergesellschaften - einen Gewinn vor Steuern von CHF 1'539 Millionen. Neben den Integrationsarbeiten, welche sich vorübergehend belastend auswirkten, wurde das Resultat durch niedrigere Börsen- und Devisenumsätze sowie Kosten im Zusammenhang mit Investitionen in den Ausbau des lokalen Private Banking ausserhalb der Schweiz beeinflusst.

Die verwalteten Vermögen stiegen seit Ende 1998 um 8,6% oder CHF 52 Milliarden auf CHF 659 Milliarden. Von der Zunahme entfiel der grösste Teil auf Wertzuwächse und Währungseinflüsse. Der Zufluss an Neugeldern übertraf indessen den Vermögensabfluss markant. Die UBS Investmentfonds stiegen um 8,6% auf CHF 190 Milliarden, was die klare Marktführerschaft in der Schweiz und in Europa bestätigt. Der Aufbau des lokalen Private Banking ausserhalb der Schweiz wurde sowohl geografisch als auch personell planmässig vorangetrieben. Im laufenden Jahr eröffnete UBS Private-Banking-Einheiten in Spanien, Italien und Frankreich sowie die siebte Geschäftsstelle in Deutschland; gleichzeitig wurden bestehende Präsenzen in London, New York, Singapur und Hongkong verstärkt.

Die Division Warburg Dillon Read erzielte mit einem Gewinn vor Steuern von CHF 1'543 Millionen (+ 37%) ein ausgezeichnetes Ergebnis. Bereinigt um den Gewinn vor Steuern aus dem Verkauf des internationalen Handelsfinanzierungsgeschäfts ergibt sich gegenüber der ebenfalls sehr guten Vorjahresperiode eine Erhöhung von 19%. Das Resultat widerspiegelt die hohe Qualität der Kundenbeziehungen sowie die starke Ertragskraft des Unternehmensbereichs. Sehr erfreulich entwickelte sich der Geschäftsbereich Aktien, aber auch das Zinsengeschäft trug in allen wichtigen Produktelinien wesentlich zum Erfolg bei. Das Corporate Finance entwickelte sich erwartungsgemäss und generierte hohe Kommissionseinnahmen, während das Aktien-Primärmarktgeschäft im Vergleich zur aussergewöhnlich starken Vorjahresperiode schwächer ausfiel. Der Bereich Treasury-Produkte erbrachte weiterhin gute Leistungen, trotz des erwarteten Geschäftsrückgangs aufgund der Einführung des Euro. Die Reduktion des internationalen Kreditportfolios ging planmässig voran.

Warburg Dillon Read spielt im E-Commerce eine führende Rolle. Mit gezielten Investitionen in Personal und Technologie wird die Division ihren Kundenservice weiter ausbauen und neue Geschäftsmöglichkeiten erschliessen.

Der Unternehmensbereich Privat- und Firmenkunden erwirtschaftete einen Gewinn vor Steuern von CHF 582 Millionen (+ 24%). Während die Erträge vor allem aufgrund der positiven Entwicklung der Zinsmargen um 6,5% stiegen, nahmen die Kosten um 3% zu. Die verwalteten Vermögen erhöhten sich gegenüber Ende 1998 um 2% auf CHF 443 Milliarden.

Die Integration in der Schweiz konnte mit der Ueberführung von 2,5 Millionen Kundenstämmen auf eine einheitliche Informatikplattform als letzte Etappe erfolgreich vollendet werden. Innerhalb eines Jahres wurden ferner über 1000 Geldautomaten umgerüstet, 130 Doppelstandorte zusammengelegt und über 23'000 Mitarbeiter bezüglich neuer Produkte, Prozesse und IT-Systeme ausgebildet. Gleichzeitig wurde das technologiegestützte Bankgeschäft stark erweitert: Per Ende Juni 1999 bezogen rund 180'000 Kunden Bankdienstleistungen via Telebanking (Internet, Videotex).

Der Gewinn vor Steuern von UBS Brinson betrug im ersten Halbjahr CHF 153 Millionen. Das Ergebnis im Geschäftsbereich Brinson wurde von fusionsbedingten Kundenabgängen in Europa beeinträchtigt. Der Neugeldzufluss entwickelt sich indessen planmässig. Die Resultate des Geschäftsbereichs Phillips & Drew verschlechterten sich, obwohl die Anlageperformance in den letzten Monaten deutlich anstieg. Die verwalteten Vermögen stiegen seit Ende 1998 um 6% auf CHF 563 Milliarden, wovon CHF 376 Milliarden (+ 4,4%) auf die institutionelle Vermögensverwaltung entfielen. Die Vermögen der von UBS Brinson verwalteten Anlagefonds erhöhten sich um 9,4% auf CHF 187 Milliarden.

Die im Private-Equity-Geschäft tätige UBS Capital erreichte einen Gewinn vor Steuern von CHF 56 Millionen. Da die Erträge im Zusammenhang mit getätigten Veräusserungen generiert werden, sind Kurzzeitvergleiche nicht sinnvoll. Die Kosten verharrten auf Vorjahresniveau. Das Beteiligungsportfolio wies per 30. Juni 1999 einen Buchwert von CHF 2,4 Milliarden gegenüber CHF 1,8 Milliarden per Ende Jahr 1998 aus. Der Marktwert stieg von CHF 2,7 Milliarden (per Ende 1998) auf CHF 3,5 Milliarden per Mitte 1999. Daraus ergibt sich eine Erhöhung der unrealisierten Gewinne von CHF 0,2 Milliarden auf CHF 1,1 Milliarden. UBS Capital beabsichtigt, ihr Portfolio auf rund CHF 4 Milliarden auszubauen.

