Anlegen Hohe Liquidität schmälert die Rendite

Wer 2021 eine positive Vermögensrendite erzielen will, sollte über Anlagen nachdenken. Denn die Zinsen werden sich kaum bewegen.

von Daniel Kalt 25. Jan 2021

Bild: UBS

Aktienmärkte antizipieren die Entwicklung der Wirtschaft. So war der Einbruch an der Börse im Frühjahr 2020 um 30 bis 40 Prozent eine Vorwegnahme des weltweiten wirtschaftlichen Rückgangs. Dagegen wurden Ende 2020 die Ankündigungen sowie Freigaben diverser Impfstoffe, die staatliche Unterstützung der Wirtschaft sowie der Ausgang der US-Wahlen von der Börse als klare Botschaften für stabilere Verhältnisse aufgenommen. Das Investment Research von UBS geht davon aus, dass sich die Erholung von Wirtschaft und Börse auch 2021 fortsetzen wird, und zwar weltweit ziemlich gleichzeitig.

Wie schnell sich die Erholung einstellt und ob es allenfalls zu kurzfristigen Einbrüchen kommt, hängt einerseits davon ab, wie gut die Impfungen und weitere Massnahmen die Pandemie zurückdrängen, und andererseits von der Entwicklung weiterer Risiken. Unsicherheit über die Auswirkungen der Virusmutationen oder der Handelsstreit zwischen den USA und China könnten kurzfristig auch zu Marktschwankungen führen. 2021 noch eher unwahrscheinlich als Thema ist eine nennenswerte Inflation (Teuerung).

Historisches Zinstief stabil

Die Leitzinsen werden in Europa 2021 aller Voraussicht nach auf ihrem historischen Tiefststand verharren – also im negativen Bereich. Darauf lassen die Ankündigungen der grossen Zentralbanken schliessen: Sie wollen die Zinsen so lange tief halten, bis sich die Wirtschaft erholt und wieder Vollbeschäftigung erreicht ist. Die US-Notenbank sagt sogar deutlich, dass sie die Zinsen nicht anpassen wird, bis die Inflation klar über 2 Prozent angestiegen ist.

Bei Kunden, die einen grossen Teil ihres Vermögens in Bargeld und auf Sparkonti angelegt haben, also keinen Zins erwirtschaften, schlägt eine allfällig aufkommende Inflation weiter auf die Ersparnisse. Angenommen, die Inflation liegt längerfristig im Durchschnitt um 2 Prozent über dem Sparzins, dann büsst das Vermögen des Sparers in 10 Jahren rund einen Fünftel an Kaufkraft ein. Demgegenüber steht die durchschnittliche Dividendenrendite am Schweizer Aktienmarkt, die über Jahre hinweg ziemlich stabil bei 3 Prozent pro Jahr liegt.

Wer in 2021 und in den Folgejahren ein hohes Liquiditätspolster in Form von Bargeld und nahezu unverzinsten Sparkonti hält, bezahlt dafür immer mehr über die Inflation und allenfalls über die Negativzinsen. Wie hoch der optimale Liquiditätsanteil am Gesamtanlagevermögen sein soll, hängt auch von den Einkommensquellen und weiteren Faktoren ab. Doch lohnt es sich heute mehr denn je, die persönliche Liquiditätsstrategie zu überdenken und überschüssige Liquidität gewinnbringend anzulegen.

Zur persönlichen Liquiditätsstrategie

Wollen Sie Ihre Liquiditätsstrategie überdenken und berechnen, wie gross die Rendite nach der Umwandlung von Liquidität in Anlagen ausfallen könnte? Unser Liquiditätsrechner unterstützt Sie dabei.

Anlagestrategie vor Einstiegszeitpunkt

Wer im Frühjahr 2020 in Aktien investiert hat, wird sich wohl über Kursgewinne gefreut haben. Und wer sich das nur überlegt, aber schliesslich nicht umgesetzt hat, ärgert sich vielleicht. Doch im Nachhinein ist man immer schlauer. Fest steht, dass es nur ganz wenige versierte Anlegerinnen und Anleger mit einem Gefühl für gutes Timing gibt. Und den absolut perfekten Zeitpunkt zu erahnen, ist ein Ding der Unmöglichkeit.

