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Schweiz: Neue Wachstumsprognose

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Das negative Wachstum des Schweizer Bruttoinlandprodukts (BIP) im ersten Quartal 2003 hat überrascht. Dies und die schlechten Aussichten erforderten eine Prognosekorrektur nach unten. Die UBS-Ökonomen erwarten für das laufende Jahr eine mit +0.3% nur marginal expandierende Schweizer Wirtschaft

Mit stark rückläufigen Umsätzen im Schweizer Detailhandel, einer äusserst tiefen Konsumentenstimmung, einem sich weiter verschlechternden Arbeitsmarkt und allgemein gedämpften Perspektiven erwartet die UBS ein noch schwächeres Wachstum des privaten Konsums als noch im Vorjahr. Die negative Entwicklung bei den Investitionen, die nun seit mehr als zwei Jahren beobachtet werden kann, hat sich auch 2003 fortgesetzt. Gemäss Schätzungen der UBS wird man im Jahresdurchschnitt ein nur leichtes Wachstum der Gesamtinvestitionen sehen können. Mit einer langsam ansteigenden Kapazitätsauslastung und einer erhöhten Auslandnachfrage in der zweiten Jahreshälfte dürften die Ausrüstungsinvestitionen ab dem 3. Quartal wieder wachsen. Durch die tieferen Wachstumsaussichten im Ausland, namentlich dasjenige des wichtigsten Handelspartners Deutschland, sind die Perspektiven für den Aussenhandel ebenfalls getrübt. Die Aussichten des Exportsektors bleiben mit der zögerlichen Nachfrageentwicklung im Ausland und dem nach wie vor starken Franken verhalten. Aber auch die Importe dürften mit einer geringen Konsum- und Investitionsgüternachfrage nicht rasant ansteigen. Die UBS rechnet für dieses Jahr mit einem leicht negativen Impuls vom Aussenhandel her.

Geht man davon aus, dass die bisherige BIP-Schätzung des Staatssekretariats für Wirtschaft (seco) durch die besser fundierten BIP-Zahlen des Bundesamtes für Statistik (BFS) im September nicht wesentlich revidiert werden muss, so wäre die hier kommunizierte Wachstumsprognose von 0,3% zu hoch. In diesem Fall müsste man von einem negativen Wachstum im laufenden Jahr ausgehen. Die UBS Ökonomen sind jedoch der Überzeugung, dass die seco-Schätzung für 2002 zu hoch ist und durch das BFS deutlich nach unten, in den negativen Bereich angepasst wird. Namentlich scheinen die Schätzungen für den privaten Konsum und den Aussenhandel die tatsächliche Entwicklung verzerrt widerzugeben. Daraus ergibt sich ein Basiseffekt für 2003, welcher zu einem höheren Wachstum führt. Nach Schätzungen der UBS ergibt sich daraus ein Wachstum des BIP 2003 um 0,3%.

Inflation ist nach wie vor kein Thema. Die UBS-Ökonomen halten an ihrer Inflationsprognose von 0.7% für dieses Jahr fest und sehen für das nächste Jahr keine grosse Veränderung an dieser Situation.

Die Arbeitsmarktsituation dürfte sich in diesem Jahr kaum zum Besseren wenden. Frühindikatoren befinden sich am Tiefpunkt und die Situation auf den Gütermärkten lässt auch keine baldige Wende erwarten. Wir rechnen damit, dass die saisonbereinigte Arbeitslosenquote in den Wintermonaten 2004 gipfeln wird, knapp unterhalb der 5%-Marke.

Mit den gedämpften Wachstumsaussichten besteht derzeit kein Handlungsbedarf für die Schweizer Nationalbank (SNB). Sie wird deshalb an ihrer lockeren Geldpolitik festhalten und erst ab dem Startquartal mit einem Anheben des Zielbandes für den Dreimonats-Libor beginnen.

Zürich / Basel, 24. Juni 2003
UBS AG