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UBS Ökonomen erwarten globale Rezession

Zürich/Basel | | Media Releases Switzerland

USA: Mindestens vier Quartale mit rückläufiger Wirtschaftsleistung ab zweiter Jahreshälfte erwartet, nur schleppende Erholung danach. Auch in Europa ist eine Rezession insbesondere in Ländern mit hohen Ungleichgewichten unausweichlich; die Zentralbanken dürften die Leitzinsen weiter senken Markante Wachstumsverlangsamung auch in Asien; Japan vor Stagnation, China mit geld- und fiskalpolitischem Spielraum.

Die markante Zuspitzung der globalen Finanz- und Kreditmarktkrise seit September veranlasst die Ökonomen von UBS, ihre bisher schon vorsichtigen Konjunkturprognosen erneut nach unten zu revidieren.

Die USA haben sich mit agressiven Zinssenkungen und einem substantiellen Fiskalpakete zu Beginn dieses Jahres gegen eine Rezession gestemmt. Doch lässt sich nach den anhaltenden Rückschlägen am Aktien- sowie am Immobilienmarkt sowie der immer deutlicher zu Tage tretenden Kreditklemme eine stärkere Rezession nicht mehr verhindern. UBS erwartet ab Mitte des laufenden Jahres eine mindestens vier Quartale anhaltende Kontraktion der US-amerikanischen Wirtschaftsleistung. Da die Ungleichgewichte bei den seit Jahren über ihren Verhältnissen lebenden amerikanischen Haushalten in einer langanhaltenden Anpassungsphase korrigiert werden müssen, dürfte die Erholung ab Mitte nächsten Jahres sehr schwach ausfallen und die US-Wirtschaft auf absehbare Zeit deutlich unter dem bislang unterstellten Trendwachstum von gut 3% wachsen. Die UBS Ökonmen erwarten vor diesem Hintergrund erneute Zinssenkungen der US-Notenbank sowie weitere fiskalische Stützungsprogramme.

Deutlicher Einbruch auch in Europa
Inzwischen hinterlassen die global schwächere Konjunkturdynamik sowie die schwelende Finanzmarktkrise auch in Europas Wirtschaften deutliche Bremsspuren. Besonders drastisch dürfte der Wachstumseinbruch in jenen Ländern ausfallen, in denen wie in den USA die zuvor deutlich überbewerteten Immobilienmärkte nun einbrechen (Grossbritannien, Spanien) oder welche mit strukturellen Problemen zu kämpfen haben (Italien). Etwas besser aus der Affäre ziehen dürften sich Länder wie Deutschland und die Schweiz, wo in den letzten Jahren weder auf dem Immobilienmarkt noch beim Privatkonsum Übertreibungen stattgefunden haben. Doch auch die Schweiz dürfte aufgrund ihrer hohen Exportabhängigkeit und der grossen Bedeutung des Finanzsektors eine Stagnationsphase nicht verhindern können. Nach 1.9% im laufenden Jahr rechnet UBS für 2009 nur noch mit einem realen Wirtschaftswachstum von 0.2%.

Ingesamt erwarten die UBS Ökonomen, dass Europas Wirtschaft nahezu synchron mit den USA in eine Rezession eintritt. Vor diesem Hintergrund werden auch von den europäischen Zentralbanken weitere Zinssenkungen erwartet.

Spürbare Auskwirkungen auch auf Asien
Auch in Asien hat sich das Export- und damit das Wirtschaftswachstum vorallem in den kleineren, offenen Volkswirtschaften bereits spürbar abgeschwächt. Japans Wirtschaft dürfte nach Einschätzung von UBS im kommenden Jahr bestenfalls stagnieren. Etwas besser halten können sich die grossen Länder, wie China, Indien oder Indonesien, die einen geringeren Exportanteil aufweisen als die kleineren asiatischen Volkswirtschaften. Insbesondere China, welches rund 40% zur Wirtschaftsleistung in Asien (ohne Japan) beiträgt, hat sowohl den fiskal- wie auch den geldpolitischen Spielraum, um einem Rückgang des Wirtschaftswachstum von deutlich unter 8% entgegen zu wirken.

Insgesamt erwarten die UBS Ökonomen, dass sich das weltweite Wirtschaftswachstum nach knapp 5% im Jahr 2007 und 3.7% im laufenden Jahr auf 2.4% 2009 abschwächt.

Tabelle: Wachstums- und Inflationsprognosen UBS Wealth Management Research

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