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Branchenkonjunktur zieht verbreitet an

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Nach den vergangenen schwierigen Geschäftsjahren erwarten die Unternehmen der meisten Branchen deutlich verbesserte Umsatz- und Ertragstrends. Finanzdienstleistungen, Telekommunikation, Pharma und die Investitionsgüterindustrien führen den Branchenzug 2004 an. Unter einem Nachfrage- und Ertragsschwund leiden weiterhin der Bausektor und die Uhrenhersteller. Dies geht aus einer breit angelegten Umfrage der UBS-Ökonomen bei über 4300 Betrieben aus 27 Haupt- und 95 Subbranchen hervor.

2003 stagnierten die Umsätze im Total der von UBS befragten Unternehmen knapp. Dies überdeckt eine auf Branchenebene höchst heterogene Tendenz. Elf Wirtschaftszweige mit höheren standen 15 mit tieferen Volumen gegenüber. Deutlicher gerieten die Erträge unter die Räder der schwachen Konjunktur. Nur zehn Branchen konnten hier zulegen, während 17 Gewinneinbussen verzeichneten. Am härtesten traf es die Uhrenindustrie und den Tourismus, die unter der gedrückten internationalen Reiselust infolge von Wirtschaftsflaute, Irakkrise und in der ersten Jahreshälfte unter der Sars-Epidemie litten. Als Gegenpol brillierten die Finanzdienstleister mit einer kräftigen Erholung von den sehr gedrückten oder gar negativen Vorjahresergebnissen. Mit eindrücklicher Konstanz vermochte die Pharmaindustrie ihre Ertragskraft weiter zu steigern.

Umsatzwachstum 2004
Angesichts der weltweit aufgehellten Konjunkturperspektiven sehen die befragten Unternehmen dem laufenden Jahr mit frappant einmütiger Zuversicht entgegen. Einzig der Bausektor befürchtet einen neuerlichen Rückschlag im Geschäftsvolumen, und trotz Anzeichen einer Erholung glauben die Uhrenhersteller noch nicht an einen anziehenden Umsatzverlauf. Ansonsten dominieren optimistische Töne die Branchenerwartungen. Am deutlichsten soll die Wende in den Sektoren Investitionsgüter, Handel & Logistik und Beratung & Kommunikation, bei Konsumgüterindustrien sowie im Tourismus zum Tragen kommen. Wachstumsleader bleiben Banken, Versicherungen, Pharma sowie neu Telekommunikation und Elektroindustrie.

Mehrheitlich bessere Erträge erwartet
Ebenfalls auf dem positiven Ast befinden sich die Ertragserwartungen für 2004, auch wenn sie nicht ganz im Ausmass des Umsatzfortschritts mithalten können. Die Mehrheit der Unternehmen von immerhin 20 Branchen rechnet damit, bessere Resultate vorweisen zu können. Mit Ausnahme des Gesundheits- und Sozialwesens sowie der
Architektur- und Ingenieurbüros dürfte in den übrigen sieben Zweigen immerhin die Talsohle durchschritten sein. Besonders zuversichtlich geben sich die Unternehmen aus den Sektoren Finanzdienstleistungen, Investitionsgüter sowie Beratung & Kommunikation.

Anhaltende Preiserosion
Nachdem Wettbewerb und Nachfrageflaute im vergangenen Geschäftsjahr verbreitet auf die Verkaufspreise gedrückt hatten, wird hierbei für 2004 die Wende erst in Ansätzen gesehen. In der Summe der befragten Unternehmen hält die Preiserosion nur wenig verlangsamt an. Lediglich in sieben der erfassten 27 Branchen rechnet man mit einer Verbesserung. Am deutlichsten ist dies bei den Versicherern der Fall, wo in allen Sparten eine weitere Prämienverteuerung ansteht. Während ansonsten der Tiefpunkt im Preistrend durchschritten scheint, gehen Unternehmen der Pharmabranche sowie des Gesundheits- und Sozialwesens von einem verschärften Preisdruck aus.

Personalbedarf hinkt nach
Wie dies in jeder Phase des Konjunkturzyklus zu beobachten ist, reagiert der Arbeitsmarkt auch auf den sich abzeichnenden Aufschwung erst mit Verzögerung. 2003 wurden nur in sieben Branchen per Saldo zusätzliches Personal eingestellt, ansonsten aber die Belegschaften gelichtet. Für das laufende Geschäftsjahr melden zwar acht Wirtschaftszweige einen Zusatzbedarf, und ihrer fünf kommen mit konstantem Personalbestand aus. Das beste Potenzial besteht gemäss unserer Umfrage in der Pharmaindustrie, bei den Informatikdiensten, in der Telekommunikation sowie in der Immobilienbranche. Unter dem Strich verbleibt jedoch ein leichter Stellenabbau.

KMU als Stabilisatoren
Die Auswertung der UBS-Umfrage nach Unternehmensgrösse bestätigt, dass die wesentlichen Schwankungen im Wirtschaftsverlauf von den Grossbetrieben herrühren. Sowohl punkto Umsatz- als auch Ertragsverlauf hatten diese - über die Gesamtheit der Branchen betrachtet - im abgelaufenen Geschäftsjahr die stärksten Rückschläge zu verkraften, und umgekehrt geben sie sich in beiden Kriterien für 2004 am zuversichtlichsten. Die ruhigere Entwicklung der kleinen und mittelgrossen Unternehmen (KMU) spiegelt sich in ihren nahezu stabilen Personalbeständen.



Zürich / Basel, 16. Januar 2004

UBS