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KMU: Starke Rückschläge im Exportgeschäft

Zürich / Basel | | Media Releases Switzerland

Die kleinen und mittelgrossen Unternehmen (KMU) in der Schweiz hatten eine massgebliche Drosselung ihrer Aktivitäten im ersten Quartal erwartet. Die tatsächliche Entwicklung war jedoch vor allem bei den Exportgeschäften der KMU bedeutend schlechter als noch im Vorquartal antizipiert. In einem Umfeld sinkender Umsätze, Gewinne und Verkaufspreise haben die KMU damit begonnen, ihren Personalbestand abzubauen.

Das erste Quartal 2009 erwies sich für die Schweizer kleinen und mittelgrossen Unternehmen (KMU) als schwieriger als sie im Vorquartal erwartet hatten. Die Umsätze fielen im Jahresvergleich schwächer aus, die Gewinne brachen ein und die Verkaufspreise fielen zum ersten Mal seit Anfang 2006. Für das 2. Quartal wird keine Trendwende erwartet. Dies ergab die jüngste Umfrage, welche UBS im Rahmen des UBS KMU-Barometers quartalsweise in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Gewerbeverband durchführt. An der Umfrage vom März haben rund 600 KMU und - zu Vergleichszwecken - 170 Grossunternehmen teilgenommen.

Schwieriges erstes Quartal
Das Geschäftsklima der KMU verschlechterte sich im 1. Quartal signifikant, sowohl bei den Dienstleistungs- wie auch bei den Industriebetrieben. Die Spuren des globalen Abschwungs sind im sekundären Sektor bis anhin jedoch tiefer, denn der Preisdruck war stärker, die Gewinneinbussen waren grösser und der Schwund der Exportumsätze fiel im ersten Quartal markanter aus als bei den dienstleistenden KMU. In beiden Bereichen war der Umsatzeinbruch ausgeprägt. Die Auftragseingänge der industriellen KMU sind stark eingebrochen, aus dem Ausland noch stärker als aus dem Inland. Trotz Produktionsdrosselung und Personalabbau sind die Auftragsbücher geschrumpft. Wohl hatten die KMU in der vorangegangenen Umfrage erwartet, dass die Dynamik im 2. Quartal erneut nachlässt, doch wurden sie vom Ausmass der Abschwächung überrascht.

Keine Hoffnung auf Besserung schon im zweiten Quartal
Die befragten Unternehmen erwarten im 2. Quartal keine Trendwende: Im Vergleich zum Vorjahr werden die Umsätze und Gewinne ähnlich stark fallen wie im Vorquartal. Allerdings wird der Druck auf die Verkaufspreise höher und es wird zu einem neuerlichen Abbau des Personalbestandes kommen. Die Auftragseingänge der Industrie-KMU werden ähnlich schwach und die Drosselung der Produktion ähnlich scharf ausfallen wie im 1. Quartal.

Im Vergleich zu den Grossunternehmen fiel die Entwicklung der Exportgeschäfte der KMU ähnlich dramatisch aus. Während die Grossunternehmen unter einem stärkeren Einbruch der Auftrageingänge im Export litten, mussten die KMU einen starken Exportumsatzeinbruch einstecken. Aufgrund des grösseren Gesamtumsatzeinbruchs resultierte bei den KMU ein tieferer Wert beim Sammelindikator 'Geschäftsklima'. Auch die Grossunternehmen erwarten im 2. Quartal ein anspruchsvolles Geschäftsumfeld mit sinkenden Umsätzen und Gewinnen sowie einen Personalabbau.

