Neuste Medienmitteilungen


Schweizer KMU: Umsatzsteigerung gegenüber dem Vorjahr

Zürich/Basel | | Media Releases Switzerland

Der Umsatz bei den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) ist in der Schweiz im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Doch der Ausblick ins dritte Quartal lässt nicht auf ein beschleunigtes Wachstum schliessen. Sehr erfreulich sind hingegen die Aussichten für den Lehrlingsmarkt. Dies geht aus der Erhebung von Mai und Juni hervor, welche UBS in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Gewerbeverband quartalsweise durchführt.

Bereits im ersten Quartal haben Dienstleister und Industrie unter den KMU die Trendwende in der Umsatzentwicklung vollzogen. Im zweiten Quartal konnte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr weiter gesteigert werden. Im Vergleich dazu stagnierten im Baugewerbe und im Detailhandel die Umsätze, und im Tourismus werden immer noch schrumpfende Umsätze beklagt. Die KMU schneiden im Vorjahresvergleich zudem besser ab als die Grossunternehmen. Letztere konnten ihre Umsatzzahlen lediglich stabilisieren.

KMU erhöhen das Lehrstellenangebot
Das Angebot an Lehrstellen dürfte sich auf das nächste Lehrjahr erhöhen, sowohl bei kleinen und mittleren wie auch bei Grossunternehmen. Allerdings ist der Anteil der KMU, welche einen Ausbau der Lehrlingsarbeitsplätze planen, höher als derjenige der Grossunternehmen mit Ausbauplänen. Durchschnittlich bieten kleine Unternehmen drei Lehrstellenplätze an, mittlere Unternehmen bilden im Schnitt sechs, Grossunternehmen 25 Lernende aus.

Wachstum bei den KMU in der Industrie
Die Erholung in der Industrie dauert an. Die Umfrageresultate zu Gewinn, Gesamtumsatz und Personalbestand verbessern sich seit Anfang dieses Jahres. Das Geschäftsklima – berechnet aus den Umfrageergebnissen zu Produktion, Auftragseingang und Umsatz – hellt sich zusehends auf: Es verbesserte sich im zweiten Quartal. Auch im dritten Quartal rechnen die KMU mit einer weiteren Verbesserung. Während KMU und Grossunternehmen die Entwicklung der Umsätze ähnlich einschätzen, zeigen sich die KMU bei ihren Gewinnerwartungen etwas vorsichtiger.

Aufwärtstrend im Dienstleistungssektor hält an
Gewinne und Cashflow der KMU im Dienstleistungssektor stabilisierten sich bereits im ersten Quartal, und der Umsatz stieg leicht an. Im zweiten Quartal stiegen die Gewinne und der Umsatz im Jahresvergleich, Beschäftigung und Verkaufspreise blieben stabil. Die KMU planen im dritten Quartal, ihre Belegschaft auszubauen, während die Grossunternehmen trotz höheren Gewinnerwartungen und vergleichbaren Umsatzerwartungen weiterhin einen Personalabbau vorsehen.

Erneuter Gewinneinbruch im Tourismus
Nach einer Verlangsamung der Gewinnerosion im ersten Quartal berichten die KMU der Tourismusbranche im zweiten Quartal wieder von stärker sinkenden Gewinnen und Cashflows. Die Umsätze sind noch immer rückläufig. Die Umfrageresultate bei den Grossunternehmen fielen, mit Ausnahme der stabilen Personalbestände, nicht besser aus als jene der KMU. Im kommenden Quartal erwarten letztere eine Stabilisierung der Umsatzzahlen bei unveränderten Verkaufspreisen und gleichbleibendem Personalbestand.

Detailhandel auf Vorjahresniveau stabil
Im Detailhandel war die Entwicklung von Umsatz und Beschäftigung vergleichbar mit derjenigen des 2. Quartals 2009. Es wurde weiterhin von fallenden Preisen berichtet, und auch im nächsten Quartal erwarten die KMU im Detailhandel in Bezug auf die Preisentwicklung keine signifikante Verbesserung. Allerdings leiden die Grossunternehmen unter den Detailhändlern stärker unter dem Preisdruck als die KMU. Grossunternehmen bauen weiterhin Stellen ab, während die KMU bereits seit dem ersten Quartal mit stabilen Personalbeständen operieren. Sowohl Grossunternehmen wie auch KMU erwarten ein leichtes Umsatzwachstum im dritten Quartal.

