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UBS Branchenspiegel: Pharma im Hoch, Bau noch im Tief

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Pharma wird 2003 das stärkste Zugpferd, der Bau sieht noch schwierigere Zeiten auf sich zukommen. Nach der überwiegend enttäuschenden Entwicklung im abgelaufenen Jahr erwarten die Unternehmen in einer Mehrheit der Branchen wieder leicht positive Umsatz- und Ertragstrends. Dies geht aus einer breit angelegten Umfrage der UBS bei fast 4000 Unternehmen aus 27 Haupt- und 94 Subbranchen hervor. Einmal mehr bestätigt sich, dass auch ein Nullwachstum nur das statistische Mittel aus positiven und negativen Trends ist.

So vorsichtig sich die Unternehmen vor Jahresfrist für das Geschäftsjahr 2002 geäussert hatten, erwiesen sich jene Annahmen insgesamt dennoch als zu optimistisch. Zwar gab es durchaus Branchen, die umsatz- und/oder ertragsmässig etwas besser abschnitten als erwartet. Dazu gehören Teile des Bau- und Immobiliensektors, die Nahrungsmittelindustrie, Uhrenhersteller und das Gesundheits- und Sozialwesen. Sie wurden jedoch in die Minderheit versetzt durch rückläufige Tendenzen vorab im Finanzsektor, bei den Investitionsgüterindustrien, in Handel, Beratung und Kommunikation sowie im Tourismus. Über alle Branchen gesehen, wurden die Erträge von der Wirtschaftsflaute, Frankenstärke und Börsenbaisse stärker tangiert als die Geschäftsvolumen.

Verhaltene Umsatzzuversicht für 2003
Deckungsgleich mit den vorsichtigen Konjunkturprognosen, die zur Jahreswende den Aufschwung noch nicht in den Startlöchern sehen, sind die Erwartungen der Unternehmen für das Geschäftsjahr 2003 von nur zurückhaltendem Optimismus geprägt. Für das Umsatz- bzw. Geschäftsvolumen wird insgesamt ein leichtes Wachstum antizipiert. Den 18 Branchen mit positiven Erwartungen stehen nach wie vor neun mit mutmasslich rückläufigem Volumen gegenüber. Zu den Letzteren gehören u.a. der Bausektor und der Tourismus. Eine Wende zur Besserung oder zumindest eine klare Entschärfung des Abwärtstrends erwarten hingegen die Branche Materialien, die Investitionsgüterindustrie und die Banken. Die Pharmaindustrie wird gemäss unserer Umfrage wieder die Rolle des Wachstumsleaders von defensiveren Branchen zurückgewinnen.

Vor einem Comeback der Erträge?

Zwar noch nicht ganz in den Bereich positiver Wachstumsraten vorstossend, aber im Ausmass der Besserung überzeugender sind die Erwartungen zur Ertragsentwicklung. Relativ pessimistisch sind diesbezüglich nur noch die Baubranchen, das Gesundheits- und Sozialwesen, der Tourismus und das Autogewerbe. Die Unternehmen von immerhin 16 Branchen sind hingegen zuversichtlich, 2003 wieder bessere Ergebnisse ausweisen zu können. Darin involviert sind neben Pharma alle Zweige der Sektoren Beratung und Kommunikation, Konsumgüter sowie Finanzdienstleistungen.

Nachhaltig gedrückte Preise
Nur sehr wenige Branchen vermochten 2002 höhere Preise durchzusetzen. Dazu zählen die Dienstleister für Unternehmen, Ver- und Entsorgung, die Versicherer, der Freizeitbereich sowie das Gesundheits- und Sozialwesen. Ansonsten überwiegen in unserer Umfrage die Meldungen rückläufiger Verkaufspreise, am deutlichsten in den Sparten Bau, Chemie, Telekommunikation, Logistik und Metalle. Dieser generelle Preisdruck dürfte sich 2003 eher noch verschärfen. Besonders desolat sieht es diesbezüglich im Baugewerbe aus, während die Versicherer erneut auf deutlich höhere Prämientarife setzen.

Kostentrimmung angesagt
Personalbestand und Investitionsvolumen wurden 2002 in der Summe aller befragten Unternehmen annähernd auf dem Vorjahresstand belassen. Sie reagierten damit wie üblich erst verzögert auf den Konjunkturabschwung. Die Diskrepanzen nach Branchen waren aber beachtlich, wobei in beiden Kriterien die Pharmaindustrie das obere, der Finanzsektor das untere Ende des Spektrums markierten. In ihrer Eigenschaft als wesentliche Kostenfaktoren werden sowohl Investitionen als namentlich auch der Personalbestand im laufenden Jahr zusätzlichen Budgetrestriktionen unterworfen. Nur in acht der erfassten 27 Branchen wird ein Bedarf für Neueinstellungen erkannt, besonders in den Bereichen Pharma, Gesundheits- und Sozialwesen sowie Kultur, Sport und Bildung. Demgegenüber gehen namentlich die Finanzdienstleister, Bauunternehmen, Uhren- und Metallindustriellen sowie Touristikbetriebe von einem weiteren Abbau aus.

Grosse Unternehmen und Nordschweiz leicht im Vorteil
In der Tendenz ist eine leicht günstigere relative Entwicklung der Grossbetriebe auszumachen, und zwar sowohl rückblickend als auch vorausschauend. Dies dürfte u.a. mit ihren grösseren Möglichkeiten zur Kostenreduktion zusammenhängen. Einmal mehr bestätigt sich die stabilisierende Funktion der KMU am Arbeitsmarkt, indem sie ihren Personalbestand nahezu unverändert belassen. In regionaler Hinsicht schneidet die Ostschweiz umsatzmässig am besten ab, und in den Ertragserwartungen für 2003 sind der Raum Zürich und die Nordwestschweiz am optimistischsten. Die Differenzen fallen jedoch nicht stark ins Gewicht und lassen das Fazit eines landesweit relativ harmonischen Konjunkturverlaufs zu.

Zürich / Basel, 21. Januar 2003