Vermögen fair aufteilen

Unter gerechter Aufteilung verstehen alle etwas anderes

Eltern und Nachkommen können unterschiedliche Vorstellungen über die Weitergabe der Familienwerte haben. Gleichzeitig berücksichtigen einseitig gefasste Entscheide nicht die Wünsche aller Beteiligten. Neben den rechtlichen Vorgaben und den finanziellen Rahmenbedingungen spielen emotionale Aspekte eine wichtige Rolle. Grundsätzlich sind Erbvorbezüge gesetzlich geregelt. Bei einer Barauszahlung bleibt der Betrag immer derselbe. Aber was passiert mit einer vorbezogenen Liegenschaft im Erbfall? Oder was sieht das Gesetz bei unterschiedlich langen oder teuren Ausbildungen vor? Und was muss man bei der Begünstigung von Stiefkindern beachten? Wie sollen Vermögenswerte angelegt werden, damit im Todesfall Erbvorbezüge ausgeglichen werden können?

All dies waren Fragen, die sich Anne Z. (70 J.) auch stellen musste. Mit einem Testament wollte sie, dass alle Erben ihren fairen Anteil erhalten und kein Streit entsteht.

Anne Z. ist stolz auf ihre Kinder. Dazu gehören sowohl ihre Kinder aus erster Ehe als auch ihre Stiefkinder.

Meinem Sohn aus erster Ehe möchte ich ein Grundstück als Erbvorbezug geben, gleichzeitig meiner Tochter den Gegenwert des Grundstücks in bar. Meine beiden Stiefkinder sollen nach meinem Ableben gleich wie meine leiblichen Kinder behandelt werden.

Anne Z.

Was passiert, wenn kein Testament vorhanden ist?

Grundsätzlich gilt: Erbvorbezüge werden an den späteren Erbteil angerechnet. Eine Million in bar bleibt eine Million. Aber bei Grundstücken verhält es sich anders: Hier wird der Verkehrswert am Todestag des Vererbenden für den Ausgleich herangezogen; dies kann zu einer Pflichtteilsverletzung führen. Aufwendungen für Ausbildungen werden grundsätzlich nicht als Erbvorbezug betrachtet, sofern sie das übliche Mass nicht übersteigen. Stiefkinder sind in der Regel nicht erbberechtigt und erhalten nichts.

Was kann man tun, was muss man beachten?

Mit einem Testament hat Anne Z. einige Möglichkeiten. Sie kann zum Beispiel festhalten, dass das geschenkte Grundstück nicht zum Verkehrswert verrechnet wird. Sie könnte auch dafür sorgen, dass Ausbildungskosten sehr wohl zu berücksichtigen sind. Und sie kann ihre Stiefkinder begünstigen. Worauf sie dabei immer achten muss: Die Pflichtteile ihrer Kinder aus erster Ehe dürfen nicht unterschritten werden.

Wussten Sie, dass…

  • ... mit einem Erbvertrag der Anrechnungswert der Liegenschaft für den Ausgleich unter den Erben verbindlich festgelegt werden kann?
  • … die Nachfolgeregelung bei Veränderung der Familiensituation unbedingt aktualisiert werden muss?
  • … unklare und nicht schriftlich festgehaltene Erbvorbezüge oft zu Streit und Zerwürfnis führen?
  • … Stiefkinder in vielen Kantonen erbschaftssteuerpflichtig sind?
  • … Pflegekosten, der Verbundenheit zu Liegenschaften oder Schwierigkeiten der Beteiligten über den Tod zu sprechen oft zu wenig Beachtung in der Nachfolgeplanung geschenkt wird?

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