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UBS Outlook 1. Quartal 2003. Verhaltene Dynamik in der Industrie.

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Die Stimmung in der Schweizer Industrie bleibt gedrückt. Während die Unternehmen von stabilen Exporten ausgehen, beurteilen sie laut neuester UBS-Umfrage die Binnennachfrage noch mit Skepsis.

Im 4. Quartal 2002 musste die Schweizer Industrie erneut Rückschläge hinnehmen. 37% der von den UBS-Ökonomen befragten Unternehmen erlitten einen Umsatzrückgang, während nur 27% ein Wachstum erzielten (Saldo -10%). Hinsichtlich der Ertragskraft betrug der Saldo sogar -15%. Eine nachhaltige Erholung der Industriekonjunktur steht noch nicht unmittelbar bevor. Gleichwohl zeichnen sich gemäss den Resultaten der Dezember-Umfrage bei rund 350 Unternehmen im Vergleich zum September leichte Aufhellungstendenzen ab. So hat sich der Rückgang in den einzelnen Indikatoren Auftragseingang, Produktion, Umsatz und Ertrag deutlich entschärft. Namentlich bei den Exporten scheint eine allmähliche Erholung zu greifen. Auf einen verhalten positiven Grundtrend in der Schweizer Wirtschaft verweist ausserdem der auf den Umfrageergebnissen beruhende UBS-Konjunkturindikator, der mit zwei Quartalen Vorsprung auf die offiziellen Zahlen die Entwicklung des Schweizer Bruttoinlandprodukts (BIP) anzeigt. Nachdem die Gesamtwirtschaft bereits im Sommer 2002 nach zwei Quartalen rückläufiger Entwicklung um real 0,6% gewachsen ist, deutet der Indikator sowohl für das letzte als auch für das angelaufene Vierteljahr auf einen verhalten positiven Wachstumstrend hin.

Aus der tiefsten Talsohle heraus
Von der eingebrochenen Exportnachfrage, der Investitionskrise, der Frankenstärke und der gedämpften Konsumneigung wurden 2002 mit Ausnahme der Nahrungsmittel- und der pharmazeutischen Industrie alle Branchen hart getroffen. Nachdem sich die Industriekonjunktur in den Monaten Juli bis September 2002 erneut stark abgekühlt hatte, setzte gemäss UBS-Umfrage im Schlussquartal eine Wende zum Besseren ein. Namentlich der verlangsamte Rückgang beim Auftragseingang und bei den inländischen Umsätzen sowie die stabile Entwicklung der Exporte signalisieren, dass die Schweizer Industrie aus der tiefsten Talsohle herausgefunden hat. Allerdings fielen bei sämtlichen Indikatoren die "Abnahme"-Meldungen insgesamt noch zahlreicher aus als die "Zunahme"-Tendenzen. Angesichts des gedrückten Absatzes wurde die Produktion erneut gedrosselt und die Belegschaft verbreitet reduziert. Trotz der dadurch realisierten Kostenentlastung hat sich die Ertragslage infolge hartem Preiskampf und ungünstiger Wechselkursrelationen für die Exportbranchen weiter verschlechtert.

Am besten behaupten konnten sich im 4. Quartal Nahrungsmittel und Papier: Während die anderen Branchen an Ertragskraft einbüssten, konnten jene das Gewinnwachstum fortsetzen. Chemie/Pharma wartete immerhin mit einem stabilen Geschäftsgang auf. Die übrigen Industrien erlitten dagegen sowohl Umsatz- als auch Ertragseinbussen, allen voran Holz & Möbel.

Verhaltene Zuversicht fürs 1. Quartal

Auch für das 1. Quartal 2003 wird in der Industrie insgesamt mit einem rückläufigen Trend beim Geschäftsgang gerechnet. Vor allem die Binnennachfrage wird angesichts der verschlechterten Arbeitmarktlage noch skeptisch beurteilt, während bei den Exporten immerhin von einer annähernd stabilen Entwicklung ausgegangen wird. Positive Wachstumsperspektiven überwiegen in der Nahrungsmittel-, Papier-, Textil- und chemischen Industrie. In den Bereichen Metall und Kunststoff scheint immerhin ein leichtes Erholungspotenzial vom gegenwärtig tiefen Niveau zu bestehen. Dagegen befürchten die Unternehmen der Bereiche Uhren, Elektro sowie Druck & Grafik verschärfte Geschäftseinbussen.

Personalabbau noch nicht abgeschlossen
Der anhaltend schwierige Geschäftsausblick wird besonders deutlich in den Personalplänen der Unternehmen reflektiert. Die stark eingebrochene Nachfragedynamik im vergangenen Jahr drängte den meisten Industrien beim Personal einen grossen Korrekturbedarf auf, der noch nicht abgeschlossen sein dürfte. Laut UBS-Umfrage steht denn auch im neuen Jahr ein weiterer Stellenabbau an. Für das 1. Quartal meldet einzig die chemische Industrie einen Bedarf für Neueinstellungen, während insbesondere die Sparten Holz & Möbel, Papier & Druck, Maschinen und Kunststoff eine Personalreduktion vornehmen werden.

UBS-Konjunkturindikator und Bruttoinlandprodukt
(Veränderung zur Vorjahresperiode in %)

Daten (in %):

Quellen: seco (BIP); UBS (Umfrage und Berechnungen)
*provisorische amtliche Zahlen

Zürich / Basel, 31. Januar 2003