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UBS Outlook 3. Quartal 2003

| Media Releases Switzerland

Industrie im Rückwärtsgang. Die Geschäftsaktivitäten in der Schweizer Industrie haben sich über Erwarten stark abgeschwächt. Gemäss der neuesten UBS-Umfrage vom Juni schätzen die Firmen ihre Absatzchancen auch im dritten Quartal als unbefriedigend ein.

Vor dem Hintergrund der schwachen Weltkonjunktur brach der Aufragseingang der Schweizer Industrie im zweiten Quartal erneut ein. Sowohl auf den in- als auch den ausländischen Märkten konnte deutlich weniger abgesetzt werden. 37% der Firmen sahen sich gezwungen, die Produktion zu kürzen. Dies geht aus der neuesten Unternehmensumfrage von UBS bei rund 300 Industriefirmen hervor. Eine rasche Erholung ist zur Zeit nicht absehbar. Auch für das dritte Quartal rechnen die Firmen per Saldo mit einem rückläufigen Geschäftsgang.

In diesem Umfeld deutet der auf den Umfrageergebnissen beruhende UBS-Konjunkturindikator, der mit zwei Quartalen Vorsprung die Entwicklung des Bruttoinlandprodukts (BIP) anzeigt, auf einen anhaltenden Abwärtstrend der Schweizer Wirtschaft hin. Nachdem gemäss offiziellen Schätzungen das BIP bereits im Startquartal 2003 gegenüber dem Vorjahr um 0,6% geschrumpft ist, zeichnet der Indikator sowohl für das zweite als auch das dritte Vierteljahr noch ein düsteres Bild.

Verschärfter Einbruch im zweiten Quartal
Die von UBS im Juni befragten Industrieunternehmen verzeichneten im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr einen verschärften Rückgang von Auftragseingang, Produktion und Umsatz. Damit wurden die im Frühjahr gehegten Erwartungen arg enttäuscht. Weil die Produktionsanpassung nicht im vollen Ausmass der Auftragsminderung geschah, bildete sich der Arbeitsvorrat markant zurück. Die Kapazitätsauslastung verharrte auf tiefem Niveau bei 84%, was deutlich unter der Normalauslastung von 87% liegt. Immer mehr Firmen sahen sich aufgrund der harten Konkurrenz veranlasst, Preisnachlässe zu gewähren. Zusammen mit der ungünstigen Währungssituation im Dollarsegment schlug dies negativ auf die Ertragslage durch. Lediglich bei 14% der Firmen hat sich die Rentabilität verbessert, wogegen 43% der Unternehmen einen Gewinnrückgang melden.

Anpassungen an tiefere Nachfrage noch nicht abgeschlossen
Die unmittelbaren Aussichten präsentieren sich für die Unternehmen aufgrund der noch nicht überzeugenden Konjunkturlage in der Schweiz und im übrigen Europa anhaltend schwierig. Die Erwartungen für das dritte Quartal sind denn auch relativ verhalten. Vor allem die Absatzchancen auf dem Heimmarkt werden noch skeptisch beurteilt, während bei den ausländischen Bestellungseingängen und den Exporten von einer annähernd stabilen Entwicklung ausgegangen wird. Die tiefe Auslastung des Maschinenparks und die geschrumpften Arbeitsvorräte zwingen die Unternehmen, weitere Anpassungen bei Produktion und Belegschaft vorzunehmen. Einzig die Nahrungsmittelindustrie meldet für die Monate Juli bis September einen geringen Mehrbedarf an Personal, und Chemie & Pharma glaubt den Mitarbeiterbestand immerhin auf gegenwärtigem Niveau halten zu können. Am schwierigsten präsentiert sich die Arbeitsmarktlage bei Druck & Grafik sowie in der Uhren- und Maschinenindustrie.

Skepsis in fast allen Branchen
Entsprechend dem Gesamtbild überwiegen auch im Branchenspektrum die Grautöne. Mit Ausnahme der Nahrungsmittelverarbeiter berichtet keine Industrie von einem positiven zweiten Quartal. Ihre Perspektiven in den laufenden Monaten beurteilen ebenfalls die meisten Wirtschaftszweige weiterhin skeptisch. Während die Uhren-, Textil- und Elektroindustrie sowie Druck und Grafik sogar von verstärkt negativen Geschäftstrends ausgehen, gewinnen in den Bereichen Holz & Möbel, Metall sowie Chemie & Pharma die günstigeren Einschätzungen klar an Gewicht. Absolut positive Erwartungen bezüglich der Hauptindikatoren Auftragseingang, Produktion und Umsatz resultieren aber einzig in der Nahrungsmittel-, der Kunststoff- und der Metallindustrie.

Gestutzte Investitionspläne 2003
Angesichts des noch wenig gefestigten Vertrauens in einen baldigen Aufschwung äussern die Unternehmen fast aller Industriebranchen grösste Zurückhaltung in ihren Investitionsvorhaben. Nur gut 10% haben in dieser Hinsicht expansive Pläne für 2003, während mehr als die Hälfte aller Firmen eine Kürzung ihrer Investitionen vorsehen. Als einzige Ausnahmen wollen die Nahrungsmittelindustrie und das Druckereigewerbe mehr investieren.

UBS-Konjunkturindikator und Bruttoinlandprodukt
(Veränderung zur Vorjahresperiode in %)

Daten (in %):

Quellen: seco (BIP); UBS (Umfrage und Berechnungen)
*provisorische amtliche Zahlen



Zürich / Basel, 4. Juli 2003
UBS AG