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KMU sichten Aufhellungen

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Vor sechs Monaten hatten die kleinen und mittelgrossen Unternehmen (KMU) eine leichte Aufhellung in Aussicht gestellt - die realisierten Geschäftsgänge bestätigen nun diese Zuversicht.

Gemäss den Ergebnissen der jüngsten UBS-Unternehmensumfrage vom Oktober bei 900 Betrieben mit weniger als 100 Beschäftigten hat sich die KMU-Konjunktur im abgelaufenen Sommerhalbjahr von ihrem Tiefpunkt gelöst. Analog zum rückläufigen gesamtwirtschaftlichen Trend mussten die KMU zwar insgesamt erneut eine Verschlechterung des Geschäftsgangs hinnehmen. Der Abwärtstrend hat sich aber in zehn von 13 in der UBS-Umfrage erfassten Branchen klar entschärft. Zudem rechnen die befragten KMU mit einer deutlichen Verbesserung der Situation in den kommenden sechs Monaten. Allen voran dürften die direkt und indirekt im Export engagierten KMU von den aufgehellten internationalen Wirtschaftsperspektiven profitieren.

Erwartungen übertroffen
Vor dem Hintergrund der düsteren Konjunkturlage in der Schweiz erlitten die KMU im Sommerhalbjahr erneut Geschäftseinbussen. Das Auftragsvolumen sank insgesamt deutlich und ist damit seit zwei Jahren rückläufig. Obwohl auch bei den erfragten Kriterien Umsatz und Arbeitsvorrat die Abnahme-Meldungen insgesamt noch zahlreicher als die Zunahme-Meldungen waren, ist eine Trendwende aber klar ersichtlich. Abgesehen von den Reisebüros, den Druckereien sowie dem Auto- und Transportgewerbe hat sich der Umsatzrückgang in allen erfassten Branchen entschärft. Im Total der 13 Wirtschaftszweige war der Geschäftsgang sogar weniger schlecht als die Betriebe anlässlich der April-Umfrage erwartet hatten. Die beeindruckendste Verbesserung trat beim Bau und der zuvor stark gebeutelten Elektro- und Maschinenindustrie ein, wenn auch der Vorstoss in den Bereich positiver Wachstumsraten nur der Sanitärbranche gelang. Die Umsätze immerhin auf dem Niveau des Wintersemesters halten konnten der Hochbau, die Informatikdienstleister und die Elektrotechnik. Praktisch einig sind sich die befragten KMU bezüglich der Preisentwicklung: Während sich der Einkauf von Materialien und Vorleistungen verteuert hat, mussten die Unternehmen auf ihren Endprodukten und Leistungen weitere Preisnachlässe gewähren. In sämtlichen Branchen ist zudem der Arbeitsvorrat geschrumpft. Entsprechend wurden weitere Anpassungen bei den Personalbeständen vorgenommen.

Chance für graduelle Erholung intakt
Angesichts des deutlich verbesserten Konjunkturausblicks beurteilen die KMU die nahen Geschäftsaussichten etwas zuversichtlicher. Allerdings antizipieren sie im Gegensatz zu den parallel befragten Grossunternehmen im Winterhalbjahr noch keinen positiven Geschäftsgang. Von den einsetzenden aussenwirtschaftlichen Impulsen und einer allmählichen Trendwende bei den Unternehmensinvestitionen dürften die Grossunternehmen rascher profitieren als die KMU, welche stärker auf den Binnenmarkt ausgerichtet sind und typischerweise eine Zulieferfunktion für nachgelagerte Industrie- und Dienstleistungsbereiche wahrnehmen. Im Branchenquervergleich sind die Anbieter von Informatikdiensten und die Maschinenindustrie am zuversichtlichsten - sie setzen auf einen klar positiven Wachstumstrend. Von immerhin stabilen Umsätzen gehen ausserdem die Betriebe der Elektrotechnik, die Bäckereien, das Druckereigewerbe und die Reisebranche aus. Weil der Aufschwung erst in der Anfangsphase steckt, dürfte aber der Personalbedarf vorerst rückläufig bleiben. Gleichzeitig halten sich die KMU mit der Realisierung von Investitionsvorhaben noch zurück.

Regional breit abgestützte Erholung
Trotz Unterschieden im Ausmass sollten in den Wintermonaten mit Ausnahme der Ostschweiz alle Regionen vom Wirtschaftsaufschwung erfasst werden. Gemessen am Umsatztrend rechnen insbesondere die KMU im Grossraum Zürich und in der Nordwestschweiz mit Auftriebstendenzen sowohl im Produktions- als auch im Dienstleistungsbereich. Den Erwartungen zufolge sollten diese Regionen die im Quervergleich beste Performance ausweisen können. Das westliche Mittelland und die Zentralschweiz markieren dagegen wie bereits im Sommer das Schlusslicht. Nachdem sich die Ostschweiz in den vergangenen sechs Monaten als Spitzenreiter erwiesen hat, dürfte dort namentlich der Bausektor im Winterhalbjahr Rückschläge erleiden.

Zürich / Basel, 7. November 2003
UBS AG

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Zürich / Basel, 7. November 2003

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