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UBS Outlook 4. Quartal 2003

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Günstigere Aussichten für die Industrie. Vom globalen Wirtschaftsaufschwung gehen erste zaghafte Impulse auf die Schweizer Industriekonjunktur aus. Die von UBS befragten Industriefirmen rechnen denn auch mit einer Belebung der Auslandnachfrage im laufenden Quartal.

Nach den schwachen Geschäftstrends der ersten Jahreshälfte scheint die Flaute in der Schweizer Industrie abzuklingen. Darauf deuten die Ergebnisse der UBS-Quartalsumfrage vom September bei gut 300 Industrieunternehmen hin. Zwar verzeichnete der industrielle Sektor im dritten Quartal erneut deutliche Umsatz- und Ertragseinbussen. Diese haben sich aber in den meisten Branchen im Vergleich zum Vorquartal klar entschärft. Ausserdem zeigt sich die Stimmung bei allen Wirtschaftszweigen unisono aufgehellt. So rechnen immerhin sieben von zehn Branchen mit einer Zunahme der Aufragseingänge im Schlussquartal 2003. Die Belebung geht vor allem vom Ausland aus, während die Binnenkonjunktur vorerst noch schwach tendieren dürfte.

Die verbesserte Geschäftslage spiegelt sich im UBS-Konjunkturindikator, der aus den effektiven Ergebnissen der Umfrage abgeleitet wird und mit zwei Quartalen Vorsprung auf die offiziellen Daten jeweils ein sehr zuverlässiges Bild über die kurzfristige Entwicklung der Schweizer Wirtschaft zeichnet. Nachdem das Bruttoinlandprodukt (BIP) in den ersten beiden Quartalen 2003 gegenüber dem Vorjahr um 0,6 bzw. 1,0% geschrumpft ist, stellt dieser Trendbarometer eine zaghafte Erholung in Aussicht. Allerdings dürfte das reale BIP auch im dritten und vierten Quartal noch nicht in den Bereich positiver Wachstumsraten vorstossen. Im Sog der höheren weltwirtschaftlichen Dynamik sollte der Konjunkturaufschwung dann aber 2004 deutlich an Fahrt gewinnen.

Schwacher Geschäftsgang im dritten Quartal
Angesichts des in Europa noch schleppenden Konjunkturgangs und der ausgesprochenen Wachstumsschwäche in der Schweiz musste die Industrie im dritten Quartal erneut eine Verschlechterung des Geschäftsgangs hinnehmen. In den Kriterien Auftragseingang, Umsatz, Produktion und Arbeitsvorrat waren die "Abnahme"-Meldungen insgesamt noch zahlreicher als die "Zunahme"-Meldungen. Immerhin hat sich aber in den meisten Branchen der Rückgang verlangsamt.

Da die Arbeitsvorräte seit nunmehr zehn Quartalen ununterbrochen schrumpfen und die Wende bei den Auftragseingängen noch nicht in positive Veränderungsraten vorgestossen ist, wurde die Produktion erneut zurückgefahren. Dadurch blieben die

Maschinenparks mit 83% - rund drei Prozentpunkte unter dem langfristigen Mittelwert - nach wie vor schlecht ausgelastet. Als Ausnahmen konnten die Metall- und die chemisch-pharmazeutische Industrie ihren Ausstoss erstmals wieder erhöhen. Insgesamt sank der Absatz vor allem im Inland nochmals deutlich. Die ungenügende Kapazitätsauslastung übertrug sich ausserdem auf die Beschäftigtenzahlen, welche per Saldo bei 36% der Industriefirmen rückläufig waren.

Impulse aus dem Ausland erwartet
Dank dem stark verbesserten globalen Wachstumsausblick zeigen sich die Geschäftsperspektiven in der Schweizer Industrie im Schlussquartal 2003 deutlich aufgehellt. Im Zuge der europaweiten Wirtschaftbelebung dürften sich insbesondere die Auftragsbücher der exportorientierten Unternehmen relativ rasch füllen. Erwartet werden für das vierte Quartal denn auch mehr Aufträge aus dem Ausland, während insgesamt noch von leicht rückläufigen Bestellungen aus der Schweiz ausgegangen wird. Da die Fertigwarenlager in den letzten sechs Quartalen kontinuierlich abgebaut wurden, kann die Produktion voraussichtlich erstmals wieder leicht ausgeweitet werden. Bei anhaltendem Preisdruck auf dem Export- wie auf dem Binnenmarkt bleibt dagegen die Ertragslage angespannt. Noch nicht abgeschlossen ist der Anpassungsprozess beim Personalbestand. 33% der Firmen sehen in den Monaten Oktober bis Dezember einen geringeren Bedarf an Arbeitskräften, und lediglich 6% wollen zusätzliches Personal einstellen.

Branchenweit abgestützte Erholung
Von der Erholung im vierten Quartal dürften sämtliche Sparten des Industriesektors profitieren. Im Quervergleich ist die Nahrungsmittelindustrie am zuversichtlichsten. Sehr positiv werden die Bestellungseingänge auch in der Investitionsgüterindustrie eingeschätzt. Dagegen gehen die Uhren- und Textilindustrie sowie Papier, Druck & Grafik per Saldo noch von rückläufigen Aufträgen aus.

UBS-Konjunkturindikator und Bruttoinlandprodukt
(Veränderung zur Vorjahresperiode in %)

Daten (in %):

Quellen: seco (BIP); UBS (Umfrage und Berechnungen)
*provisorische amtliche Zahlen



Zürich / Basel, 10. Oktober 2003
UBS