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Rohstoffe: Rückbesinnung auf eine traditionelle Anlageklasse

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Das Anlegerinteresse an Rohstoffen ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Hauptgrund ist die zunehmende Globalisierung und die Erkenntnis, dass Asien eine Wirtschaftsmacht bleibt, deren Gewicht mit der Zeit noch zunehmen wird. Hinzu kommt, dass die Anleger seit dem Platzen der Technologieblase bei traditionellen Anlagekategorien niedrigere Anlagerenditen hinnehmen mussten sowie erkannt haben, dass Rohstoffe von starken zyklischen und strukturellen Kräften profitieren. Im Gegensatz zu herkömmlichen Anlagekategorien wie Aktien oder Anleihen steht für Anleger, die nicht allzu vertraut mit den positiven Merkmalen von Rohstoffen sind, eher die hohe Volatilität dieser etablierten Anlageklasse im Mittelpunkt.

Die heute veröffentlichte UBS Studie zum Thema Rohstoffe, die sich schwerpunktmässig mit den Charakteristiken von Rohstoffen befasst, soll einige der Bedenken zerstreuen, die Anleger in Bezug auf diese Anlagekategorie haben. Darüber hinaus wird auf einige Einzelheiten innerhalb der Gruppen eingegangen, aus denen sich die Anlagekategorie Rohstoff zusammensetzt.

Die Studie umfasst zwei Teile. Im ersten Teil werden die allgemeineren Aspekte zum Thema Rohstoffe erläutert. Neben einer Beschreibung der Rohstoffmärkte werden die gängigsten Rohstoffindizes vorgestellt sowie erläutert, wodurch sich Rohstoffe besonders auszeichnen. Darüber hinaus werden einige grundsätzliche Fragen behandelt, die sich Anleger oft stellen, z.B.: Was sind die Einflussfaktoren des Rohstoffmarktes? oder: Warum ist diese Anlageklasse wieder so beliebt?

Der zweite Teil der Studie befasst sich vor allem mit den wichtigsten Rohstoffen und ihren spezifischen Merkmalen. Im Energiebereich werden strukturelle Themen behandelt, die den Ölpreis belasten, aber auch Themen, die eine wichtige Rolle bei der weiteren Entwicklung des Ölpreises spielen werden. Die Studie gibt ausserdem einen Einblick in die Märkte für Erdgas, Heizöl und Benzin. Neben dem Energiebereich wird auch die Dynamik von Basismetallen (Kupfer, Aluminium, Zink, Nickel, Zinn und Blei) und Edelmetallen (Gold, Silber, Platin und Palladium) untersucht. Und schliesslich wird noch ein Blick auf die so genannten «Soft Commodities» (Agrarprodukte) geworfen, wobei der Schwerpunkt auf den drei Produkten mit dem grössten Handelsvolumen liegt: Kaffee, Zucker und Kakao.

Zürich/Basel, 20. Juni 2005
UBS

Kontakt

UBS Wealth Management Research
Jeremy Baker
+41-44- 234 70 51
jeremy-za.baker@ubs.com

Die Studie «UBS Research Focus - Commodities» steht zur Verfügung unter: www.ubs.com/economicresearch

Anhang - Jeremy Baker, Senior Commodity Analyst, UBS Wealth Management Research, zu Rohstoffen

Die strukturellen Kräfte, die in den vergangenen zwei Jahren eine entscheidende Rolle in der Entwicklung von Rohstoffen gespielt haben, sind auch in der geschichtlichen Entwicklung erkennbar. Imperien und Volkswirtschaften, sowohl in vergangener als auch jüngerer Zeit, haben Transformationsprozesse über die Entwicklung neuer Technologien vollzogen, welche die Gesellschaften immer einen Schritt weiter brachten. Seit Beginn der industriellen Revolution im 18. Jahrhundert waren Beobachter der wirtschaftlichen, sozialen und politischen Veränderungen fasziniert von der Dynamik, die vom Prozess der Industrialisierung und Urbanisierung ausgehen kann, da beide Hand in Hand gehen. Im Zuge dieses Prozesses traten traditionelle Agrar- und Bauerngesellschaften in eine neue sozioökonomische Entwicklungsphase ein. Der Aufbau der Infrastruktur, z.B. durch Schienen- und Strassennetze oder Häfen, führte wiederum zur Ausweitung des internationalen Handels. Gemeinsam ist diesen Entwicklungsprozessen nicht nur die Anwendung verbesserter Technologien, sondern auch der Einsatz von Rohstoffen oder Grundbausteinen der Industrialisierung wie Kupfer, Aluminium, Nickel, Öl und seinen Derivaten.

Trotz der Tatsache, dass es sich bei Rohstoffen um eine der ältesten gehandelten Anlagekategorie handelt, werden sie von Anlegern völlig anders wahrgenommen. Rohstoffe gelten als riskante und hochvolatile Anlagen, welchen in einem modernen diversifizierten Portfolio kein Platz eingeräumt werden sollte. Die UBS-Studie über Rohstoffe indes rückt diese Wahrnehmung in ein klareres Licht und verdeutlicht, dass Rohstoffe aufgrund ihrer Korrelation zu inflationären Kräften und der geringen Korrelation zu Aktien und Anleihen eine wichtige Rolle in einem gut diversifizierten Portfolio spielen können. Damit heben sie sich von ihrem Charakter her deutlich von normalen Anlageklassen ab. Dies könnte der Grund sein, warum sie Anlegern bislang relativ fremd geblieben sind. Zudem weisen Rohstoffe langfristig äusserst attraktive historische Renditen auf und stellen daher eine interessante Anlagemöglichkeit dar.

Wie ist die aktuelle Preisentwicklung zu deuten, und haben die Preise nicht bereits historische Höchststände erreicht?

Auf absoluter Basis befinden sich die Preise auf hohem Niveau, sodass dieser Einschätzung zuzustimmen ist. Die Studie zeigt jedoch auf, dass die Betrachtung des absoluten Preises eines Rohstoffes im Zeitverlauf keine hohe Aussagekraft besitzt, es sei denn, wir berücksichtigen den Sachverhalt, dass - zumindest im letzten Jahrhundert - alle Preise gestiegen sind, d.h. die Kaufkraft gesunken ist. Rohstoffpreise und Inflation hängen eng zusammen, sodass es einfach ist, die Hauptursache für Phasen hoher Inflation wie Mitte der Siebziger- und Anfang der Achtzigerjahre in den Rohstoffpreisen zu suchen. Ein Anstieg der Rohstoffpreise kann zu höheren Produktionskosten führen, was - je nach Spielraum der Hersteller für Preiserhöhungen - wiederum höhere Verbraucherpreise bedeutet. Insgesamt ist bei Öl über den Gesamtzeitraum ein realer Anstieg zu verzeichnen, während Gold seinen Wert halten konnte. Die Preise für Kupfer und Aluminium, als Beispiele für Basismetalle, stiegen über die entsprechenden Zeiträume hingegen langsamer als der gesamte Verbraucherpreisindex. Zu erklären ist dies damit, dass die Förder- und Produktionskosten über den Gesamtzeitraum gesunken sind. Interessant ist auch ein Vergleich der unterschiedlichen Entwicklung von Rohstoffen seit 1970, also vor dem grossen Inflationsschub der Siebziger- und frühen Achtzigerjahre. Nur