Als nachhaltig gilt eine Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht – ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen einzuschränken. Ressourcen und Rohstoffe, speziell Energie, saubere Luft und sauberes Wasser, sind begrenzt. Nachhaltig handeln bedeutet, diese und weitere Ressourcen so optimal wie möglich zu nutzen. Übertragen auf ein Bauprojekt: Als vorbildlich und nachhaltig gelten Gebäude, die von der Erstellung bis zum Betrieb ressourcenschonend sind.

Mobilität und Verkehr

Was zeichnet einen optimalen Standort aus? Als nachhaltig gelten Standorte, die optimal erschlossen und auch mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar sind. Wer täglich über sehr weite Strecken pendelt und sehr viele Autokilometer zurücklegt, verschlechtert seinen ökologischen Fussabdruck.

Eine weitere Überlegung betrifft das Haus: Dach, Fassade und Fenster gelten als neuralgische Bauteile. Vor allem bei älteren, unzureichend gedämmten Gebäuden verursachen sie rund vier Fünftel der gesamten Energieverluste. Thomas Ammann, Ressortleiter Energie- und Bautechnik beim HEV Schweiz: «Bei jedem Neubau sollte die Qualität der Wärmedämmung und der Fassade Priorität haben.» Eine Investition im Bereich Wärmedämmung des Hauses zahlt sich längerfristig aus – Gebäudehülle und Fenster sollten deshalb optimal gestaltet sein.

Wärmepumpen: nachhaltig und wirtschaftlich

Nachhaltigkeit erstreckt sich allerdings nicht nur auf Neubauten. In der Schweiz gelten rund 1,5 Millionen Gebäude als sanierungsbedürftig. Die Verbesserung der Wärmedämmung und eine Umrüstung auf erneuerbare Energieträger sind jedoch mit einigem Aufwand verbunden. Der Einbau einer Wärmepumpe mit Erdsonde kostet meist deutlich mehr als der blosse Ersatz eines konventionellen Heizkessels. Bei einem Ein- oder Mehrfamilienhaus ist für Wärmepumpe, Bohrung und Entsorgung der alten Anlage mit mindestens 30 000 bis 35 000 Franken zu rechnen. Doch auch hier gilt: Über einen grösseren Zeitraum gerechnet, lässt sich die Investition amortisieren. Die Jahreskosten einer Wärmepumpe mit Erdsonde (inklusive Finanzierung, Betrieb und Service) liegen auf Dauer tiefer als die Jahreskosten aller anderen Systeme – zudem ist es anerkannt, dass diese Variante die beste CO2-Bilanz aufweist.

Haus wird zum Kraftwerk

Die Gebäude der neusten Generation mausern sich quasi zu Energieproduzenten. Fotovoltaik zur Eigenproduktion von Strom ist heute wirtschaftlich und technisch bewährt; der auf dem Dach selbst produzierte Strom ist oft günstiger als der Netzstrom vom Energieversorger. Die für die Herstellung benötigte «graue Energie» ist heute innert kurzer Zeit amortisiert. Scheint die Sonne, lassen sich damit unter anderem eine Wärmepumpe im Haus oder auch weitere Geräte wie Wasch- oder Abwaschmaschine betreiben. Die Technik hat enorme Fortschritte erzielt, sodass dank Batterie- oder thermischen Speichern die tagsüber anfallende Energie auch abends oder in der Nacht genutzt werden kann. «Thermische Speicher sind beim heutigen Stand der Technik noch günstiger als Batterien», sagt Thomas Ammann vom HEV Schweiz.

Pro und kontra Labels

Zu den verschiedenen Labels und Baustandards zählen «Nachhaltiges Bauen Schweiz» sowie das Schweizer Label «Minergie». «Nachhaltiges Bauen Schweiz» verfolgt einen umfassenden Ansatz, der ein Ranking für grössere Bauten ermöglicht. Für kleinere Projekte und speziell für Einfamilienhäuser oder Gebäude im Stockwerkeigentum ist Minergie gut etabliert. Es umfasst verschiedene Module und Standards wie Minergie-P oder Minergie-ECO. Je nachdem liegt der Fokus bei einem möglichst tiefen Energieverbrauch oder bei baubiologischen Anforderungen. Ob Sie als privater Bauherr ein solches Label anstreben, ist allein Ihre Entscheidung – es lohnt sich jedoch, sich darüber Gedanken zu machen. «Vorsicht ist geboten, wenn Minergie versprochen worden ist, das Haus dann aber nicht zertifiziert wird», betont Thomas Ammann vom HEV Schweiz. «Gerade im Neubau bedeutet dies, dass ein Projekt realisiert wird, das nicht über den ohnehin vorgeschriebenen Standard hinausgeht.»

