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UBS Ökonomen erwarten längere Konjunkturschwäche

Zürich/Basel | | Media Releases Switzerland

USA: Zins- und Fiskalimpluse verpuffen, Rezession im zweiten Halbjahr; keine schnelle Erholung in Sicht. Deutliche Verlangsamung auch in Europa, vorderhand noch hohe Inflation hindert europäischen Zentralbanken die Zinsen schnell zu senken. Asiatische Volkswirtschaften bislang überraschend resistent, Wachstum dürfte sich zunehmend verlangsamen; Japan am Rande einer Rezession. US Dollar stärker erwartet, da Konjunkturschwäche ausserhalb der USA zunehmend zu Tage tritt.

Nachdem starke Zinssenkungen und Steuerrabatte ein Abgleiten der US-Wirtschaft in eine Rezession bislang verhindert haben, erwarten die Ökonomen von UBS Wealth Management, dass die Wirkung der Fiskalimpulse in der zweiten Jahreshälfte zusehends verpuffen und die amerikanische Wirtschaft um eine Rezession nicht herum kommen wird. Somit dürfte die USA im laufenden Jahr noch 1.3% und 2009 nur noch ein mageres realwirtschaftliches Wachstum von 1.0% verzeichnen. "Der Abbau der noch immer hohen Ungleichgewichte der privaten wie auch öffentlichen Haushalte wird die US-Wirtschaft noch längere Zeit belasten" sagt UBS Chefökonom Klaus Wellershoff. Erste Zinserhöhungen durch die US Notenbank erwartet UBS daher erst per Ende 2009.

Deutliche Verlangsamung auch in Europa
Auch in Westeuropa zeichnet sich eine deutliche Konjunkturabkühlung ab. Für den Euroraum prognostizieren die UBS Ökonomen eine anhaltende Schwäche¬phase. Eine nachhaltige Rezession ist jedoch nicht zu erwarten. In einzelnen Ländern, die besonders durch die Korrekturen auf den Häusermärkten und durch andere strukturelle Ungleichgewichte belastet werden, erscheint jedoch eine Rezession unvermeidlich. Erschwerend kommt hinzu, das die Europäische Zentralbank und die Bank von England wegen der hohen Inflationsraten derzeit kaum Spielraum haben, die konjunkturelle Abschwächung durch Zinssenkungen abzumildern. Mit dem sich ab Ende diesen Jahres abzeichnenden Inflations¬rückgang sind jedoch im kommenden Jahr Zinssenkungen zu erwarten.

In der Schweiz steht nach einer langen Phase überduchschnittlich hoher Wachstumsraten ebenfalls eine deutliche Konjunkturverlangsamung an. Die Prognosen für die Schweizer Wirtschaft wollen die UBS Ökonomen allerdings erst nach der anfangs September anstehenden Veröffentlichung der Zahlen zum Bruttoinlandprodukt (BIP) im zweiten Quartal sowie der revidierten BIP-Zahlen für das Jahr 2007 anpassen.

Asien bislang recht resistent
In Asiens aufstrebenden Volkswirtschaften hilft zwar die in den vergangenen Jahren zunehmend starke Inlandnachfrage, die Auswirkungen der Konjunktur¬schwäche in Europa und Amerika abzufedern. Allerdings steht Japan derzeit am Rande einer Rezession und die Unsicherheiten über den weiteren Konjunktur¬verlauf in zahlreichen asiatischen Ländern haben deutlich zugenommen. UBS erwartet für den gesamten asiatischen Wirtschaftsblock eine kontinuierliche Wachstums¬verlangsamung von bisher hohem Niveau aus.

US Dollar dürfte weiter zulegen
Da die wirtschaftliche Verlangsamung ausserhalb der USA in den kommenden Monaten zusehends zu Tage treten dürfte, rechnen die UBS Ökonomen mit einer weiteren Aufwertung des noch immer sehr schwachen US Dollars gegenüber den Währungen der restlichen OECD-Länder. Attraktiv erscheinen ausserdem Währungen von aufstrebenden Ländern mit soliden Fundamentalwerten, während solche von finanzschwachen Ländern verstärkt unter Druck geraten dürften.

Tabelle: Wachstums- und Inflationsprognosen UBS Wealth Management Research

Kontakt:

Andreas Höfert
UBS Wealth Management Research

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Daniel Kalt
UBS Wealth Management Research

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