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UBS KMU Barometer 3. Quartal 2008 - KMU-Konjunktur: Dienstleister eine Nasenlänge voraus

Zürich / Basel | | Media Releases Switzerland

Das Geschäftsklima der Schweizer KMU blieb auch im zweiten Quartal gut. Doch dass die Wachstumsdynamik in der Schweizer Wirtschaft langsam abflaut, wird durch die jüngste UBS-Erhebung bestätigt. Wie bereits in der Umfrage des Vorquartals tendierten auch im zweiten Quartal die Dienstleister unter den Schweizer KMU positiver als die industriellen Betriebe.

Die Zeichen häufen sich, dass sich die Schweizer Wirtschaft in den kommenden Quartalen mit bescheidenerem Wachstum zufrieden geben muss. Obwohl im zweiten Quartal per Saldo noch immer 34% der von UBS befragten kleinen und mittelgrossen Unternehmen (KMU) ein sich verbesserndes Geschäftsklima registrierten, liegt dieses Resultat deutlich unter dem Durchschnitt der letzen vier Quartale von 48,5%. Die Erwartungen für das dritte Quartal deuten darauf hin, dass der Anteil der KMU mit besser werdendem Geschäftsklima erneut abnehmen wird. Ähnliche Trends ergeben sich auch in Bezug auf Auftragseingänge, Gesamtumsatz, Erträge und Arbeitsvorrat. Trotzdem führen die KMU ihre Rekrutierungen unbeirrt fort: Per Saldo stellten 21% zusätzliche Mitarbeiter ein, was ungefähr dem Durchschnitt der letzten vier Quartale entspricht. Dies ergab die jüngste Umfrage, welche UBS im Rahmen des UBS KMU-Barometers quartalsweise in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Gewerbeverband bei rund 700 Schweizer Unternehmen durchführt.

Dienstleister und Grossunternehmen sind optimistischer
Bereits in der vorangegangenen Quartalsumfrage zeigten sich die KMU im Dienstleistungssektor überdurchschnittlich zufrieden mit dem realisierten Geschäftsgang und optimistischer für das nächste Quartal. Zwar erwiesen sich ihre Erwartungen im zweiten Quartal zum Teil als etwas zu hoch gegriffen, doch bestätigen die jüngsten Umfrageergebnisse, dass die Betriebe im sekundären Sektor zurzeit in einem etwas anspruchsvolleren Umfeld operieren. Per Saldo verzeichneten im zweiten Quartal 24% der befragten Industrie-KMU ein besseres Geschäftsklima, 17% steigende Auftragseingänge, 30% steigende Gesamtumsätze und 22% eine zunehmende Belegschaft, während sich bei den Erträgen die Zu- und Abnahmemeldungen die Waage hielten. Die entsprechenden Saldi in der Gruppe der dienstleistenden KMU lagen bei 40% mit verbessertem Geschäftsklima, 34% mit steigenden Auftragseingängen, 46% mit wachsenden Gesamtumsätzen, 20% mit vermehrten Rekrutierungen und 23% mit steigenden Erträgen. Die Erwartungen für das dritte Quartal deuten auf eine Weiterführung dieser Trends hin. Die aktuellste Umfrage bestätigt zudem, dass im Vergleich zu den Grossunternehmen die Schweizer KMU mehr Gegenwind ausgesetzt sind: So sind die Umsatz- und Geschäftsklimaentwicklung wie auch die diesbezüglichen Erwartungen bei den KMU deutlich schwächer als jene der zu Vergleichszwecken befragten Schweizer Grossunternehmen.

Verstärktes Engagement in der Ausbildung neuer Fachkräfte
Im laufenden Ausbildungsjahr bilden 79% der Schweizer KMU Lehrlinge aus. Im Mittel beschäftigen sie sechs Auszubildende. Die in der aktuellen Umfrage geäusserten Absichten malen ein erfreuliches Bild für die Zukunft, denn 80% der KMU werden im kommenden Jahr ihr Engagement in der Ausbildung neuer Fachkräfte aufrecht erhalten, und 15% planen gar einen Ausbau ihres Lehrstellenangebots. Die Schweizer KMU werden also im kommenden Jahr einen verstärkten Beitrag zur Ausbildung neuer Fachkräfte leisten.

UBS KMU-Barometer

Bemerkungen: schwarze Balken = realisierte Werte der vergangenen Quartale; schraffiert = Erwartungen für das laufende Quartal; Saldi der "Zunahme-" und "Abnahme"-Meldungen (Vorjahresvergleich) gemäss UBS-Umfrage; Geschäftsklima = Durchschnitt Saldomeldungen zu Auftragseingang und Umsatz

Erläuterungen zur Methodik des UBS KMU-Barometers
Das UBS KMU-Barometer basiert auf einer Auswertung der seit 1975 durchgeführten UBS-Umfrage in der Industrie, die ab dem 3. Quartal 2006 um Dienstleistungsbetriebe ergänzt wurde. Neu werden quartalsweise rund 700 Betriebe (500 KMU und 200 Grossunternehmen) befragt, die einen repräsentativen Querschnitt der schweizerischen Volkswirtschaft darstellen. Dabei werden jene Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten den KMU zugerechnet. Berichtet wird für die Unternehmens-Gesamtheit der Saldo des aktuellen und des erwarteten Geschäftsklimas, der Beschäftigung, der Verkaufspreise sowie der Gewinne. Diese Indikatoren werden als gewichteter Durchschnitt der jeweiligen Sektorergebnisse (Industrie resp. Dienstleistungen) ausgewiesen, wobei die gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfungsanteile dieser Sektoren aus dem Jahr 2005 für die Gewichtung herangezogen werden. Befragung und Auswertung erfolgen mittels sogenanntem Diffusionsindex: Der Saldo pro Indikator enstpricht der Differenz des Anteils der Unternehmen mit positiver bzw. negativer Trendmeldung. Er vermittelt daher keine prozentualen Veränderungsraten. Um nicht nur eine Aussage zur Entwicklung der KMU-Konjunktur im Zeitverlauf, sondern auch im Vergleich zu Grossunternehmungen treffen zu können, wurde auch ein entsprechender Vergleichsindikator konstruiert. Er ist definiert als Saldo des Geschäftsklimas der KMU abzüglich des Saldos für Grossunternehmungen. Ein Anstieg deutet, unabhängig von der absoluten Konjunktursituation, auf eine relative Verbesserung der KMU im Vergleich zu Grossunternehmungen hin, und umgekehrt.

Appendix: UBS KMU-Barometer in Zahlen

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Economic Research Switzerland

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Dr. Rudolf Horber

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Mediensprecher SGV

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Der Schweizerische Gewerbeverband SGV ist der Dachverband der KMU. Er wurde 1879 gegründet und ist heute der grösste Wirtschaftsverband der Schweiz. Der SGV setzt sich für die Interessen der rund 300'000 KMU ein, die zum grossen Teil in seinen rund 250 Branchen- und Berufsverbänden sowie den branchenübergreifenden kantonalen Gewerbeverbänden organisiert sind.