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UBS KMU-Barometer: Zögerliche Erholung bei den Industrieunternehmen

Zürich / Basel | | Media Releases Switzerland

Die Umfrageresultate deuten weiterhin auf eine langsame Erholung in der Industrie hin. Generell haben die Grossunternehmen die Nase vorn. Im Dienstleistungssektor ist das Bild etwas differenzierter.

Das KMU-Barometer, das aus den Umfrageresultaten der KOF bei Industrieunternehmen berechnet wird, zeigt sowohl für die KMU wie auch für die Grossunternehmen eine leichte Erholung an. Während sich der Index der Grossunternehmen mit -0,07 der Marke 0 nähert und somit auf eine Stabilisierung hindeutet, ist die wirtschaftliche Situation bei den KMU immer noch etwas schlechter. Aber auch die KMU verbesserten ihre wirtschaftliche Lage von -1,1 Punkten im Januar auf -0,4 Punkte im April. Die aktuellen Werte liegen immer noch unter dem langjährigen Schnitt von 0,27 Punkten für die KMU respektive 0,22 Punkten für die Grossunternehmen, was auf ein schwieriges wirtschaftliches Umfeld für die Industrie hindeutet.

Nachlassender Preiskampf im Baugewerbe
Im Baugewerbe scheint der Preiszerfall sowohl bei den KMU wie auch bei den Grossunternehmen langsam ein Ende zu finden. Beide Unternehmensgruppen erwarten im 2. Quartal stagnierende Preise. Obwohl sich die Dynamik bei den Aufträgen etwas abschwächt, ist das Baugewerbe immer noch in einer komfortablen wirtschaftlichen Lage. Dies zeigt sich daran, dass die Grossunternehmen wie auch die KMU ihre Geschäftslage immer noch als gut einschätzen. Während die KMU sogar wieder neue Stellen schaffen, sind die Grossunternehmen in ihrer Personalpolitik noch etwas vorsichtiger. Auch bei den Architektur- und Ingenieurbüros ist keine Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in Sicht. Vielmehr vermelden sie im Frühling einen sprunghaften Anstieg der Nachfrage. Sowohl die Grossunternehmen wie auch die KMU bewerteten ihre Geschäftslage als gut, obwohl sich bei den Grossunternehmen die Dynamik in den letzten Monaten etwas abschwächte. Allerdings leiden die KMU stark unter dem Preisdruck.

Im Dienstleistungssektor zeigen die Indikatoren ein gemischtes Bild. Tendenziell scheint die wirtschaftliche Situation bei den Grossunternehmen etwas besser zu sein als bei den KMU. Die KMU berichten von stagnierender Nachfrage und einer Verschlechterung der Ertragslage, dies im Gegensatz zu den Grossunternehmen, welche bei beiden Indikatoren eine Verbesserung vermeldeten. Trotz des etwas schlechteren wirtschaftlichen Umfeldes für die KMU bewerteten beide Unternehmensgruppen ihre Geschäftslage in den letzten Monaten als gut.

Erholung im Tourismus war von kurzer Dauer
Die Erholung im Tourismus im 1. Quartal des laufenden Jahres hat sich speziell bei den KMU als nicht nachhaltig erwiesen. Alle Indikatoren zeigen bei den KMU wieder nach unten. Bei den Grossunternehmen ist die Situation ähnlich. Ausser den Erträgen, die zum Vorquartal unverändert blieben, verschlechterten sich alle Indikatoren weiter. Während die Unterschiede zwischen den Unternehmensgruppen in anderen Branchen in der Regel gravierend sind und die Grossunternehmen in der Regel besser abschneiden, ist diese Diskrepanz im Tourismus nicht vorhanden.

Im Detailhandel zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen Grossunternehmen und KMU bei der Einschätzung des zukünftigen Umsatzes. Die Grossunternehmen schätzen die Zukunft deutlich pessimistischer ein als die KMU. Dies reflektierte sich auch in der Beurteilung der Geschäftslage, die die KMU ebenfalls etwas besser beurteilten als die Grossunternehmen. Diese etwas positivere Sicht der wirtschaftlichen Lage wirkt sich aber nicht auf das Niveau der Beschäftigten aus. Die KMU bewerteten weiterhin ihr Niveau an Beschäftigten als zu hoch ein. Gerade umgekehrt zur allgemeinen wirtschaftlichen Lage wurde in den letzten drei Monaten die Ertragslage beurteilt. Zwar sank bei beiden Unternehmensgruppen in den letzten drei Monaten die Ertragslage, jedoch war die Verschlechterung bei den Grossunternehmen weniger gravierend als bei den KMU.

Berechnung des UBS KMU Barometers
Das UBS KMU Barometer basiert auf der monatlichen Befragung der KOF in der Industrie (ohne Bau). Es berechnet sich als erste Hauptkomponente von 17 Subindikatoren für die gesamte Industrie, aufgeteilt nach KMU (bis 200 Mitarbeitende) und Grossunternehmen (ab 200 Mitarbeitende). Es wird derart skaliert, dass sein Mittelwert Null und seine Varianz 1 ist.

Wichtiger Hinweis
Die Werte der verschiedenen Indikatoren sind saisonal geglättet. Die Auswertung erfolgt mittels sogenanntem Diffusionsindex: Das Resultat entspricht dem Mittel des Anteils der Unternehmen mit positiver beziehungsweise negativer Trendmeldung. Er vermittelt daher keine prozentualen Veränderungsraten.

UBS AG


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Sibille Duss, UBS CIO Wealth Management Research, Tel. +41-44-235 69 54

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