Kaum Anzeichen einer Kreditklemme bei den Schweizer KMU
Laut UBS-Umfrage vom März hat sich die Verfügbarkeit von Krediten im Vergleich zum Vorjahr nicht verschlechtert. Gar keine Veränderung stellten diesbezüglich die Firmen in der Baubranche fest. Im Vergleich zu den anderen Sektoren etwas stärker verschlechtert hat sich der Zugang zu Krediten für die kleinen und mittleren Detailhandelsunternehmen, wobei auch hier noch nicht von einer Kreditklemme gesprochen werden kann. Im Vergleich zu den Grossunternehmen schätzen die KMU in diesem Punkt die Lage sogar leicht positiver ein.

UBS KMU-Barometer

Bemerkungen: schwarze Balken = realisierte Werte der vergangenen Quartale; schraffiert = Erwartungen für das laufende Quartal; Saldi der "Zunahme-" und "Abnahme"-Meldungen (Vorjahresvergleich) gemäss UBS-Umfrage (4Q07 bis 3Q08); Gewichteter Durchschnitt der Meldungen "starke Zunahme", "Zunahme", "Abnahme" und "starke Abnahme" (Vorjahresvergleich) gemäss UBS-Umfrage (4Q08 bis 1Q09); Geschäftsklima = Durchschnitt der Resultate zu Gewinn und Umsatz

Erläuterungen zur Methodik des UBS KMU-Barometers
Das UBS KMU-Barometer basiert auf einer Auswertung der seit 1975 durchgeführten UBS-Umfrage in der Industrie, die ab dem 3. Quartal 2006 um Dienstleistungsbetriebe ergänzt wurde. Neu werden quartalsweise rund 1300 Betriebe (1000 KMU und 300 Grossunternehmen) befragt, die einen repräsentativen Querschnitt der schweizerischen Volkswirtschaft darstellen. Dabei werden jene Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten den KMU zugerechnet. Berichtet werden für die Unternehmens-Gesamtheit die Resultate des aktuellen und des erwarteten Geschäftsklimas, der Beschäftigung, der Verkaufspreise sowie der Gewinne. Diese Indikatoren werden als gewichteter Durchschnitt der jeweiligen Sektorergebnisse (Industrie resp. Dienstleistungen) ausgewiesen, wobei die gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfungsanteile dieser Sektoren aus dem Jahr 2005 für die Gewichtung herangezogen werden. Befragung und Auswertung erfolgen mittels sogenanntem Diffusionsindex: Das Resultat entspricht dem gewichteten Mittel des Anteils der Unternehmen mit sehr positiver, positiver bzw. negativer und sehr negativer Trendmeldung. Er vermittelt daher keine prozentualen Veränderungsraten. Um nicht nur eine Aussage zur Entwicklung der KMU-Konjunktur im Zeitverlauf, sondern auch im Vergleich zu Grossunternehmen treffen zu können, wurde auch ein entsprechender Vergleichsindikator konstruiert. Er ist definiert als Resultat des Geschäftsklimas der KMU abzüglich des Resultats für Grossunternehmen. Ein Anstieg deutet, unabhängig von der absoluten Konjunktursituation, auf eine relative Verbesserung der KMU im Vergleich zu Grossunternehmungen hin, und umgekehrt.

Appendix: UBS KMU-Barometer in Zahlen

Kontakte:

UBS AG

Carla Duss

WMR Economic Research Switzerland

Tel. +41-44-234 21 19

Felix Brill

Leiter WMR Economic Research Switzerland

Tel. +41-44-234 35 54

www.ubs.com/kmu

Schweizerischer Gewerbeverband (sgv)

Dr. Rudolf Horber

Chefökonom sgv

Tel. +41-31-380 14 34

Edgar R. Minder

Mediensprecher sgv

Tel. +41-31-380 14 41

Der Schweizerische Gewerbeverband sgv ist der Dachverband der KMU. Er wurde 1879 gegründet und ist heute der grösste Wirtschaftsverband der Schweiz. Der sgv setzt sich für die Interessen der rund 300'000 KMU ein, die zum grossen Teil in seinen rund 250 Branchen- und Berufsverbänden sowie den branchenübergreifenden kantonalen Gewerbeverbänden organisiert sind.