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Schweizer KMU: Die Beschäftigung steigt weiter an

Zürich / Basel | | Media Releases Switzerland

Es geht weiter aufwärts mit der Schweizer Wirtschaft. Die von UBS befragten Unternehmen rechnen mit einer anhaltenden Verbesserung des Geschäftsklimas und sehen auch in der näheren Zukunft – trotz einer möglichen Verlangsamung des Wachstums – keinen Grund zur Besorgnis. Die Gewinne und der Cashflows der kleineren und mittleren Unternehmen haben sich stabilisiert und der Personalbestand hat sich im Vergleich zum Vorjahr erhöht.

Die Schweizer KMU konnten im dritten Quartal ihre Umsätze leicht ausbauen. Die Ergebnisse fallen aber je nach Sektor und Branche unterschiedlich aus. Dies zeigt eine Umfrage, welche UBS im Rahmen des KMU-Barometers quartalsweise in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Gewerbeverband sgv durchführt. In der Industrie, im Dienstleistungssektor und im Tourismusbereich konnten die Unternehmen die Umsätze erhöhen, während die Unternehmen im Baugewerbe und im Detailhandel ihre Umsätze lediglich stabilisierten. Die kleineren und mittleren Unternehmen konnten ihre Beschäftigung im Durchschnitt leicht ausbauen, ihren Cashflow und ihren Gewinn konnten sie stabilisieren. Alleine bei den Verkaufspreisen ist immer noch eine leichte Verschlechterung im Vorjahresvergleich festzustellen, allerdings hat sich der Abwärtstrend bei diesem Indikator etwas verlangsamt.

Die Bauindustrie ist noch am Kämpfen
In der Bauindustrie ist die Situation bei den KMU weiterhin angespannt. Zwar haben sich die Umsätze stabilisiert und der Personalbestand konnte im dritten Quartal sogar leicht ausgebaut werden, aber bei den Verkaufspreisen, beim Gewinn und bei den Cashflows sehen die Unternehmer eine weitere Verschlechterung im Vorjahresvergleich. Dieser Trend wird sich auch im nächsten Quartal nach der Prognose der befragten Unternehmen nicht ändern. Bei den Grossunternehmen sieht die Situation ähnlich aus. Bessere Ergebnisse konnten die Grossunternehmen im dritten Quartal allerdings beim Umsatz vorweisen, zudem konnten sie auch ihre Geschäftsergebnisse deutlich steigern.

Die KMU im Industriesektor haben ihre Umsätze wie bereits im Vorquartal verbessert, und auch im nächsten Quartal erwarten die Unternehmer, dass dieser Trend anhält. Das gleiche gilt auch für den Cashflow. Bei beiden Indikatoren schneiden die KMU leicht besser ab als die Grossunternehmen. Keine Unterschiede zwischen KMU und grossen Unternehmen stellen wir beim Beschäftigungsniveau fest, das sich zum Vorjahr stabilisiert hat.

Im Dienstleistungssektor haben sich die KMU weniger gut von der Krise erholt als die Grossunternehmen, allerdings haben die KMU durchschnittlich während der Krise auch weniger stark gelitten. Sie konnten im letzten Quartal zwar ihre Gewinne und den Cashflow verbessern, jedoch in geringerem Ausmass als die Unternehmen mit 250 und mehr Mitarbeitern. Auch bei den Verkaufspreisen fällt das Ergebnis je nach Grösse des Unternehmens unterschiedlich aus. Die Grossunternehmen konnten ihre Verkaufspreise leicht steigern, während die kleineren und mittleren Unternehmen hier lediglich eine Stabilisierung erreicht haben. Diese Unterschiede werden nach der Erwartung der Unternehmen auch im nächsten Quartal anhalten.

Die KMU haben im Tourismus die Nase vorn
Nach einer langen Durststrecke können die Unternehmen im Tourismussektor langsam wieder aufatmen. So konnten die KMU erstmals seit der Krise Umsatz, Cashflow und Gewinn im Vergleich zum Vorjahr leicht verbessern. Bei den Grossunternehmen sieht das Bild ähnlich aus. Den Cashflow allerdings konnten sie lediglich auf das Vorjahresergebnis stabilisieren. Bei allen Unternehmen kam es zu einer Stabilisierung bei der Beschäftigung und den Verkaufspreisen.

