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Industrie sieht Zuversicht bestätigt

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Die im Frühling markant aufgehellte Stimmung in der Industrie schlug sich bereits in einem deutlich stabileren Geschäftsgang nieder. Gemäss UBS dürfte der Aufwärtstrend allerdings erst im dritten Quartal an Akzent gewinnen.

Nach dem düsteren Geschäftstrend im ersten Quartal hatte die Schweizer Industrie fast unisono eine markante Aufhellung in Aussicht gestellt. Dieser Optimismus sieht sich in den Resultaten für das zweite Quartal weitgehend bestätigt. Die Ergebnisse der UBS-Quartalsumfrage vom Juni bei gut 300 Unternehmen aus der Industrie belegen, dass sich die Industriekonjunktur von ihrem Tiefpunkt gelöst hat. Der Geschäftsgang als Durchschnitt der Saldomeldungen zu Auftragseingang, Produktion und Umsatz hat sich mit einer einzigen Ausnahme in sämtlichen Branchen verbessert, und zwar in beeindruckendem Ausmass: Erlitten im Startquartal per Saldo noch 32% der Firmen einen Rückgang bei den Geschäftsaktivitäten, so waren dies im zweiten Quartal nur noch 11%. Die in Gang gekommene Konjunkturerholung dürfte im dritten Quartal weiter an Fahrt gewinnen.

UBS-Konjunkturindikator zeigt Wende an
Der aus den Umfrageergebnissen abgeleitete UBS-Konjunkturindikator setzt die Industrietrends in Bezug zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Als Barometer des Bruttoinlandprodukts (BIP) zeigt er namentlich die zyklischen Wendepunkte zuverlässig und mit zwei Quartalen Vorsprung auf die offiziellen Daten an. Bereits im März hatte er eine Konsolidierung des BIP-Realwachstums im zweiten Quartal angezeigt. Dies wird mit den jüngsten Daten bestätigt. Gleichzeitig zeigt der Indikator eine deutlich positivere Dynamik für das dritte Quartal an.

Erste Erholungszeichen
Nach Massgabe aller erfragten Indikatoren hat die Industrie im zweiten Quartal aus der Talsohle herausgefunden. Obwohl im Durchschnitt aller Unternehmen noch keine positiven Werte erreicht wurden, liegen die Differenzen positiver und negativer Antworten ausnahmslos deutlich näher an der Wende zum Besseren. So gingen im Saldo nur noch bei 12% der Firmen weniger Aufträge ein; im ersten Quartal war dies noch bei 36% der Fall gewesen. Gleichzeitig konnten die überhöhten Fertigwarenlager teilweise abgebaut werden, und Produktion sowie Arbeitsvorräte schrumpften weniger ausgeprägt als zuvor. Ebenso verlangsamte sich der Rückgang von Umsatz und Ertrag. Allerdings wurde die Erholung sowohl vom starken Franken als auch von der weiterhin zurückhaltenden Investitionsnachfrage gebremst. Noch verhalten entwickelte sich der Personalbestand, der per Saldo bei 22% der befragten Unternehmen unter dem Vorjahrestand lag. Selbst dies kommt aber im Vergleich zum ersten Quartal einer Verbesserung gleich.

Aufwärtstrend gewinnt an Kontur
Für das dritte Quartal zeigt die UBS-Umfrage einen positiven Geschäftsgang in der Industrie an. Die Unternehmen rechnen mit einer Zunahme der ausländischen Auftragseingänge, während von lediglich stagnierenden Bestellungen aus dem Heimmarkt ausgegangen wird. Damit dürfte die Phase der Produktionsdrosselung zu Ende sein. Die Firmen etlicher Branchen planen sogar, die Produktion auszudehnen. Insgesamt hoffen sie ausserdem auf eine Umsatzbelebung und eine gewisse Entspannung des Ertragsengpasses, welche allerdings aufgrund des anhaltenden Preisdrucks begrenzt ausfallen dürfte. Weil der Aufschwung erst in der Anfangsphase steckt, zeichnet sich beim Personalbedarf noch keine Trendumkehr ab. Vielmehr erachtet in den Monaten Juli bis September per Saldo jede neunte Firma einen weiteren Abbau als notwendig.

Markante Branchendifferenzen

In den einzelnen Industriebranchen hat der Aufschwung im zweiten Quartal unterschiedlich stark eingesetzt. Ungebremst setzte die Nahrungsmittelindustrie ihren steten Expansionspfad fort. Daneben schafften auch die Uhren-, die chemische und die Papierindustrie den Vorstoss in positive Wachstumstrends. Hingegen spürten allen voran die Textil-, Holz- & Möbel- sowie die Investitionsgüterindustrie weiterhin die konjunkturelle Flaute, wobei jedoch der Tiefpunkt durchschritten scheint. Im Schatten stand einzig noch das Druckgewerbe, dessen Geschäftsgang sogar verstärkt zurückgegangen ist. Noch deutlich besser wird das dritte Quartal eingeschätzt , und zwar von allen Branchen mit Ausnahme der Papier- und der Uhrenindustrie. Erstmals seit Jahresfrist rechnen die Umfrageteilnehmer insgesamt sogar mit einem positiven Geschäftsverlauf. Wachstumsleader ist dank der anhaltend guten Konsumnachfrage die Nahrungsmittelindustrie, gefolgt von Textil und Chemie / Pharma. Noch keine positiven Werte dürfte dagegen der Geschäftsgang in den Sparten Kunststoffe, Druck / Grafik, Maschinen, Metalle sowie Holz / Möbel annehmen.

UBS-Konjunkturindikator und Bruttoinlandprodukt
(Veränderung zur Vorjahresperiode in %)

Daten (in %):

Quellen: seco (BIP); UBS (Umfrage und Berechnungen)
*provisorische amtliche Zahlen

Zürich / Basel, 4. Juli 2002
UBS AG