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UBS KMU-Barometer 2. Quartal 2007 - KMU-Konjunktur verliert etwas an Fahrt

Zürich / Basel | | Media Releases Switzerland

Die Schweizer KMU beurteilen die Wirtschaftsentwicklung nach wie vor sehr positiv. Dies belegt das neuste UBS KMU-Barometer, welches im März bei 500 Betrieben erhoben wurde. Die Ergebnisse deuten jedoch auf eine leichte Wachstumsverlangsamung im ersten Quartal 2007 hin. Zudem dürften sich die Auftriebskräfte im zweiten Quartal vermehrt zu den binnenorientierten Dienstleistungsbetrieben verlagern.

Im Einklang mit dem gesamtschweizerischen Trend hat die Konjunktur auch bei den kleinen und mittlelgrossen Unternehmen (KMU) den Höhepunkt überschritten. So hat sich ihr Geschäftsklima laut UBS-Umfrage vom März 2007 bei rund 500 Betrieben mit weniger als 250 Mitarbeitern, die im im Auftrag des Schweizerischen Gewerbeverbandes durchgeführt wurde, im ersten Quartal 2007 erneut leicht verlangsamt. Es bewegte sich aber nach wie vor deutlich im positiven Bereich. Gemäss Einschätzung der Umfrageteilnehmer wird sich das Geschäftsklima zwischen April und Juni nicht weiter abkühlen, sondern auf hohem Niveau konsolidieren.

Wachstumsberuhigung im ersten Quartal 2007
Gemäss UBS-Umfrage verlangsamte sich der Aufschwung bei den KMU im ersten Quartal dieses Jahres. Die Abschwächung fiel jedoch milder aus als noch im Januar erwartet. Die Indikatoren Bestellungseingang, Umsatz sowie Ertrag wiesen per Saldo geringere Werte auf als im Schlussquartal 2006. Sie blieben aber klar im positiven Bereich. Während der Zuwachs der Binnennachfrage nahezu stabil blieb, liess die Dynamik der Auslandnachfrage merklich nach. Ingesamt meldeten beinahe 6 von 10 Umfrageteilnehmern höhere Auftragseingänge und Umsätze im Vergleich zur entsprechenden Vorjahresperiode. Nur jedes achte Unternehmen musste einen Rückgang der Auftragseingänge und gar nur jedes fünfzehnte einen Umsatzrückgang hinnehmen. Bei den Dienstleistungs-KMU liess sich praktisch keine Abschwächung im Geschäftsklima feststellen. Die beobachtete Wachstumsberuhigung ist folglich vollumfänglich den Industriebetrieben zuzuschreiben. Bei den Verkaufspreisen setzte sich der seit Anfang 2006 anhaltende Anstieg unvermindert fort: 35% der befragten KMU erzielten höhere und lediglich 14% tiefere Verkaufspreise. Damit verbesserte sich die Ertragslage per Saldo bei 19% der Unternehmen. Die hohen Arbeitsvorräte führten zu einer weiteren Aufstockung des Personalbestands. So lag die Beschäftigtenzahl Ende März bei 24% der Umfrageteilnehmer per Saldo über dem Vorjahresstand. Die Rekrutierung verschob sich dabei vermehrt von den Industrie- zu den Dienstleistungs-KMU hin.