Ergebnisse der Finanzrechnung

Der Geschäftsertrag erhöhte sich im Vergleich zum ersten Halbjahr 1998 um 5% auf CHF 15'240 Millionen. Der Erfolg im Zinsengeschäft nahm trotz des Wegfalls der Erträge aus verkauften Tochterbanken und der fortschreitenden Reduzierung des internationalen Kreditgeschäfts um 1% auf CHF 3'365 Millionen zu. Dies ist vor allem auf höhere Zinsmargen im Schweizer Kreditgeschäft infolge der Anwendung risikogerechter Preise zurückzuführen. Die Wertberichtigungen für Kreditrisiken betrugen CHF 635 Millionen gegenüber CHF 310 Millionen im ersten Halbjahr 1998, in welchem ein bedeutender Teil der notwendigen Wertberichtigungen über bestehende, früher gebildete Rückstellungen verbucht wurde. Insgesamt betrachtet hat sich die Situation gegenüber der Vorjahresperiode deutlich verbessert, was unter anderem auf die positive wirtschaftliche Entwicklung in der Schweiz zurückzuführen ist. Die Qualität des Kreditportfolios konnte weiter erhöht werden. Die notleidenden Kreditpositionen betrugen per Ende Juni 1999 CHF 14 Milliarden, gegenüber CHF 15,7 Milliarden per Ende 1998. Diese waren zu 103,5% zurückgestellt.

Der Erfolg im Dienstleistungs- und Kommissiongeschäft betrug CHF 6'184 Millionen. Der Rückgang um 6% ist zu einem substanziellen Teil auf den Verkauf von Tochtergesellschaften und die damit verbundenen Ertragsausfälle zurückzuführen. Ausgezeichnet entwickelten sich die Erträge aus UBS-Fondsgesellschaften. Die Courtagen reduzierten sich infolge niedrigerer Transaktionsvolumina an der Schweizer Börse sowie Erlösminderungen im Zusammenhang mit erwähnten Veräusserungen. Während die Einkünfte aus dem Corporate Finance eine zweistellige Zuwachsrate aufwiesen, präsentierten sich die Einkünfte aus dem Emissionsgeschäft im Vergleich zur aussergewöhnlich starken Vorjahresperiode schwächer.

Der Handelserfolg erhöhte sich deutlich um 26% auf CHF 3'986 Millionen. Die guten Bedingungen an den Finanzmärkten führten zu höheren Volumina im Kundengeschäft und damit zu markant gestiegenen Erträgen aus Beteiligungspapieren (Aktien). Auch die Einkünfte aus dem Handel mit festverzinslichen Anlagen (Obligationen und übrige Zinsinstrumente) entwickelten sich bei allen wichtigen Produktelinien sehr erfreulich. Die Erträge aus dem Devisen- und Notenhandel gingen indessen zurück.

Der Übrige Erfolg inklusive Erfolg aus assoziierten Gesellschaften erhöhte sich um 37% auf CHF 2'340 Millionen. Dies ist auf Veräusserungen mit einem Gewinn vor Steuern von CHF 1'800 Millionen - gegenüber CHF 1'058 Millionen in der Vorjahresperiode -zurückzuführen.

Der Geschäftsaufwand erhöhte sich leicht auf CHF 10'001 Millionen (+1%). Der Personalaufwand nahm um 18% auf CHF 6'819 Millionen zu. Die guten Resultate führten bei der Division Warburg Dillon Read zu erhöhten erfolgsabhängigen Zahlungen, welche die aus der Fusion und aus den Desinvestitionen resultierenden Einsparungen überkompensierten. Die erfolsabhängigen Zahlungen wurden zudem neu auf der Basis des Ergebnisses und nicht wie im Vorjahr linear aufgrund der Budgetzahlen verbucht. Infolge fusionsbedingter Kostenersparnisse reduzierte sich der Sachaufwand um 28%, respektive um 13% ohne Berücksichtigung der in der Vorjahreshälfte gebildeten Rückstellung im Zusammenhang mit dem aussergerichtlichen Vergleich in den USA. Die Abschreibungen nahmen um 5% auf CHF 864 Millionen ab.

Stand der Restrukturierungsrückstellung

Von der fusionsbedingten und im Geschäftsjahr 1997 verbuchten Restrukturierungsrückstellung von CHF 7 Milliarden wurden seit Anfang 1998 insgesamt CHF 5'165 Millionen aufgewendet. Davon entfielen CHF 1'138 Millionen auf das erste Halbjahr 1999 und dienten zur Abdeckung von IT-Integrationskosten, Immobilienaufwendungen und Personalmassnahmen.

Jahr 2000

Die technischen und betrieblichen Massnahmen zur Umstellung auf den Jahrtausendwechsel wurden planmässig vorangetrieben. Bis Ende Juni 1999 waren die Anpassungsarbeiten von 97% der geschäftskritischen Systeme abgeschlossen. Der Rest wird bis Ende September 1999 vollzogen sein. UBS unterstützt die Initiativen der Schweizerischen Bankiervereinigung zur optimalen Vorbereitung des Finanzplatzes Schweiz auf den Jahrtausendwechsel. UBS hat ausserdem im Rahmen der schweizerischen Interbank-Gruppe die Koordination ihrer Arbeiten übernommen. Die umstellungsbedingten Kosten beliefen sich im ersten Halbjahr 1999 auf CHF 176 Millionen. Für das Gesamtjahr erwartet die Bank Kosten von rund CHF 370 Millionen.

Ausblick 1999

UBS wird ihre Marktposition weiter ausbauen. Für das Gesamtjahr 1999 ist UBS zuversichtlich.

Zürich/Basel, 24. August 1999

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