Strategische und taktische Argumente für Loans
Variabel verzinsliche Kredite sind interessant, da sie attraktive Renditen, ein geringes Durationsrisiko und Diversifikationsvorteile bieten

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Variabel verzinsliche Kredite sind interessant, da sie attraktive Renditen, ein geringes Durationsrisiko und Diversifikationsvorteile bieten

In einem sich weiterentwickelnden Zinsumfeld sind Loans für Anleger nach wie vor sehr interessant. Ihre variable Verzinsung, ihre historische Widerstandkraft und ihr Potenzial für attraktive risikobereinigte Gesamterträge sowie hohe Zinserträge machen sie zu einer interessanten Komponente diversifizierter Portfolios. Chris Kempton untersucht ihre sofortige und langfristige Attraktivität.
Strategische Argumente
Loans sind seit langem eine Kernkomponente institutioneller Fixed-Income-Portfolios. Sie bieten Diversifikationsvorteile und ein relativ stabiles Renditeprofil. Einige wichtige Faktoren untermauern ihre strategische Attraktivität:
Anders als herkömmliche Anleihen, die festverzinsliche Coupons haben und Kurseinbussen erleiden können, wenn die Zinssätze steigen, sind Loans in der Regel variabel verzinsliche Instrumente. Das heißt, dass sich ihre Coupons an die vorherrschenden Zinssätze anpassen. Dadurch verringert sich ihre Zinssensitivität und sie weisen nur geringe Korrelationen zu anderen Teilen des Fixed-Income-Marktes auf.
Historische Daten verdeutlichen die Beständigkeit von Loan-Erträgen. In den letzten 32 Jahren erlebte der Markt für Leveraged Loans nur drei negative Kalenderjahre – eine beeindruckende Erfolgsbilanz im Vergleich zu vielen anderen festverzinslichen Anlageklassen. Selbst in volatilen Zeiten, zeigten sich Loans als widerstandsfähig. Dies wurde durch ihren vorrangig besicherten Status untermauert, der sicherstellt, dass sie zu den ersten Schuldtiteln zählen, die zurückgezahlt werden, falls das Unternehmen in eine Schieflage geraten sollte.
Ein weiterer Vorteil von Loans ist die Unterlegung durch Sicherheiten. Im Gegensatz zu ungesicherten Krediten sind Loans in der Regel durch spezifische Vermögenswerte besichert. Dies schafft eine zusätzliche Ebene des Schutzes für die Anleger. Darüber hinaus besteht ein bedeutender Teil der Anlegerbasis aus institutionellen Käufern, wie Banken, Pensionskassen und Versicherungsunternehmen. Diese institutionelle Partizipation trägt dazu bei, den Markt zu stabilisieren – selbst in Phasen mit erhöhter Volatilität.
Zusätzlich zu ihrer strategischen Rolle in festverzinslichen Portfolios bieten Loans breitere Diversifizierungsvorteile unter den Anlageklassen. Senior Loans zeigten in der Vergangenheit eine geringe Korrelation zu Aktien und traditionellen Anleihen. Dies trug dazu bei, die Portfoliovolatilität insgesamt zu verringern.
Taktische Argumente – warum gerade jetzt?
Die strategischen Argumente für Loans sind gut bekannt, doch die taktischen Argumente sind ebenso überzeugend.
In der Vergangenheit wurden Loans von Anlegern bevorzugt, wenn die Zinssätze stiegen, da sie aufgrund ihrer variablen Verzinsung höhere Erträge bieten, wenn die Zinsen steigen. Angesichts der Zinssenkungen fragen sich einige Anleger jedoch, ob Loans immer noch relevant sind.
Die Antwort liegt in ihrer Attraktivität über die Zinszyklen hinweg. Selbst bei sinkenden Zinsen ziehen Loans fortgesetzt institutionelle Anleger an, die ihre Vorteile in Bezug auf die Rendite und die Kreditrisikoprämien (Spreads) zu schätzen wissen. Der Loan-Markt ist in der Vergangenheit selbst nach Straffungsphasen gewachsen, womit er seine Widerstandskraft und die nachhaltige Nachfrage unter Beweis stellte.
Während die absoluten Renditen von festverzinslichen Anlagen gestiegen sind, bleiben die Spreads der entscheidende Maßstab für die Beurteilung ihres Werts. Die Höhe der Spreads steht für die Risikoprämie, die Anleger über die risikolosen Zinsen hinaus erhalten. Und obwohl die Renditen insgesamt höher sind, sind die Spreads am Loan-Markt nur etwas enger als im 15-Jahresdurchschnitt. Im Vergleich dazu bewegen sich die derzeit in anderen Bereichen des Kreditmarktes gebotenen Spreads auf langfristigen Tiefstwerten.Angesichts des Spread-Rückgangs am breiteren Kreditmarkt ist die in Loans enthaltene Prämie nach wie vor attraktiv.
Senior Loans und Collateralized Loan Obligations (CLOs) haben Eigenschaften, die ihnen helfen, der Marktvolatilität standzuhalten. Im Falle eines Zahlungsausfalls haben sich Leveraged Loans in der Vergangenheit besser gehalten als Hochzinsanleihen, wodurch sich die Verluste für die Anleger verringern. In den letzten 10 Jahren konnten Inhaber von Senior Loans nach Konkursen immer noch 55 Cent pro US-Dollar erlösen, während der Durchschnitt bei Inhabern von Hochzinsanleihen rund 37 Cent pro US-Dollar betrug.
Vor allem CLOs wirken als strukturelle Puffer am Markt. Diese aktiv verwalteten Instrumente bündeln Senior Loans und schaffen Tranchen mit unterschiedlichen Graden an Risiko und Rendite. Diese Struktur bietet Flexibilität und ermöglicht es den Verwaltern, die Portfolios dynamisch anzupassen, während sie die Stabilität sogar in Abschwungphasen erhalten.
Durchdachte Umsetzung
Trotz der veränderlichen Marktbedingungen bieten Loans nach wie vor einen attraktiven Mix aus strategischer Stabilität und taktischer Chance.
In einer Welt, in der die gesamtwirtschaftliche Unsicherheit anhält, sind Loans ein wichtiges Instrument für Anleger, die sowohl Zinserträge als auch risikobereinigte Gesamterträge anstreben.

Wesentliche Risikofaktoren, die in Betracht gezogen werden sollten
Obwohl Senior Loans attraktive Eigenschaften aufweisen, sollten sich die Anleger der potenziellen Risiken bewusst sein, dazu zählt unter anderem:
Die institutionelle Partizipation und CLO-Strukturen können dazu beitragen, diese Risiken zu bewältigen und die Marktstabilität zu stärken.
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