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UBS outlook 3. Quartal 2005. Schweizer Industriekonjunktur erholt sich.

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Die jüngste Schwäche der Schweizer Industriekonjunktur scheint sich als temporär zu erweisen. Laut aktueller UBS-Umfrage hat die Dynamik im zweiten Quartal an Kraft zurückgewonnen. Für Juli bis September bleibt der Auftrieb weitgehend intakt.

Gemäss den Ergebnissen der UBS-Quartalsumfrage vom Juni bei rund 350 Unternehmen der Schweizer Industrie hat im zweiten Quartal erneut ein Aufschwung eingesetzt. Wie von den Unternehmen erwartet worden war, ist damit die Wachstumsverlangsamung der beiden vorangegangenen Quartale bereits weitgehend überwunden. Damit dürfte auch die gesamte Schweizer Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte wieder einen etwas schnelleren Gang einschalten. Darauf deutet der UBS-Konjunkturindikator hin, der aus den effektiven Resultaten der vierteljährlichen Umfrage berechnet wird. Mit zwei Quartalen Vorsprung auf die offiziellen Zahlen zum Bruttoinlandprodukt (BIP) zeigt das Barometer jeweils den wahrscheinlichen Verlauf der Schweizer Wirtschaft an. Nachdem sich das reale BIP-Wachstum im ersten Quartal auf +0,7% verlangsamt hat, ist spätestens im dritten Quartal mit einem Aufschwung zu rechnen.

Positive Erwartungen zum zweiten Quartal bestätigt
Im zweiten Quartal hat sich die Geschäftslage der Industrie erwartungsgemäss wieder verbessert. Zugleich zeigt die aktuelle UBS-Umfrage, dass die Wachstumsimpulse breit abgestützt sind. So zogen sowohl die inländischen als auch die ausländischen Auftragseingänge an, und die zuvor recht differenzierten Branchentrends haben sich einander angeglichen. Besonders stark war der Aufschwung in der Maschinenindustrie, die zuvor den ärgsten Einbruch erlitten hatte, sowie in der Holz & Möbel-Branche. Zusammen mit der chemisch- pharmazeutischen sowie der Uhrenindustrie bildete Holz & Möbel die Gruppe der Wachstumsleader. Als einzige Branche erlitt Textil noch einen Rückgang des Geschäftsgangs, welcher sich im Vergleich zum Vorquartal allerdings deutlich entschärft hat. Verlangsamt hat sich die Branchenkonjunktur in der Elektro-, Metall- und Kunststoffindustrie. Indessen liegen auch in diesen Branchen die Indikatoren Auftragseingang, Produktion und Umsatz nach wie vor klar im positiven Bereich.

Klare Erholungszeichen
Ingesamt meldeten 46% aller Umfrageteilnehmer aus der Schweizer Industrie steigende und lediglich 20% sinkende Auftragseingänge (Saldo: +26%). Im Vorquartal hatte dieser Saldo erst +19% betragen. Ähnlich positiv verlief die Entwicklung von Umsatz und Produktion. Durch die Produktionsausweitung erhöhte sich der Auslastungsgrad der Betriebskapazitäten um fast 2%-Punkte auf 86%. Dank grösseren Absatzmengen stiess der Ertragstrend wieder leicht in den positiven Bereich vor. Am besten präsentiert sich die Gewinnsituation in den Sparten Chemie & Pharma, Maschinenbau sowie Holz & Möbel, während die Kunststoff- und Textilindustrie den stärksten Ertragsrückgang zu verkraften hatten. Der Druck auf die Verkaufspreise hat sich nochmals verschärft. Der Aufschwung war aber noch zu schwach, als dass der negative Trend bei der Beschäftigung hätte durchbrochen werden können. Bei lediglich 20% der Firmen war der Personalbestand Ende Juni höher, bei 24% der Betriebe jedoch tiefer als ein Jahr zuvor.

Industrie rechnet mit fortgesetztem Auftrieb
Für die Monate Juli bis September rechnen die Unternehmen mit einem anhaltenden Auftrieb. Die Bestellungen sollten sowohl seitens der inländischen als auch der ausländischen Kundschaft in ähnlichem Ausmass ansteigen wie im Vorquartal. Insgesamt erwarten 39% der befragten Firmen einen Zuwachs und nur 14% einen Rückgang des Auftragseingangs. Die Industriefirmen planen für die laufenden Monate eine weitere Ausdehnung der Produktion. Damit sollte auch die Kapazitätsauslastung der Maschinenparks nochmals leicht ansteigen. Gleichzeitig werden die Fertigwarenlager im Vorjahresvergleich abgebaut. Obwohl die Personalbestände im September noch unter dem Vorjahresstand liegen dürften, scheinen die Anpassungen nun weitgehend abgeschlossen. Gegenüber Juni halten sich jedenfalls die geplanten Zu- und Abgänge von Stellen die Waage.

Solider Geschäftsgang in fast allen Branchen
Nach Branchen liegen die Erwartungen bezüglich der Entwicklung von Auftragseingang, Produktion und Umsatz im dritten Quartal eng beisammen. Chemie & Pharma, Uhren sowie Papier, Druck & Grafik erwarten den besten Geschäftsgang, dicht gefolgt von der Maschinen- und der Elektroindustrie. Als einzige Branche geht die Kunststoffindustrie lediglich von einem stagnierenden Geschäftsverlauf aus.

UBS-Konjunkturindikator und Bruttoinlandprodukt
(Veränderung zur Vorjahresperiode in %)

Daten (in %):


Zürich/Basel, 06. Juli 2005
UBS AG