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Schweizer KMU: Stabilisierung auf Vorjahresniveau

Zürich / Basel | | Media Releases Switzerland

Gemäss der jüngsten UBS-Erhebung vom März gelang den kleinen und mittleren Schweizer Unternehmen im ersten Quartal die Stabilisierung der Gesamtumsätze auf dem Vorjahresniveau. Im zweiten Quartal wird ein leichtes Umsatzwachstum vorhergesagt. Wie erwartet blieben die Verkaufspreise im ersten Quartal unter Druck, und die Gewinne waren leicht rückläufig. Die kleinen und mittleren Unternehmen bauten ihre Personalbestände leicht ab. Obwohl die Umfrageteilnehmer auch im zweiten Quartal mit sinkenden Verkaufspreisen rechnen, gehen sie davon aus, Gewinn und Beschäftigung auf dem Vorjahresniveau halten zu können.

Bei den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in der Schweiz zeichnet sich eine Verbesserung der Geschäftslage ab. Obwohl im ersten Quartal noch leicht rückläufig, sollen im zweiten Quartal Gewinne und Beschäftigung auf dem Vorjahresniveau stabilisiert werden. Die Gesamtumsätze waren bereits im ersten Quartal stabil, und die Umfrageteilnehmer erwarten im zweiten Quartal gar ein leichtes Umsatzwachstum. Während die KMU in der Industrie, im Dienstleistungssektor und im Detailhandel im zweiten Quartal mit einem Umsatzwachstum rechnen und das Baugewerbe von einer Stabilisierung auf Vorjahresniveau ausgeht, befürchten die KMU im Tourismus weiterhin Umsatzrückgänge. Die vorliegenden Daten basieren auf der UBS-Umfrage vom März 2010, an welcher rund 470 KMU und 150 Grossunternehmen teilgenommen haben.

Scharfe Kehrtwende in der Industrie
Die Umsätze der KMU in der Schweizer Industrie sind in der Rezession stark geschrumpft. Jetzt zeichnet sich allerdings eine Kehrtwende ab: Die KMU haben den Umsatzrückgang im ersten Quartal gestoppt und gehen im zweiten Quartal von einer flotten Steigerung der Gesamtumsätze aus. Der Personalabbau geht zwar etwas vermindert weiter und die Verkaufspreise stehen weiterhin leicht unter Druck. Gewinn und Cashflow hingegen haben sich bereits im ersten Quartal auf dem Vorjahresniveau stabilisiert, und die Umfrageteilnehmer hoffen auf einen leichten Anstieg im zweiten Quartal.

Der Indikator für das Geschäftsklima in der Industrie – er basiert auf den Umfrageresultaten zu Produktion, Umsatz und Auftragseingang – hat sich bei den KMU im ersten Quartal um fast 30 Indexpunkte verbessert. Noch stärker angestiegen ist der entsprechende Index für die Grossunternehmen in der Industrie. Sowohl KMU als auch Grossunternehmen erwarten eine weitere Verbesserung des Geschäftsklimas im zweiten Quartal.

Baugewerbe: Umsatzstabilisierung in Sicht
Wie in der letzten Umfrage erwartet, wurde das Geschäftsumfeld für das Schweizer Baugewerbe im ersten Quartal schwieriger: Der Gesamtumsatz sank im Vorjahresvergleich, es kam zu einem Gewinneinbruch, und der Preisdruck stieg erneut an. Die Auftragseingänge gingen zurück, im Tiefbau stärker als im Hochbau. Die Personalbestände blieben allerdings stabil. Der Ausblick ins zweite Quartal fällt etwas positiver aus: Preis- und Gewinndruck dürften leicht nachlassen, und die Umfrageteilnehmer erwarten eine Stabilisierung der Gesamtumsätze auf dem Vorjahresniveau.

Dienstleister brechen den Abwärtstrend
Die KMU im Dienstleistungssektor schafften im ersten Quartal den Trendbruch. Die KMU stabilisierten Beschäftigung, Gewinn und Preise auf dem Vorjahresniveau. Die Umsätze legten leicht zu. Im zweiten Quartal wird eine weitere Verbesserung der Situation erwartet, denn die Umsätze dürften noch mehr Schwung erhalten, und ausserdem dürfte ein leichtes Gewinnwachstum resultieren.

