Wie reich sind Sie?

Dezember 2016 | 6 min

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UBS
Wie reich sind Sie?

Denken Sie bei dieser Frage an Ihr Bankkonto, Ihr Haus, Ihre Freundschaften oder Ihre Mutter?

Nehmen wir einmal Ihre Mutter. Können Sie sagen, wie viel Zeit oder Geld sie Ihnen im Laufe der Jahre gegeben hat? Also: Wie viel war es? Sie können es nicht sagen?

Wohlstand misst man im Allgemeinen in Zahlen. Man versteht ihn also üblicherweise finanziell. Aber echter Reichtum lässt sich nicht quantifizieren. Es gibt viele weiche, weniger greifbare Formen von Reichtum, die ebenso wichtig oder wichtiger sind als die Zahlen auf einem Bankkonto. Zahlen erleichtern den Vergleich, wobei Vergleiche ebenso verlockend wie Klatsch und Tratsch sind.

Eine jüngere von UBS unterstützte Studie von UNLIMITED, an der über 2000 Menschen im Alter zwischen 18 und 34 Jahren auf der ganzen Welt teilnahmen, hat ergeben, dass für 86 Prozent dieser finanziell erfolgreichen „Millennials“ (die Generation, die im Zeitraum von etwa 1980 bis 1999 geboren wurde) Reichtum inzwischen etwas anderes bedeutet als Besitztümer. Ein Drittel von ihnen definierte die Verkörperung eines reichen Lebens als ein Leben voller erfüllender Erfahrungen. Wenn die Grundbedürfnisse erst einmal gesichert sind, gewinnen also andere Formen des Wohlstands an Bedeutung.

Es scheint, als bewegten wir uns auf ein Zeitalter zu, in dem es als wertvoller betrachtet wird, zu etwas Zugang zu haben, als es selbst zu besitzen. Millennials „streamen“ Musik, Filme und Fernsehen lieber aus dem Internet, als sich CDs oder DVDs zu kaufen. Bücher und Hörbücher laden wir uns auf unsere Telefone herunter. Wir vermieten unsere Häuser und Gästezimmer und fahren mit den Autos anderer normaler Menschen umher. Manchmal „poolen“ wir sie sogar. Bücher und Kassetten sind zu Nostalgieobjekten geworden. Bei dieser Verlagerung, bei der es immer wichtiger wird, etwas zu erleben, anstatt es zu besitzen, wächst derzeit eine „Wirtschaft des Teilens“ heran, die durch den Technologiesektor ins Leben gerufen wurde.

Wir tun auch vieles kostenlos. Staatliche Untersuchungen weisen darauf hin, dass der Wert der Arbeit, die Menschen in Großbritannien für andere ohne Entgelt leisten, schon jetzt unser Bruttoinlandsprodukt übersteigt. Wir sind uns dessen kaum bewusst und bringen es nicht zur Sprache, auch verfügen wir nicht über Werkzeuge, um diese Schattenwirtschaft zu fördern.

Die traditionellen Volkswirtschaften sind stark verhaftet in traditionellen Formen des Geschäftsverkehrs und herkömmlichen Denkweisen. Unsere Erfolge der Vergangenheit könnten uns jetzt zur Zwangsjacke werden.

Schwellenländer wie China und Indien sind möglicherweise besser für künftige diverse finanzielle Ambitionen gerüstet. Das glauben laut der Untersuchung von UNLIMITED jedenfalls ihre Millennials. In Indien waren 77 Prozent der befragten Millennials zuversichtlich, dass sie ihre finanziellen Ziele erreichen würden, verglichen mit nur 62 Prozent in Großbritannien. Die Studie wies ferner darauf hin, dass in traditionellen Volkswirtschaften eine größere Risikoabneigung und ein vorsichtiger Ausblick vorherrschend seien. Erfolgreiche Millennials aus den alten Supermächten der Welt tragen sich am seltensten mit dem Gedanken, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Nur 63 Prozent in Großbritannien stehen hier außerordentlichen 99 Prozent in Indien und 98 Prozent in China gegenüber. Auch von den Engpässen einer Konjunktur, die durch Ereignisse wie die Finanzkrise oder das kürzliche Brexit-Referendum ins Schwanken gerät, sind die neuen Wirtschaftsräume nicht betroffen.

Die traditionellen Märkte müssen also aufwachen. Wir müssen an unserem Verständnis und an unseren Gesprächen über Reichtum etwas ändern, und das nicht nur im Privat-, sondern auch im Geschäftsleben. Und ich glaube, dass es Anzeichen dafür gibt, dass sich etwas bewegt. Unternehmen werden meist nach ihrem Bilanzergebnis bewertet und sind rechtlich nur ihren Aktionären verpflichtet. Dadurch besteht der angestrebte Reichtum in erster Linie - und manchmal ausschließlich - im finanziellen Gewinn.

Es entstehen jedoch immer mehr neue soziale Unternehmen, die andere Werte etablieren. Diese Unternehmen können viele Formen haben - CICs, Yunus Social Businesses, B-Corps - aber sie alle haben eine ähnliche Mission: das Geschäft zu nutzen, um alternative Ideen von sozialen und ökologischen Werten und gemeinsamem Wohlstand voranzutreiben.

Vor Kurzem haben wir zu diesem Zweck das von mir mitbegründete Technologieunternehmen Impossible als B-Corp zertifiziert. Das bedeutet für uns ein halbjährliches Audit unserer Operationen und eine rechtliche Verpflichtung in unserer Satzung, die uns gegenüber allen Anspruchsgruppen des Unternehmens verpflichtet: den Aktionären, der Gemeinschaft, der Umwelt und unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Wir gehören zu einer Bewegung von Unternehmen von Kickstarter und Patagonia bis hin zu Fairphone, die diesen Schritt gehen - denn wir glauben, dass in einer Welt, in der die Wirtschaft so einflussreich und vermögend ist, ihr Einfluss ein positiver sein und ihr Wohlstand neu definiert werden muss.

In einem Zeitalter der wirtschaftlichen Unsicherheit und angesichts der sehr realen Aussicht, dass die Automatisierung viele Arbeitsplätze bedrohen wird, die wir jetzt noch haben, ist es wichtiger denn je, dass wir eine breite Debatte über Wohlstand und Werte sowie darüber führen, worauf wir unseren Schwerpunkt legen wollen.

Auf meiner Reise beim Aufbau von Impossible habe ich jemanden getroffen, dessen Philosophie mich wirklich beschäftigt hat: Mark Boyle, den Autor von „The Moneyless Manifesto“. Mark Boyle spricht in seinem Buch von der Notwendigkeit einer Diversität der Ökonomien in Analogie zur Funktionsweise der Natur. Nachdem er drei Jahre ohne Geld gelebt hatte, sagte er: „Ich fand heraus, dass meine Sicherheit nicht länger auf meinem Bankkonto lag, sondern in der Stärke meiner Beziehungen zu den Menschen, Pflanzen und Tieren um mich herum. Mein Charakter hat das Pfund Sterling als meine Währung ersetzt.“ Finanzieller Reichtum hat seinen Platz, aber er ist nur ein kleiner Teil von dem, was in der Realität bedeutet, ein reicher Mensch zu sein.

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