ABC der erneuerbaren Energie

Wärmepumpen entziehen dem Boden, dem Grundwasser oder der Luft Energie und erzeugen so Wärme zur Gebäudeheizung oder Warmwasseraufbereitung. Es gibt drei verschiedene Typen:

  • Sole-Wasser-Wärmepumpe: Eine Sonde in 50 bis 300 Metern Tiefe holt die Wärme aus dem Untergrund.
  • Wasser-Wasser-Wärmepumpen nutzen Wärme aus Grund- oder Oberflächenwasser.
  • Luft-Wasser-Wärmepumpen entziehen der Umgebungsluft Wärme und erfordern keine Bohrung.

Moderne Wärmepumpen arbeiten vor allem dann effizient, wenn das Haus über qualitativ gute Fenster und eine sehr gute Wärmedämmung verfügt.

Solarthermie nutzt die Sonne. In Kollektoren auf dem Dach zirkuliert Wasser, das sich bei Sonneneinstrahlung erwärmt. Dient zur Aufbereitung des Warmwassers und zum Heizen. Weil die Sonneneinstrahlung nicht immer reicht, braucht das Haus eine Zusatzheizung.

Fotovoltaik (Stromerzeugung): Die Preise für die benötigten Module sind auf dem Weltmarkt stark gesunken, damit ist die Stromerzeugung auf dem eigenen Dach wirtschaftlich geworden. Ideal ist der Fotovoltaikstrom für den Betrieb einer Wärmepumpe. Die öffentliche Hand leistet Investitionsbeiträge in Form einer Einmalvergütung.

Fernwärme oder Wärmeverbund: Vor allem in städtischen Agglomerationen stellt Fernwärme – etwa aus der Kehrichtverbrennung – eine nachhaltige Lösung dar. Als Wärmeverbund kommen eine gemeinschaftlich betriebene Holzheizung oder ein gemeinsames Erdsondenfeld mit Wärmepumpen infrage.

Holz: Zu den erneuerbaren Energien zählen Holzpellets- und Holzschnitzelheizungen. Bei der CO2-Bilanz schneiden diese Varianten wie die Wärmepumpen wesentlich besser ab als konventionelle Öl- und Gasheizungen. Im Unterschied zu Wärmepumpen werden sie auch in älteren Häusern bei höheren Vorlauftemperaturen für die Wärmeverteilung eingesetzt.

Finanzierung und Förderbeiträge

Sanierungen ab 100 000 Franken lassen sich über die UBS Baufinanzierung bezahlen. Voraussetzung: Einhaltung der Belehnungsrichtlinien und finanzielle Tragbarkeit. Unser Tipp: Wenden Sie sich an Ihren Kundenberater. Er zeigt Ihnen die Möglichkeiten einer Baufinanzierung oder einer Aufstockung der Hypothek auf.

Förder- und Investitionsbeiträge leisten fast alle Kantone und Gemeinden. Im Fokus steht die Verbesserung der Energieeffizienz, also: Gebäudehülle, Umrüstung auf erneuerbare Energie, Beratungen usw.

#TOGETHERBAND: nachhaltiges Engagement von UBS

#TOGETHERBAND sind 17 nachhaltig und ethisch produzierte Freundschaftsbänder in den Farben der 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. Tragen Sie das eine Band und teilen Sie das zweite. Der Erlös finanziert Projekte, die zur Erreichung der Nachhaltigkeitsziele beitragen. Bestellen Sie das zu Ihren Zielen passende Band jetzt unter togetherband.ch – bezahlbar auch mit KeyClub ePunkten.