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UBS Outlook 4. Quartal 2002: Rückschlag für die Industriekonjunktur

| Media Releases Switzerland

Ausgebliebene Exportimpulse und die schwache Binnennachfrage brachten die zaghafte Erholung der Schweizer Industrie im Sommer zum Erliegen. Die Unternehmer sehen aber laut neuester UBS-Umfrage Licht am Ende des Tunnels.

Die Schweizer Industriekonjunktur hat im dritten Quartal einen herben Rückschlag erlitten. Bei ausgebliebenen Aussenhandelsimpulsen hat sich die Binnennachfrage abgeschwächt. Gemäss den Ergebnissen der neuesten UBS-Quartalsumfrage bei gut 300 Industriefirmen ist die Lage bis zum September merklich schwieriger geworden. Insbesondere die Uhren-, Maschinen-, Kunststoff- und die Metallindustrie erlitten markante Einbrüche in den Geschäftsaktivitäten. Der aus den Umfrageergebnissen abgeleitete UBS-Konjunkturindikator als Trendbarometer des Wirtschaftsverlaufs deutet auf einen anhaltend schleppenden Wirtschaftsgang hin. Immerhin rechnen die Unternehmen im vierten Quartal mit einer Konsolidierung.

Krebsgang bei allen Indikatoren
Die von UBS befragten Firmen erlitten im dritten Quartal bei fast allen Indikatoren einen verschärften Rückgang im Vorjahresvergleich. Vor dem Hintergrund der verzögerten konjunkturellen Erholung auf den wichtigsten ausländischen Absatzmärkten und der äusserst verhaltenen Investitionsneigung ging das Auftragsvolumen zurück. Sowohl auf dem Export- als auch auf dem Binnenmarkt wurde im Vergleich zum Vorjahr weniger abgesetzt. Vor allem die aussenhandelsorientierten Branchen mussten aufgrund der anhaltenden Nachfrageschwäche und wegen dem hohen Frankenkurs verbreitet Preisabschläge gewähren. Dadurch konnte sich die Rentabilität nicht erholen. Nur noch 20% der Unternehmen verbuchten höhere Erträge, 46% erlitten einen Rückgang.

Hoffnungen aufs Schlussquartal
Obwohl die Industriekonjunktur aufgrund der dünnen Auftragsbücher und der tiefen Arbeitsvorräte vorerst noch schwach tendieren dürfte, ist die Stimmung in der Industrie für das vierte Quartal aufgehellt. Zwar erreichen die Erwartungen laut UBS-Umfrage noch für keinen Indikator positive Saldowerte. Die Unternehmen rechnen aber insgesamt mit stagnierenden ausländischen Bestellungen, während sie auf dem Heimmarkt von einem deutlich weniger rückläufigen Auftragseingang als bisher ausgehen. Das Produktionsniveau wird auch wegen der verbreitet abgebauten Fertigwarenlager voraussichtlich gehalten. Hingegen sind die Anpassungen bei den Personalbeständen, die dem Konjunkturzyklus stets nachhinken, noch keineswegs abgeschlossen. Mit Ausnahme der chemisch-pharmazeutischen Industrie wird bis Dezember in sämtlichen Wirtschaftszweigen ein Stellenabbau geplant. Jedes dritte Unternehmen sieht sich zu einem solchen Schritt gezwungen.

Gespaltenes Bild nach Industrien
Auf Expansionskurs befanden sich im dritten Quartal einzig die Nahrungsmittel- sowie die chemisch-pharmazeutische Industrie. Textil und Elektrotechnik konnten zwar aufholen, schafften den Vorstoss in den Bereich positiver Wachstumsraten jedoch noch nicht. Abgesehen von der gebeutelten Holz- und Möbelindustrie, die in unvermindertem Krebsgang verharrte und den insgesamt schlechtesten Geschäftsgang auswies, kühlte sich die Lage in den übrigen Sparten merklich ab. Trotz verbreitet weniger pessimistischer Einschätzung des Schlussquartals sind Nahrungsmittel, Textil und Chemie/Pharma die einzigen Industrien, die mit positiven Zuwachsraten von Auftragseingang, Produktion und Umsatz rechnen.

UBS-Konjunkturindikator und Bruttoinlandprodukt
(Veränderung zur Vorjahresperiode in %)

Daten (in %)

Quellen: seco (BIP); UBS (Umfrage und Berechnungen) *provisorische amtliche Zahlen

Zürich / Basel, 14. Oktober 2002