Im Detailhandel schneiden die kleineren und mittleren Unternehmen bei den Verkaufspreisen und im Gewinn besser ab als Unternehmen mit 250 und mehr Mitarbeitern. Die KMU haben zwar gleich wie die Grossunternehmen bei den Verkaufspreisen eine Verschlechterung im Vorjahresvergleich hinnehmen müssen. Diese Verschlechterung fiel aber deutlich weniger gravierend aus als bei den Grossunternehmen. Ähnlich sieht das Bild beim Indikator Beschäftigung aus. Gerade umgekehrt gestaltet sich die Situation dagegen bei den Indikatoren Cashflow und bei den Gewinnen. Hier haben die Grossunternehmen ein deutlich besseres Ergebnis erzielen können als die KMU.

Rund 44% der befragten Unternehmen im Dienstleistungssektor gaben in der Umfrage an, dass die Entwicklung ihrer administrativen Belastung letzten Jahres im Vergleich zum Vorjahr stabil geblieben ist. Die meisten Unternehmen, nämlich 49%, gehen in diesem Sektor von einer leichten Zunahme der Belastung aus. Nur gerade 3% erwarten, dass die Arbeit in diesem Bereich gesunken ist. Bei den Industrieunternehmen weisen im laufenden Quartal sogar mehr als die Hälfte (53%) darauf hin, dass der administrative Aufwand zugenommen hat. Immerhin 38% der Industrieunternehmen stellen fest, dass sich der Aufwand im laufenden Jahr nicht verändert hat, während nur gerade 4% "von einer stark gestiegenen Belastung" sprechen.

Erläuterungen zur Methodik des UBS KMU-Barometers

Das UBS KMU-Barometer basiert auf einer Auswertung der seit 1975 durchgeführten UBS-Umfrage in der Industrie. Diese wurde im dritten Quartal 2006 um Dienstleistungsbetriebe ergänzt. Quartalsweise werden rund 1300 Betriebe (1000 KMU und 300 Grossunternehmen) kontaktiert, die einen repräsentativen Querschnitt der schweizerischen Volkswirtschaft darstellen. Dabei werden Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten zu den KMU gerechnet. Die Auswertung erfolgt mittels sogenanntem Diffusionsindex: Das Resultat entspricht dem gewichteten Mittel des Anteils der Unternehmen mit sehr positiver und positiver beziehungsweise negativer und sehr negativer Trendmeldung. Er vermittelt daher keine prozentualen Veränderungsraten.

Das Geschäftsklima wird ausschliesslich für die Industrie berechnet auf der Basis der Umfrageresultate zur Produktion, zum Auftragseingang und zum Umsatz. Daten zum Cashflow und auf Branchengruppenebene werden seit dem ersten Quartal 2009 erhoben.

Bemerkungen: Trends für das vergangene Quartal sind hochgerechnete effektive Ergebnisse (graue Balken), Trends für das laufende Quartal sind Erwartungen der Unternehmen (schraffierte Balken). Erfragt wird die Veränderung im Vergleich zum selben Quartal im Vorjahr. Die Auswertung der erhobenen Daten erfolgt mittels Diffusionsindex. Die Resultate können einen Wert zwischen -100 und +100 annehmen, wobei Resultate um die Null-Grenze (von -5 bis +5) eine Stagnation, Werte bis -50 (+50) eine Verschlechterung (Verbesserung) und Werte kleiner als -50 (grösser als +50) eine starke Verschlechterung (Verbesserung) der Lage bedeuten. Bei den Angaben handelt es sich nicht um die prozentuale Veränderung der entsprechenden Grösse.

Kontakte:

UBS AG

Dr. Daniel Kalt, Chefökonom Schweiz, UBS
Tel. +41-44-234 25 60

Dr. Caesar Lack, UBS Research Schweiz
Tel. +41-44-234 44 13

Sibille Duss, UBS Research Schweiz
Tel. +41-44-235 69 54

www.ubs.com/kmu

Schweizerischer Gewerbeverband (sgv)

Dr. Rudolf Horber, Chefökonom sgv
Tel. +41-31-380 14 34
        +41-78-813 65 85

Hans-Ulrich Bigler, Direktor sgv
Tel. +41-79-285 47 09

www.sgv-usam.ch

Der Schweizerische Gewerbeverband sgv ist der Dachverband der KMU. Er wurde 1879 gegründet und ist heute der grösste Wirtschaftsverband der Schweiz. Der sgv setzt sich für die Interessen der rund 300'000 KMU ein, die zum grossen Teil in seinen rund 255 Branchen- und Berufsverbänden sowie den branchenübergreifenden kantonalen Gewerbeverbänden organisiert sind.