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UBS Outlook 3. Quartal 2004

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Schweizer Industrie setzt Wachstumskurs fort. Der Aufschwung in der Schweizer Industrie hielt im zweiten Quartal an und dürfte in den kommenden Monaten noch an Stärke gewinnen. Als Wachstumsmotor erweisen sich gemäss neuester UBS Umfrage vor allem die stark anziehenden Aufträge aus dem Ausland.

Der Aufschwung im Schweizer Industriesektor setzte sich im zweiten Quartal erwartungsgemäss fort. Ein Blick auf die Branchenlandschaft zeigt dabei ein erfreuliches Bild. Mit einer einzigen Ausnahme verzeichneten alle in der UBS-Umfrage vertretenen Industriezweige gegenüber dem Vorjahr einen deutlichen Zuwachs von Bestellungseingang, Produktion, Arbeitsvorrat und Umsatz. Für Impulse sorgte vor allem die dynamische Entwicklung der Auslandmärkte. Aber auch die Binnennachfrage entwickelte sich recht solide. Im dritten Quartal dürfte die Industriekonjunktur noch einen Gang höher schalten.

Dass sich die Schweizer Wirtschaft auf solidem Wachstumskurs befindet, zeigt der UBS-Konjunkturindikator, der aus den Ergebnissen der vierteljährlichen Umfrage von UBS bei 300 Industriebetrieben berechnet wird. Mit zwei Quartalen Vorsprung auf die offiziellen Daten zum Bruttoinlandprodukt (BIP) zeigt das Trendbarometer jeweils den wahrscheinlichen Verlauf der Konjunktur über die nächsten Monate an. Nachdem die Schweizer Wirtschaft bereits im ersten Quartal real um 1,5% gegenüber dem Vorjahr gewachsen ist, deutet dieser Frühindikator für das zweite und dritte Quartal auf eine anhaltend hohe Dynamik hin.

Geschäfte wachsen kräftig
Gemäss der Juni-Umfrage hat sich der Aufwärtstrend in der Industrie im zweiten Quartal akzentuiert. Meldeten im Startquartal 2004 bereits 35% der befragten Firmen einen höheren Exportumsatz, so kletterte dieser Anteil im zweiten Quartal sogar auf 50%, während praktisch unverändert 18% der Betriebe ihre Lieferungen ins Ausland schrumpfen sahen. Dies hat insbesondere die Geschäfte der Metall-, Maschinen- und Elektroindustrie angekurbelt. Zusammen mit Chemie & Pharma wiesen diese Branchen die im Quervergleich stärksten Wachstumstrends aus. Etwa dem Durchschnitt aller Industriezweige entsprach der Geschäftsgang in der Uhren- und der Kunststoffindustrie. Als einzige Branche erlitt Papier, Druck & Grafik noch einen Rückgang der Geschäftsaktivitäten.

Die Produktion wurde in der Industrie insgesamt verstärkt ausgedehnt. Dank höheren Absatzmengen und straffer Kostenkontrolle kam ausserdem endlich eine Erholung der Erträge in Gang. Diese entwickelten sich allerdings noch weniger dynamisch als die Umsätze. 36% der Betriebe konnten ihre Rentabilität verbessern, wogegen 25% der Unternehmen einen Ertragsrückgang erlitten. Mit der Nachfragebelebung und der steigenden Kapazitätsauslastung hat der Druck auf die Verkaufspreise tendenziell nachgelassen. Allerdings konnte erst eine Minderheit der Firmen (14%) höhere Preise durchsetzen. Die Mehrheit (60%) meldete unveränderte Preise, während 26% der Unternehmen weitere Preisnachlässe gewähren mussten. Bei der Nachfrage nach Arbeitskräften zeichnet sich allmählich eine Stabilisierung ab. Zwar produzieren die Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr mit deutlich reduzierten Personalbeständen; immerhin konnten die Belegschaften nach zweieinhalb Jahren rückläufiger Entwicklung erstmals gegenüber dem Vorquartal gehalten werden.

Industrie bleibt optimistisch
Vollere Auftragsbücher sowie steigende Arbeitsvorräte signalisieren für das dritte Quartal gute Wachstumsperspektiven. Entsprechend sind die von UBS befragten Unternehmen bezüglich der nahen Aussichten optimistisch und rechnen mit Nachfrageimpulsen sowohl aus dem Ausland als auch aus der Schweiz. Damit dürfte die Kapazitätsauslastung von aktuell 85,0% auf voraussichtlich 86,2% im dritten Quartal klettern. Die höhere Auslastung der Maschinenparks und die gestiegenen Arbeitsvorräte veranlassen ausserdem jeden zweiten Betrieb die Produktion auszudehnen, während voraussichtlich nur jede zehnte Firma den Ausstoss reduziert. Trotz anhaltend tieferen Verkaufspreisen rechnen die Unternehmen mit einer weiteren Verbesserung der Ertragslage. Für die Monate Juli bis September melden die Uhren-, Nahrungsmittel- und Metallindustrie sowie Chemie & Pharma einen Mehrbedarf an Personal. Am schwierigsten präsentiert sich die Beschäftigungssituation noch in der Papier-, Druck- & Grafik- sowie in der Holz- & Möbelbranche.

UBS-Konjunkturindikator und Bruttoinlandprodukt
(Veränderung zur Vorjahresperiode in %)

Daten (in %):

Quellen: seco (BIP); UBS (Umfrage und Berechnungen)
*provisorische amtliche Zahlen

Zürich / Basel, 2. Juli 2004
UBS