Konsolidierung auf hohen Niveau im zweiten Quartal
Die Saldomeldungen zu Auftragseingang und Arbeitsvorrat bewegen sich nach wie vor auf sehr hohem Niveau, was auf intakte Wachstumsperspektiven im zweiten Quartal hindeutet. Gemäss den Erwartungen der befragten KMU wird sich die Konjunktur im 2. Quartal ausserdem nicht weiter verlangsamen, sondern auf hohem Niveau konsolidieren. Die Wachstumskräfte verschieben sich dabei weiter vom exportorientierten Industriesektor zu den binnenorientierten KMU im Dienstleistungssektor. Die hohen Arbeitsvorräte zeigen, dass zwischen der dynamischen Nachfrageentwicklung und der trägeren Anpassung der Produktionskapazitäten immer noch eine Zeitverzögerung besteht, die zu einem Nachfrageüberhang führt. Damit dürften neben den KMU im Industriebereich vor allem jene im Dienstleistungssektor vermehrt in die Lage versetzt werden, höhere Verkaufspreise durchzusetzen. Dennoch wird sich die Ertragslage bei Industrie- wie auch Dienstleistungs-KMU nur noch in bescheidenem Umfang verbessern lassen, da steigende Preise für Vorleistungen und Personalkosten auf die Gewinne drücken. Bis Ende Juni 2007 planen per Saldo 22% der Industrie-KMU sowie der Dienstleistungs-KMU unisono einen weiteren Ausbau der Belegschaft.

Bessere Verfügbarkeit von Bankkrediten
Der lebhafte Konjunkturgang veranlasste die Unternehmen zu vermehrten Investitionen, was sich auch in einer zunehmenden Kreditnachfrage wiederspiegelt. Seit Anfang 2006 hat sich das Wachstum der Unternehmenskredite spürbar auf 4,1% im vierten Quartal 2006 beschleunigt - ein Wert, der seit 1999 nicht mehr erreicht worden war. Das stärkere Kreditwachstum entfällt nicht nur auf die Grossunternehmen, sondern auch auf die KMU: Laut UBS-Umfrage melden über 30% der befragten Firmen eine verbesserte Verfügbarkeit von Krediten als noch vor Jahresfrist, und nur gerade 6% waren der Ansicht, dass sich der Zugang zu Krediten erschwert hat.

UBS KMU-Barometer

Bemerkungen: schwarze Balken = realisierte Werte der vergangenen Quartale; schraffiert = Erwartungen für das laufende Quartal; Saldi der "Zunahme-" und "Abnahme"-Meldungen (Vorjahresvergleich) gemäss UBS-Umfrage; Geschäftsklima = Durchschnitt Saldomeldungen zu Auftragseingang und Umsatz

Erläuterungen zur Methodik des UBS KMU-Barometers
Das UBS KMU-Barometer basiert auf einer Auswertung der seit 1975 durchgeführten UBS-Umfrage in der Industrie, die ab dem 3. Quartal 2006 um Dienstleistungsbetriebe ergänzt wurde. Neu werden quartalsweise rund 700 Betriebe (500 KMU und 200 Grossunternehmen) befragt, die einen repräsentativen Querschnitt der schweizerischen Volkswirtschaft darstellen. Dabei werden jene Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten den KMU zugerechnet. Berichtet wird für die Unternehmens-Gesamtheit der Saldo des aktuellen und des erwarteten Geschäftsklimas, der Beschäftigung, der Verkaufspreise sowie der Gewinne. Diese Indikatoren werden als gewichteter Durchschnitt der jeweiligen Sektorergebnisse (Industrie resp. Dienstleistungen) ausgewiesen, wobei die gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfungsanteile dieser Sektoren aus dem Jahr 2005 für die Gewichtung herangezogen werden. Befragung und Auswertung erfolgen mittels sogenanntem Diffusionsindex: Der Saldo pro Indikator enstpricht der Differenz des Anteils der Unternehmen mit positiver bzw. negativer Trendmeldung. Er vermittelt daher keine prozentualen Veränderungsraten. Um nicht nur eine Aussage zur Entwicklung der KMU-Konjunktur im Zeitverlauf, sondern auch im Vergleich zu Grossunternehmungen treffen zu können, wurde auch ein entsprechender Vergleichsindikator konstruiert. Er ist definiert als Saldo des Geschäftsklimas der KMU abzüglich des Saldos für Grossunternehmungen. Ein Anstieg deutet, unabhängig von der absoluten Konjunktursituation, auf eine relative Verbesserung der KMU im Vergleich zu Grossunternehmungen hin, und umgekehrt.

Appendix: UBS KMU-Barometer in Zahlen

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