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Konjunktur der KMU springt wieder an

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Gemäss der neuesten UBS-Umfrage zieht die Geschäftslage der kleinen und mittelgrossen Unternehmen (KMU) bereits wieder an, nachdem im vergangenen Winterhalbjahr teils empfindliche Rückschläge einzustecken waren.

Nach einer rund vierjährigen Wachstumsphase hat sich der Geschäftsgang der KMU im vergangenen Winterhalbjahr abgeschwächt. Bereits für das laufende Sommersemester zeichnet sich jedoch wieder eine Erholung ab. Damit reflektiert der Trend bei den KMU sehr klar den gesamtschweizerischen Verlauf der Konjunktur: Dieser wurde vom weltwei-ten Wachstumsstillstand und der verbreiteten Verunsicherung nach den Ereignissen vom letzten Herbst geprägt, lässt aber bereits wieder Anzeichen einer Belebung erkennen. Die UBS-Umfrage vom März/April bei rund 900 Betrieben mit weniger als 100 Beschäftigten bestätigt darüber hinaus die traditionelle Funktion der KMU als Stabilisatoren der Konjunktur, indem ihr Geschäftsgang weniger starken Schwankungen ausgesetzt blieb als bei den parallel dazu befragten grösseren Unternehmen.

Exportbranchen unter Druck
Der bereits vor Jahresfrist in Gang gekommene Abschwung der KMU-Konjunktur hat sich im Winter ungebremst fortgesetzt. Der Geschäftsgang der befragten Unternehmen insgesamt sackte dabei vorübergehend in die negative Zone ab. Besonders hart getroffen wurden die exportorientierten Maschinen- und Elektroindustrie, die sogar die Werte der Rezessionsjahre 1991/92 unterschritten. Ähnlich brüsk wurde der mehrjährige Höhenflug der Uhrenproduzenten und der Reiseveranstalter gestoppt. Als einzige der ausgewählten KMU-Branchen vermochten Hotels und Bäckereien einen leicht positiven Geschäftsgang aufrecht zu erhalten, während das Druckereigewerbe und die Informatikbetriebe immerhin schon eine Wende zum Besseren feststellten.

In sämtlichen erfassten Branchen, wenn auch in unterschiedlichem Ausmass sind die Arbeitsvorräte geschrumpft. Entsprechend konnte, mit einziger Ausnahme des Autogewerbes, keine Branche ihr Personal aufstocken. Überraschend viele Betriebe sahen sich mit höheren Einkaufskosten konfrontiert, während sie nur in wenigen Sparten die Preise ihrer eigenen Produkte erhöhen konnten. Dass sie den Geschäftseinbruch jedoch nur als vorü-bergehendes Phänomen einstufen, geht aus der namentlich bei den Dienstleistern positiv gebliebenen Investitionstätigkeit hervor.

Rasche Wende nach oben erwartet
Für das laufende Sommerhalbjahr gehen die von UBS befragten Unternehmen von einem klar verbesserten Geschäftsumfeld aus. Zwar schaffen es noch nicht alle Branchen in die positive Zone hinein, doch gerade bei den zuvor am stärksten gebeutelten Exportindustrien, Reisebüros und Speditionsbetrieben sowie bei den Informatikdiensten fällt der Stimmungsumschwung am deutlichsten aus. Zurückhaltend wird die Lage noch im Bau beurteilt, und die Uhrenhersteller rechnen erst ansatzweise mit einem Ende der Durststrecke. In ihrer Gesamtheit erkennen die KMU, in auffälligem Kontrast zu den Grossunternehmen, bereits wieder Bedarf für etwas mehr Personal, wogegen Investitionen eher etwas verhal-tener vorgenommen werden mit Schwergewicht im Dienstleistungssektor.


Regionale KMU-Trends

Wirtschaftlicher Röstigraben rutscht etwas nach Osten
Der im Winterhalbjahr beschleunigt nachlassende Geschäftsgang traf die KMU in allen Regionen der Schweiz. Gemessen am Umsatztrend resultierte in der UBS-Umfrage überall ein leichter bis mässiger Rückgang, wobei die Zentralschweiz den abruptesten Fall vom vormaligen Wachstumsleader zum Wirtschaftsraum mit unterdurchschnittlicher Performance erlebte. Relativ gut hielten sich die in der Romandie angesiedelten Betriebe. Die regionalen Unterschiede sind jedoch relativ gering: Insgesamt schrumpfte die Differenz zwischen der am besten und der am schlechtesten platzierten Region auf den tiefsten Wert seit 1997.

Dies wird sich - immer nach Einschätzung der befragten KMU - im Sommerhalbjahr nur leicht ändern. Ein eigentlicher "Graben" hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung von KMU tut sich jedenfalls nicht auf. Wenn schon, müsste er ein gutes Stück östlich des politischen Röstigrabens gezogen werden. Zum Wachstumsträger steigt, gemeinsam mit dem Raum Zürich, erneut die Zentralschweiz auf. Gute Erwartungen werden auch aus der Ost-schweiz gemeldet. Alle übrigen Regionen dürften im Mittel noch leicht an Umsatz verlieren, und in der Romandie sieht man sogar etwas skeptischer in den Sommer.

UBS Schweiz

Zürich / Basel, 16. Mai 2002
UBS AG