Der Millionär und Aussteiger, der ohne Uhr lebt

März 2017 | 4 min read

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Der Millionär und Aussteiger, der ohne Uhr lebt

In den 1980er Jahren sind eine Menge Leute sehr schnell sehr reich geworden. Zu ihnen gehörte David Glasheen, der Millionen mit Aktien und Wertpapieren verdiente, bevor der grosse Crash von 1987 sein Vermögen mehr oder weniger vernichtete. Danach ging er nach Restoration Island, einem unbewohnten Paradies vor der nördlichsten Halbinsel Australiens.

Glasheen machte die Insel zu seinem neuen Zuhause. Heute, im Alter von 73 Jahren, lebt er trotz zahlreicher Versuche, ihn von hier zu vertreiben, immer noch hier. Die meiste Zeit lebt er allein auf der Insel vor sich dahin. Wenn er Besuch hat, macht er sich die Mühe, Kleidung zu tragen. Er braut sein eigenes Bier, handelt hin und wieder dank seiner solarbetriebenen Internetverbindung an der Börse und verbringt ansonsten die Zeit mit seinem geliebten Hund Quasi.

VICE: Wie sieht bei Ihnen ein durchschnittlicher Tag aus?

David Glasheen: Oh, so etwas wie einen «durchschnittlichen» Tag gibt es hier nicht. Es hängt ganz davon ab, was ich tun möchte und wie das Wetter ist. Wenn Regenzeit ist und die Dinge unvorhersehbar sind, kann es sehr schnell sehr unangenehm werden. Wenn die Insel direkt von einem Zyklon getroffen würde, dann wäre das praktisch ihr Ende. Es sind schon grosse Zyklone nah an der Insel vorbeigezogen, mit Winden von bis zu 200 km/h. Diese haben schon eine ziemlich zerstörerische Kraft, aber bei 400 km/h sind die Schäden verheerend. Kokosnüsse sind wie Kanonenkugeln.

Sie leben allein auf einer verlassenen Insel. Machen Sie sich Sorgen, dass die Welt zu voll mit Menschen wird?

Manche sagen, die Welt ist übervölkert, aber das denke ich nicht. Wir müssen es nur schaffen, Lebensmittel auf intelligentere Weise anzubauen und gerechter zu verteilen.

Was ist das grösste Missverständnis in Bezug auf die Zeit?

Die Vorstellung, dass wir sie kontrollieren können. Das können wir aber nicht, die Zeit vergeht so oder so, und das Leben passiert eben. Die Menschen haben all diese grossen Pläne, was sie mit ihrem Leben anstellen wollen. Und sie haben Pläne für ihre Kinder, ihre Familien und ihr Geschäft. Aber plötzlich zieht jemand den Hebel. Das ist die Natur, und sie ist unglaublich mächtig. Es könnte eine Krankheit geben, welche die Menschheit schon morgen niederstreckt.

Wie hat das Leben auf einer einsamen Insel Ihr Verständnis von Zeit verändert?

Man muss jede Sekunde geniessen. Zeit ist etwas sehr Wertvolles. Sie können sich vorstellen, wie viel Sie davon mit Arbeit verschwenden, so wie ich es zum Beispiel getan habe. Man steckt seine ganze Energie hinein, Geld zu verdienen, um sich das zu kaufen, von dem man denkt, dass es die Familie glücklich macht. Ich war damals in der Jäger-und-Sammler-Rolle gefangen, der Mann, der zur Arbeit ging und dafür Geld bezahlt bekam, damit die Ehefrau im Supermarkt einkaufen gehen konnte, statt einfach umherzuziehen und Tieren auf den Kopf zu schlagen. Wir jagen heute auf unterschiedliche Weise: Wir jagen im Büro in Anzug und Krawatte und all den albernen Kleidungsstücken, die wir eigentlich nicht brauchen. Jeder sollte heute dank der ganzen Technik mehr Zeit haben, aber ich beobachte, dass die Leute mehr denn je arbeiten.

Was ist Ihre grösste Hoffnung für die Zukunft?

Dass wir lernen, toleranter miteinander umzugehen. Wir müssen die Talente in unseren Ländern finden, um der Welt zu helfen. Der Westen verfügt über viele Talente, viele philanthropische Talente – es gibt immer mehr Menschen mit Geld, die helfen wollen. Doch sie möchten ihr Geld nicht weggeben, damit es dann verschwendet wird, denn schliesslich mussten sie hart arbeiten, um es zu verdienen. Die Zukunft liegt bei den jungen intelligenten Menschen, die erkennen, was die alten Knacker wie ich falsch gemacht haben. Menschen wie ich sollten von der Macht verdrängt werden. Aber alles zu seiner Zeit. Eile mit Weile.

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