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UBS revidiert Konjunkturprognosen: Schwächeres Wirtschaftswachstum in 2005 erwartet

| Media Releases Switzerland

BIP-Wachstum voraussichtlich nur noch 1,8% im Jahr 2005

Die jüngsten europäischen Wachstumszahlen haben Befürchtungen über eine temporäre Wachstumsverlangsamung in Europa bestätigt. Obwohl UBS für das 3. Quartal in der Schweiz nicht mit einer ähnlichen Abschwächung rechnet, wird dies mittelfristig auch die Schweizer Wirtschaft betreffen. UBS hält für das laufen-de Jahr an ihrer bisherigen BIP-Prognose fest, revidiert hingegen die Wachstums-erwartungen für 2005 leicht nach unten.

Die Prognoserevision betrifft hauptsächlich den Aussenhandel. UBS rechnet im kommenden Jahr mit einem geringeren Wachstum der Güterexporte, da zum einen die europäische Nachfrage geringer als bisher erwartet ausfallen wird und zum anderen auch der schwache Dollar die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Anbieter verringert.

Der private Konsum dürfte weiterhin robust wachsen, obwohl im 3. Quartal leicht schwächere Umsätze im Detailhandel zu verzeichnen waren. UBS-interne Indikatoren sprechen weiterhin von einem gesunden Wachstumstrend, zudem hat sich die Arbeitslosigkeit seit über einem Jahr nicht weiter verschlechtert.

Von der Exportflaute nach Europa dürften auch die Ausrüstungsinvestitionen tangiert werden und 2005 langsamer aber immer noch robust wachsen. Die Bauinvestitionen entwickeln sich v.a. aufgrund des vom günstigen Zinsumfeld beflügelten Wohnungsbaus weiterhin erfreulich.

Insgesamt führen die verhaltenere Einschätzung des Aussenhandels und der Investitionstätigkeit zu einem schwächeren Wachstum im kommenden Jahr. Die UBS bleibt aber optimistisch: Nach voraussichtlichen 1,9% im laufenden Jahr wird das BIP 2005 nur noch um 1,8% wachsen. Die erwartete Wachstumsbeschleunigung in Europa im Jahr 2005 wird der Schweizer Wirtschaft zu einem leicht schnelleren Wachstum im Jahr 2006 (2,0%) verhelfen.

Die Inflation wird auch in den kommenden Jahren nicht stark über das aktuelle Niveau ansteigen. UBS rechnet damit, dass die Konsumentenpreise 2004 um 0,8% und 2005 um 1,0% ansteigen werden.

Der Arbeitsmarkt entwickelte sich verhaltener als angenommen. Die Arbeitslosenrate verharrte während über 12 Monaten bei 3,9%. Die Anzeichen verdichten sich jedoch, dass der Wendepunkt erreicht ist und mit tieferen Zahlen gerechnet werden kann. Die Arbeitslosenrate dürfte 2005 auf 3,2% zurückgehen.

Mit dem schwachen Wachstum dürfte die EZB auf absehbare Zeit keine Zinserhöhungen vornehmen, was auch der Schweizerischen Nationalbank (SNB) Zurückhaltung in der Geldpolitik auferlegt. UBS rechnet mit zwei weiteren Zinsschritten um je 25 Basispunkte im Winter und Frühling, was einen 3-Monatslibor von 1,3% zur Folge hätte. Auf dem Anleihenmarkt führt die Wachstumsabschwächung kombiniert mit der moderaten Inflation nur zu einem moderaten Zinsanstieg.

Mit den bisherigen Zinserhöhungen der SNB hat sich der Schweizer Franken erwartungsgemäss aufgewertet. Laut Analyse der UBS wird sich dieser Prozess 2005 fortsetzen, was den Kurs zum Euro bis in einem Jahr unter 1,50 führen dürfte. Im gleichen Jahr rechnen wir für den USD mit einem weiteren Abwertungsschub gegenüber dem EUR und dem CHF, weil die steigende US Defizitfinanzierung das Währungsrisiko erhöht.


Kontakt:
Dr. Klaus Wellershoff, Chefökonom UBS
Tel. +41 1 234 67 03

Dr. Daniel Kalt, Leiter Swiss Research
Tel. +41 1 234 25 60

Thomas Kägi, Macro Research
Tel. +41 1 234 35 54

Thomas Flury, Head of FI / FX Research
Tel. +41 1 234 67 73

Niveau*

2002

2003

2004P

2005P

2006P

Bruttoinlandprodukt

419.7

0.3

-0.4

1.9

1.8

2.0

Privater Konsum

256.2

0.3

0.5

1.7

1.9

2.1

Staatlicher Konsum

50.4

3.2

1.4

1.5

0.5

0.8

Investitionen

91.9

0.3

-0.4

4.4

2.7

3.4

    Bau

40.8

2.2

1.8

3.2

2.4

2.2

    Ausrüstungen

51.1

-1.1

-2.0

5.3

3.0

4.3

Exporte

189.9

-0.2

0.0

6.0

3.8

4.3

    Güter

140.9

1.1

-0.2

7.0

4.4

5.0

    Dienstleistungen

49.0

-3.8

0.6

3.0

1.9

2.1

Importe

168.9

-2.8

1.4

6.8

4.0

5.3

    Güter

142.9

-0.2

0.0

7.2

4.2

5.6

    Dienstleistungen

26.0

-3.0

1.9

4.8

3.0

3.6

Inflation

0.6

0.6

0.8

1.0

1.2

Arbeitslosenquote in %

2.8

3.8

3.9

3.2

3.0

Anzahl Arbeitslose

101

150

153

126

118

3-Monats-Frankenanlagen

0.7

0.3

1.0

1.3

1.5

Rendite Bundesobligationen

2.4

2.6

2.6

3.0

3.1

EURCHF

1.45

1.56

1.52

1.49

1.48**

USDCHF

1.38

1.24

1.17

1.11

1.32**

Quelle: BFS, Bloomberg; P: Prognose UBS WMR; *Jahr 2003 (in Mrd. CHF zu laufenden Preisen); **Kaufkraftparität

Zürich/Basel, 18. November 2004
UBS