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Erholung der Schweizer Wirtschaft braucht noch Zeit

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Die UBS-Ökonomen rechnen auch für 2003 mit einem nur sehr verhaltenen Wirtschaftswachstum in der Schweiz von 1,3%. Angesichts der verzögerten Erholung der Exporte sowie gedämpfter Absatz- und Ertragsaussichten lässt die Trendwende bei den Unternehmens-investitionen weiter auf sich warten. Der private Konsum, welcher bisher die eigentliche Konjunkturstütze gewesen ist, wird zwar nicht einbrechen, aufgrund der eingetrübten Arbeitsmarktlage jedoch ebenfalls spürbar an Fahrt verlieren.

In den letzten Monaten haben sich vor dem Hintergrund gestiegener weltwirtschaftlicher Risiken und turbulenter Finanzmärkte die Anzeichen verdichtet, dass auch in der Schweiz die Konjunkturerholung länger als bislang angenommen auf sich warten lässt. Auf Basis der neuesten Datenlage hat UBS ihre Schweizer Konjunkturprognose revidiert. Das Wirtschaftswachstum wird noch einige Quartale schwach bleiben und sich erst im späteren Verlauf des nächsten Jahres durchgreifend beleben. Für 2002 erwartet die UBS-Ökonomen neu eine Zunahme des Bruttoinlandprodukts (BIP) von +0,4% (bisher +1,0%) und für 2003 von +1,3% (bisher +1,8%). Eine langwierige Wachstumsflaute analog zur ersten Hälfte der neunziger Jahre ist jedoch angesichts der strukturell gut positionierten Schweizer Wirtschaft nicht zu erwarten. Mit verbessertem weltwirtschaftlichen Umfeld wird daher 2004 der Konjunkturmotor durchstarten (BIP: +2,3%).

Ausschlaggebend für die Prognoserevision sind sowohl aussen- als auch binnenwirtschaftliche Faktoren. Die Exporte leiden weiterhin unter dem äusserst schleppenden Wirtschaftsgang in Europa - namentlich in Deutschland - sowie der fragilen US-Konjunktur. Hinzu kommt die nach wie vor hohe Bewertung des Frankens. Angesichts gedämpfter Absatz- und Ertragsaussichten lässt auch die Trendwende bei den Unternehmensinvestitionen noch auf sich warten. Der private Konsum, welcher bisher die eigentliche Konjunkturstütze gewesen ist, wird zwar nicht einbrechen, jedoch ebenfalls spürbar an Fahrt verlieren. Hierzu trägt bei, dass die Arbeitslosigkeit noch weiter ansteigen und die 3%-Marke für längere Zeit überschreiten dürfte. Da die Konjunkturflaute ausgeprägter verläuft als ursprünglich angenommen, ist in vielen Unternehmen die Anpassung der Belegschaften noch nicht abgeschlossen. Eine - wie üblich vom Export ausgehende - nachhaltige Belebung der Schweizer Wirtschaft ist erst ab dem zweiten Halbjahr 2003 zu erwarten, wenn sich das internationale Konjunkturumfeld verbessert.

Angesichts des schwachen Wachstums bleibt die Inflationsgefahr trotz weiteren Ölpreisfluktuationen sehr gering. Entsprechend kann die Schweizerische Nationalbank (SNB) ihren derzeitigen Tiefzinskurs noch längere Zeit beibehalten. Sollte der Franken an den Devisenmärkten erneut unter massiven Aufwertungsdruck geraten, wäre sogar eine nochmalige Absenkung des Zinszielbands möglich. Mit der Straffung der geldpolitischen Zügel wird die SNB erst beginnen, wenn die Konjunkturerholung Tritt gefasst hat, das heisst etwa in einem Jahr.

Wirtschaftsindikatoren Schweiz

Reale Veränderung gegenüber Vorjahr in %



P: Prognose UBS; JE: Jahresende


Zürich / Basel, 13. September 2002
UBS AG