Die Empfehlung von UBS besteht daher aus der Erstellung einer klaren Anlagestrategie inklusive Risikoprofil und Zeithorizont. Letzterer ist entscheidend für die Wahl der Anlagen, denn wenn ein Teil des Vermögens über 10, 20 oder 30 Jahre nicht benötigt wird, generieren Aktien in der Regel die beste Rendite. Wenn in der Strategie der Aktienanteil festgelegt worden ist, kann danach das Portfolio schrittweise aufgebaut werden. Und was nicht vergessen gehen darf, ist das regelmässige Rebalancing der Anlagen, also die regelmässige Neuausrichtung eines Portfolios auf die festgelegte, langfristige Strategie.

Bei Staffelung stimmt der Zeitpunkt immer

Die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt geht einher mit derjenigen, ob es einen falschen Zeitpunkt gibt. Eine Frage, die sich vor allem Anlageneulinge stellen. Auch für ihre Beantwortung eignet sich der strategische Zugang besser als der emotionale. Der Durchschnittskosteneffekt besagt: Wer regelmässig investiert, etwa über monatliche Beträge, verpasst die guten Momente nicht und muss sich bei einem genügend langen Anlagehorizont keine Gedanken über das Timing machen. Somit ist der Zeitpunkt für einen gestaffelten Einstieg eigentlich immer richtig, auch im Jahr 2021.

Wer einsteigen möchte, kann das am einfachsten mit einem Fondskonto tun. Dabei wählen Sie den oder die Anlagefonds aus, die am besten zu Ihrem Risikoprofil und Ihrem Anlagehorizont passen – die meisten Anlegerinnen und Anleger lassen sich hierbei beraten. Die Anlagefonds werden aktiv von einem Portfoliomanager von UBS verwaltet, was den Fonds immer wieder optimiert. Idealerweise wird ein Fondskonto mit einem Dauerauftrag kombiniert, denn so profitieren Sie sowohl vom erwähnten Durchschnittskosteneffekt wie auch ab einem monatlichen Anlagebetrag von 50 Franken von einem reduzierten Administrationspreis.

Anlegen: Tipps, Tools, Möglichkeiten und Beratung

Erfahren Sie, wie Sie mit unseren Anlagelösungen Ihr Vermögen nachhaltig aufbauen können.

Marktchancen 2021 ergreifen

Für Anlegerinnen und Anleger, die einen namhaften Teil ihres Vermögens in Aktien investieren und über einen langen Anlagehorizont verfügen, bringt das neue Jahr neue Marktchancen. In den Branchen Fintech, Gesundheitstechnologie, Greentech, 5G und nachhaltige Anlagen besteht grosses Potenzial für Effizienzsteigerungen und innovative Lösungen. Auch die Aktien der in diesen Bereichen tätigen Firmen bieten bessere Perspektiven für eine überdurchschnittliche Wertentwicklung als die amerikanischen Mega Caps, sprich Aktiengesellschaften mit grosser Börsenkapitalisierung, etwa aus dem Technologiebereich. Die vorgenannten Anlagethemen empfehlen sich daher als Beimischung im Portfolio – natürlich immer unter der Prämisse des genügend langen Zeithorizonts und der entsprechend breiten Diversifikation.

Nachhaltigkeit ist zudem ein Thema, das durch den Regierungswechsel in den USA nochmals weltweit an Bedeutung gewinnen wird: Es ist zu erwarten, dass die USA ihre Umweltpolitik wieder höher gewichten und sich den Europäern, Japanern und Chinesen anschliessen, die sich per Mitte dieses Jahrhunderts zu einer CO2-neutralen Wirtschaft verpflichtet haben. Für Anleger somit ein noch spannenderes Thema als bisher und eines mit guten Renditechancen.