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UBS KMU-Barometer 1. Quartal 2007 - Starke KMU-Konjunktur

Zürich/Basel | | Media Releases Switzerland

Wie in der Gesamtwirtschaft scheint die Konjunktur auch bei den kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in der Schweiz allmählich den Höhepunkt erreicht zu haben. Das Geschäftsklima hat sich im Schlussquartal 2006 auf dem bereits im 3. Quartal 2006 erreichten hohen Niveau stabilisiert. Gemäss UBS-Umfrage vom Januar bei rund 500 Betrieben mit weniger als 250 Beschäftigten ist im angebrochenen ersten Quartal 2007 mit einer immer noch soliden, wenn auch leicht verlangsamten KMU-Konjunktur zu rechnen.

Dynamisches Schlussquartal 2006

Das Geschäftsklima bei Schweizer KMU hat sich im Schlussquartal 2006 auf hohem Niveau stabilisiert. Konnten im 3. Quartal 2006 per Saldo bereits stattliche 54% der Betriebe höhere Gesamtumsätze verbuchen, so lag dieser Anteil mit 55% im Schlussquartal sogar leicht höher. Insgesamt wurden die KMU in ihrer Gesamtheit im Vergleich zu den Grossbetrieben gleich stark vom Aufschwung mitgetragen. Dank der weiterhin florierenden Konjunktur konnten KMU im Dienstleistungs- wie auch im Industriebereich im Schlussquartal im Schnitt höhere Verkaufspreise durchsetzen. Dies führte zu einem weiteren Gewinnanstieg; per Saldo verbesserte sich bei rund 31% der Betriebe die Gewinnsituation. Um der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden, wurde erneut kräftig Personal eingestellt. Das hohe Niveau der Arbeitsvorräte im Dezember lässt zudem auf weiterhin intakte Wachstumschancen schliessen.

Etwas verflachter Auftrieb im Startquartal 2007 erwartet

Gemäss den Erwartungen der befragten KMU wird sich die Konjunktur im ersten Quartal 2007 leicht verlangsamen. Weder Industrie- noch Dienstleistungs-KMU rechnen jedoch mit einem negativen Geschäftstrend; vielmehr scheint sich eine breit verankerte Verstetigung des Aufschwungs in immer noch beachtlichem Tempo abzuzeichnen. Der Personalbedarf nimmt generell weiter zu, wobei sich der Schwerpunkt der Rekrutierung von den Industrie- zu den Dienstleistungsbranchen verlagert. Trotz des weiterhin günstigen Umfelds für Anpassungen der Verkaufspreise zeichnet sich - aufgrund der leicht weniger dynamischen Entwicklung der Nachfrage - eine Konsolidierung bei den Erträgen ab.

Fachkräftemangel auch bei KMU ein Thema

Während bei 46% der von UBS-Ökonomen befragten Grossunternehmen die Anzahl offener Stellen leicht bis stark über dem langfristigen Durchschnitt liegt, sind es bei den befragten KMU immerhin rund 35%. Damit dürfte sich die Erholung auf dem hiesigen Arbeitsmarkt auch 2007 weiter fortsetzen, beschäftigen doch KMU rund zwei Drittel der Arbeitnehmer in der Schweiz. Dass Fachkräftemangel auch bei den KMU ein Thema ist, zeigt sich darin, dass gemäss UBS-Umfrage jedes vierte KMU im Fachkräftemangel ein schwerwiegendes Problem sieht. Fast jede zweite befragte KMU ist jedoch der Auffassung, dass sich mit der schrittweisen Öffnung des Schweizer Arbeitsmarktes für Personen aus der EU das Problem entschärft hat. So haben sich 2006 lediglich 40% der befragten KMU bei der Personalsuche auf den Binnenmarkt beschränkt, die restlichen haben ihre Fachkräfte auch ausserhalb der Schweiz rekrutiert. Auch 2007 planen gemäss UBS-Umfrage eine Mehrheit der befragten KMU, Fachkräfte aus dem Ausland zu rekrutieren.

UBS KMU-Barometer

Bemerkungen: schwarze Balken = realisierte Werte der vergangenen Quartale; schraffiert = Erwartungen für das laufende Quartal; Saldi der "Zunahme-" und "Abnahme"-Meldungen (Vorjahresvergleich) gemäss UBS-Umfrage; Geschäftsklima = Durchschnitt Saldomeldungen zu Auftragseingang und Umsatz

Erläuterungen zur Methodik des UBS KMU-Barometers
Das UBS KMU-Barometer basiert auf einer Auswertung der seit 1975 durchgeführten UBS-Umfrage in der Industrie, die ab dem 3. Quartal 2006 um Dienstleistungsbetriebe ergänzt wurde. Neu werden quartalsweise rund 700 Betriebe (500 KMU und 200 Grossunternehmen) befragt, die einen repräsentativen Querschnitt der schweizerischen Volkswirtschaft darstellen. Dabei werden jene Unternehmen mit weniger als 250 Beschäftigten den KMU zugerechnet. Berichtet wird für die Unternehmens-Gesamtheit der Saldo des aktuellen und des erwarteten Geschäftsklimas, der Beschäftigung, der Verkaufspreise sowie der Gewinne. Diese Indikatoren werden als gewichteter Durchschnitt der jeweiligen Sektorergebnisse (Industrie resp. Dienstleistungen) ausgewiesen, wobei die gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfungsanteile dieser Sektoren aus dem Jahr 2005 für die Gewichtung herangezogen werden. Befragung und Auswertung erfolgen mittels sogenanntem Diffusionsindex: Der Saldo pro Indikator enstpricht der Differenz des Anteils der Unternehmen mit positiver bzw. negativer Trendmeldung. Er vermittelt daher keine prozentualen Veränderungsraten. Um nicht nur eine Aussage zur Entwicklung der KMU-Konjunktur im Zeitverlauf, sondern auch im Vergleich zu Grossunternehmungen treffen zu können, wurde auch ein entsprechender Vergleichsindikator konstruiert. Er ist definiert als Saldo des Geschäftsklimas der KMU abzüglich des Saldos für Grossunternehmungen. Ein Anstieg deutet, unabhängig von der absoluten Konjunktursituation, auf eine relative Verbesserung der KMU im Vergleich zu Grossunternehmungen hin, und umgekehrt.

Appendix: UBS KMU-Barometer in Zahlen

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