Stabile Umsätze im Baugewerbe
Der Abwärtstrend der Preise im Baugewerbe ging im zweiten Quartal ungebremst weiter, und auch die Gewinne sind im Vergleich zum Vorjahr weiter gesunken. Hingegen waren die Umsätze unverändert und die KMU beschäftigten gar mehr Mitarbeitende. Im nächsten Quartal erwarten die Unternehmen keine grossen Veränderungen ihrer Geschäftsentwicklung.

Das laufende Quartal zeigt, dass sich die KMU weiter von der Krise erholen. Für das kommende Quartal bleiben ihre Prognosen aber vorsichtig. Dies zeigen die Resultate aus der letzten Umfrage, welche UBS in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Gewerbeverband (sgv) im Rahmen des UBS KMU-Barometers quartalsweise durchführt. An der Umfrage haben zwischen Mitte Mai 2010 und Mitte Juni 2010 rund 450 KMU und rund 180 Grossunternehmen teilgenommen.

Erläuterungen zur Methodik des UBS KMU-Barometers

Das UBS KMU-Barometer basiert auf einer Auswertung der seit 1975 durchgeführten UBS-Umfrage in der Industrie. Diese wurde im dritten Quartal 2006 um Dienstleistungsbetriebe ergänzt. Quartalsweise werden rund 1300 Betriebe (1000 KMU und 300 Grossunternehmen) kontaktiert, die einen repräsentativen Querschnitt der schweizerischen Volkswirtschaft darstellen. Dabei werden Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten zu den KMU gerechnet. Die Auswertung erfolgt mittels sogenanntem Diffusionsindex: Das Resultat entspricht dem gewichteten Mittel des Anteils der Unternehmen mit sehr positiver und positiver beziehungsweise negativer und sehr negativer Trendmeldung. Er vermittelt daher keine prozentualen Veränderungsraten.

Das Geschäftsklima wird ausschliesslich für die Industrie berechnet auf der Basis der Umfrageresultate zur Produktion, zum Auftragseingang und zum Umsatz. Daten zum Cashflow und auf Branchengruppenebene werden seit dem ersten Quartal 2009 erhoben.

Bemerkungen: Trends für das vergangene Quartal sind hochgerechnete effektive Ergebnisse (graue Balken), Trends für das laufende Quartal sind Erwartungen der Unternehmen (schraffierte Balken). Erfragt wird die Veränderung im Vergleich zum selben Quartal im Vorjahr. Die Auswertung der erhobenen Daten erfolgt mittels Diffusionsindex. Die Resultate können einen Wert zwischen -100 und +100 annehmen, wobei Resultate um die Null-Grenze (von -5 bis +5) eine Stagnation, Werte bis -50 (+50) eine Verschlechterung (Verbesserung) und Werte kleiner als -50 (grösser als +50) eine starke Verschlechterung (Verbesserung) der Lage bedeuten. Bei den Angaben handelt es sich nicht um die prozentuale Veränderung der entsprechenden Grösse.

Kontakte:

UBS AG

Carla Duss, WMR Economic Research Switzerland
Tel. +41-44-234 21 19

Caesar Lack, Leiter WMR Economics and Swiss Research
Tel. +41-44-234 44 13

www.ubs.com/kmu


Schweizerischer Gewerbeverband (sgv)

Dr. Rudolf Horber, Chefökonom sgv
Tel. +41-31-380 14 34, +41-78-813 65 85

Hans-Ulrich Bigler, Direktor sgv
Tel. +41-79-285 47 09

www.sgv-usam.ch

Der Schweizerische Gewerbeverband sgv ist der Dachverband der KMU. Er wurde 1879 gegründet und ist heute der grösste Wirtschaftsverband der Schweiz. Der sgv setzt sich für die Interessen der rund 300'000 KMU ein, die zum grossen Teil in seinen rund 255 Branchen- und Berufsverbänden sowie den branchenübergreifenden kantonalen Gewerbeverbänden organisiert sind.