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Schweizer Industrie im Konjunkturtal

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Der Geschäftsgang der Schweizer Industrie hat im Schlussquartal über Erwarten stark an Tempo eingebüsst. Laut der neusten UBS-Unternehmensbefragung ist die Stimmung auch zu Beginn des laufenden Jahres getrübt. Die Aussichten einer Erholung bleiben aber intakt.

In der Schweizer Industrie setzte sich im 4. Quartal 2001 der abrupte Wachstumseinbruch ungebremst fort. Gemäss den Ergebnissen aus der jüngsten UBS-Umfrage bei rund 350 Industrieunternehmen ist der Tiefpunkt des gegenwärtigen Zyklus noch nicht erreicht. Vielmehr muss mit weiteren Einbussen im 1. Quartal gerechnet werden. Der auf den Umfrageergebnissen beruhende UBS-Konjunkturindikator signalisiert für diese Periode denn auch einen leichten Rückgang der inländischen Wertschöpfung von -0,3%. Allerdings scheint der aktuelle Abschwung eher durch einen breiten Kreis betroffener Unternehmen als durch besonders massive Rückschläge gekennzeichnet zu sein. Der kurzfristig deutlichen Eintrübung stehen jedenfalls intakte Chancen gegenüber, dass die Schweizer Industrie spätestens ab Jahresmitte analog zur weltwirtschaftlichen Entwicklung vom tieferen Niveau aus wieder auf einen Erholungspfad einschwenken wird.

Produktion zurückgefahren
Im Zuge der weltweiten Wachstumsverlangsamung hat die Schweizer Industrie seit Herbst 2000 kontinuierlich an Fahrt verloren. Im Schlussquartal 2001 hat sich die Abschwächung der Industriekonjunktur noch akzentuiert. Die befragten Unternehmen mussten bei allen wichtigen Indikatoren zum Geschäftsgang mehrheitlich einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr hinnehmen. Aufgrund der gesunkenen Auftragseingänge in den Quartalen zuvor fuhren die Industriebetriebe zum ersten Mal seit Herbst 1999 ihre Produktion zurück. Sowohl auf dem Export- wie auf dem Binnenmarkt konnte im Vergleich zum Vorjahr weniger abgesetzt werden. Ausserdem ist der Spielraum für eine Anhebung der Verkaufspreise namentlich für die exportorientierten Firmen eng geworden. Im Saldo aller Umfrageteilnehmer hat sich dadurch die Ertragslage verschlechtert.

Stimmung auch im 1. Quartal gedrückt
Aufgrund der in den Vormonaten rückläufigen Bestellungen und Arbeitsvorräte beurteilen die Umfrageteilnehmer ihre Gewinn- und Umsatzaussichten auch für das 1. Quartal ungünstig. Weder seitens der Binnen- noch der Auslandnachfrage stehen Impulse unmittelbar bevor. Auf den tieferen Produktionsrhythmus wird mit einer Reduktion der Personalbestände reagiert. Trotz gesenktem Ausstoss rechnen die befragten Industrieunternehmen ausserdem per Saldo zum vierten Mal in Quartalsfolge mit sinkenden Arbeitsvorräten. Sehr skeptisch sind sie ausserdem in Bezug auf die Entwicklung der Ertragslage, indem 40% mit einer Verschlechterung und nur 13% mit einer Verbesserung rechnen.

Facettenreiches Branchenbild
Die Konjunkturabkühlung hat mit Ausnahme der binnenorientierten Nahrungsmittelbranche alle von UBS befragten Industrien in Mitleidenschaft gezogen. Besonders die stark exportorientierte Textilbranche, die Kunststoffindustrie sowie der Maschinenbau sahen sich mit einem schwachen Bestellungseingang konfrontiert und wiesen den insgesamt schlechtesten Geschäftstrend aus. Auch für das laufende Quartal wird die Situation verbreitet ungünstig eingeschätzt. Während nur die Nahrungsmittel- und die chemische Industrie auf einen besseren Geschäftsgang hoffen, bleiben die bereits im Schlussquartal am schlechtesten positionierten Branchen weiterhin am pessimistischsten. Ebenfalls am unteren Ende der Skala befinden sich die Bereiche Holz & Möbel, Metall sowie Elektrotechnik. Der unbefriedigende Geschäftsausblick macht sich besonders deutlich in den Personalplänen bemerkbar. Für den Zeitraum Januar bis März meldet keine Branche einen Mehrbedarf nach Arbeitskräften, und einzig die Uhrenindustrie hofft ihre Mitarbeiterzahlen überhaupt halten zu können.

Zürich / Basel, 1. Februar 2002
UBS Schweiz