Leichte Verbesserung im Tourismus, aber keine Trendwende in Sicht
Der Schweizer Tourismus leidet länger unter der Rezession als die anderen Branchen. Im ersten Quartal registrierten die Umfrageteilnehmer – sowohl KMU als auch Grossunternehmen – weiterhin sinkende Umsatzzahlen und Gewinne. Die Gästezahlen waren bei den KMU noch immer rückläufig: Während die inländischen Gäste im letzten Quartal ähnlich touristische Dienstleistungen nachfragten wie im Vorjahr, leidet das Geschäft mit den ausländischen Gästen weiterhin. Die Trendwende bleibt im Tourismus weiterhin aus. Die KMU rechnen im zweiten Quartal weder mit einem Umsatz- noch mit einem Gewinnwachstum, und auch die Entwicklung der Gästezahlen schätzen sie eher negativer ein als noch im ersten Quartal.

Schleppende Gewinnerholung der KMU im Detailhandel
Während die Grossunternehmen im Detailhandel im ersten Quartal erneut von stabilen Gewinnen berichteten, litten die KMU unter einem weiteren Gewinnschwund. Allerdings verläuft die Umsatzentwicklung der KMU etwas besser als jene der Grossunternehmen. Im zweiten Quartal erwarten die KMU im Detailhandel einen leichten Umsatzzuwachs bei weiteren Gewinneinbussen und einem im Vergleich zu den grossen Detailhändlern geringen Personalabbau.

Unveränderter Zugang zu Krediten
Gemäss Umfrage stellten die KMU in den vergangenen zwölf Monaten keinen erschwerten Zugang zu Krediten fest. Das Umfrageresultat zur selben Frage bei den Grossunternehmen fällt ähnlich aus.

Erläuterungen zur Methodik des UBS KMU-Barometers

Das UBS KMU-Barometer basiert auf einer Auswertung der seit 1975 durchgeführten UBS-Umfrage in der Industrie. Diese wurde im dritten Quartal 2006 um Dienstleistungsbetriebe ergänzt. Quartalsweise werden rund 1300 Betriebe (1000 KMU und 300 Grossunternehmen) befragt, die einen repräsentativen Querschnitt der schweizerischen Volkswirtschaft darstellen. Dabei werden Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten zu den KMU gerechnet. Die Auswertung erfolgt mittels sogenanntem Diffusionsindex: Das Resultat entspricht dem gewichteten Mittel des Anteils der Unternehmen mit sehr positiver und positiver beziehungsweise negativer und sehr negativer Trendmeldung. Er vermittelt daher keine prozentualen Veränderungsraten.

Das Geschäftsklima wird ausschliesslich für die Industrie berechnet auf der Basis der Umfrageresultate zur Produktion, zum Auftragseingang und zum Umsatz. Daten zum Cashflow und auf Branchengruppenebene werden seit dem ersten Quartal 2009 erhoben.

Bemerkungen: Trends für das vergangene Quartal sind hochgerechnete effektive Ergebnisse (graue Balken), Trends für das laufende Quartal sind Erwartungen der Unternehmen (schraffierte Balken). Erfragt wird die Veränderung im Vergleich zum selben Quartal im Vorjahr. Die Auswertung der erhobenen Daten erfolgt mittels Diffusionsindex. Die Resultate können einen Wert zwischen -100 und +100 annehmen, wobei Resultate um die Null-Grenze (von -5 bis +5) eine Stagnation, Werte bis -50 (+50) eine Verschlechterung (Verbesserung) und Werte kleiner als -50 (grösser als +50) eine starke Verschlechterung (Verbesserung) der Lage bedeuten. Bei den Angaben handelt es sich nicht um die prozentuale Veränderung der entsprechenden Grösse.

Kontakte:

UBS AG
Carla Duss, WMR Economic Research Switzerland
Tel. +41-44-234 21 19

Caesar Lack, Leiter WMR Economics and Swiss Research
Tel. +41-44-234 44 13
www.ubs.com/kmu

Schweizerischer Gewerbeverband (sgv)
Dr. Rudolf Horber, Chefökonom sgv
Tel. +41-31-380 14 34
+41-78-813 65 85

Hans-Ulrich Bigler, Direktor sgv
Tel. +41-79-285 47 09
www.sgv-usam.ch

Der Schweizerische Gewerbeverband sgv ist der Dachverband der KMU. Er wurde 1879 gegründet und ist heute der grösste Wirtschaftsverband der Schweiz. Der sgv setzt sich für die Interessen der rund 300'000 KMU ein, die zum grossen Teil in seinen rund 250 Branchen- und Berufsverbänden sowie den branchenübergreifenden kantonalen Gewerbeverbänden organisiert sind.